xvn. Leculum. IV. Op. Von Kctzereyett und Trennungen.
Das IV. Capitel.
Von Ketzereyen und Trennungen.
i.
Was vor Ketzer sind in diesem 8eculo zumercken?
i.Dre wiederräuffer.s. Die Socimancr.z. Die weigelianer.
4. Die Böhnristel».
5 . Die Duacker.
L. Die Deisten und batiruclinarH.
7. Die Naturalisten und Atheisten,r. Noct) einige arrdere Gchwarm-Geister,undVer-thcidiger verkehrter Meynungen.
II.
Was ist von den Wiedertauffern in diesem8ecuIo zu mercken ?
Weise rächen solle, m) sind arbeitsam und künstlich, wieauch sparsam, einfältiger und stiller Aufführung, daßman also leicht gewahr wird, wie sie eine gantz andere Fi-gur, als die Münstcrischen Wiederräuffer Hatten, an sichgenommen. Doch sind sie vielfältig eigensinnig und pfic-gen sich in ihrem Thun auf eine Pharisäische Weise selbstwohl zu gefallen, n) '
Die Wahrheit zu bekennen, so ist von ihrer Lehre nichtwohl zu urtheilen, nachdem sie selbst nicht unter einandereinig sind. Denn ausser denen im vorigen Lec. ange-zeigten fortwährenden Spaltungen, welche zwar durchdas gem inschasstlich zu Dordrccht Anno i6za. überrei-chere Glaubens-Bekänntniß aufgehoben seyn feiten, abersich fölgends wieder erneuerten, so kamen die beyden Men-niftischen Lehrer 8.^K4 VLl. ^?08100I. und 6^.lGdl V8Abrahams, der bey seinem Kirchcn-Dienste zugleich eindieclicu; war, so nahe an einander, daß sich darüberr6xz. zu Amsterdam eine neue Trennung ereignete, in-dem sich des A postools Anhänger ein neues Versamnr-
W«S vor Leute unter diesem Nahmen begriffen wer- lungs-Haus daselbst baueten,und weil sie solches mit demden, ist aus dem vorhergehenden 8ecu!o bekannt. Man-Smu-Büde der Sonnen bezeichneten, dre UlennlstrnHat sich zwar aufs möglichste bestrebet, diese Art Lcute l'N der Sonne gcnrnnek wurden. 0 )auszurotten, wie sie denn die Papisten mir Feuer und . Man beschuldigte gedachten Zlbra-
Schwcrdt die Prot,stauten aber gemeiniglich mit Ge-fängniß und Lands-Vcrweisungen verfolget Haben ; al-lein sie haben sich doch hin und wieder ausgebreitet, undsonderlich in den vereinigten Niederlanden einen festenund sichern Fuß gefunden, wie sie denn darinnen selbstvor den Resormirten glücklich sind, daß sie ohne der O-brigkeit Vorwiffen ihre 8ynoäos beruffen und haltenkönnen, g)
Ihre Lehrer sind ordentlich gcmeiue und uustudireteLeute^ von welchen sie viel Rühmens zu machen pflegen,daß sie von GOrt unmittelbar erleuchtete Männer wä-ren ; b) nicht bedenckcnde, daß dieselben durch Lesung,Betrachtung und ihre natürliche Geschickligbeit, so weitgekommen, daß sie ihren ungelchrtea Gemein.« was vor-kragen können.
In ihren Lehren findet man, daß sie von vielen grobenIrrthümern ihrer Vorsahr- n weit al gegangen, und sich;n ihren ßenersle« Oontcsiionen bey den meisten Haupt-Artickeln so erklären, daß man mit ihnen zufrieden seynkönte, wie sie denn auch die obrigkeitliche Gewalt,gantz anders, als in vorigen Zeiten, vor göttlich erken-nen. i) ,
Doch wollen sie stlbsten keine öffentliche obrig-keitliche Aemter annehmen, verwerten den Nrtcgund die Eyd-Schwüre, wie auch die Rindcr-Tauffe,bleiben bey ihrer Pprder-Tauffe der Per-sonen, die sich etwa zu ihnen begeben, und hegensonst andere Irrthümer ihrer Vorgänger ; wie sie sichdenn auch des8ocim mitm i vi.lsälkig verdächtig machen;daher man zu sagen pfleget: Ein Mennist sty nichtsanders, als ein ungelehrrerGocunaner. le) Sonst,'üben sie das Fuß-Waschen, wovon man sie kocivnyp s;snennet, l) treiben eifrig darauf, daß man sich auf keine
x) NOOItleLkLkeiV?, in tumms conkrnuers. ^ Z7O. li) uait-in »polotz. i) Vi<l. Lnriteip. eoe. Lp.
VI 4 x. I. «ax. 19. Ic) ibiäem. I ) »OvkcdlSLciclVL I. c.
«^8- ztt.
hams.daß er von der Gottheit Chrr'si i und dessen Gnug-thuung Sccinianisch gelehrck, ferner solche Personenzum Nachtmahl zugelassen, welche «och nicht wieder ge-kaufst gewesen, u.a.m. p) Sonst hat man von die.s m O^bk.XO Abrahams in Niederländischer Spra-che eine Histori der wredertäl ffer, welche ziemlichaufrichtig geschrieben.
M.
Was ist von den Socinianem in diesem 8e-culo zu mercken?
Diese waren in Holland, Engelland, Pfaltz, Schlesi-en, Brandenburg, Preussen rc. sonderlich aber in Polenin ziemlicher Menge anzutreffen, und hatten zu Rackanin Polen gleichsam ihre Niederlage. Ihre vornehmste.Hrer wäre« :
(HK!8W?IWKV8 08108.00V8, von Goßlak g<-bürkig, eines Predigers Sohn, und keöwr in Pommern,bis er seiner Socinianischcn Irrthümer wegen fort ge-wiesen ward. Er egab sich mit einem seiner Eamcra-den, welcher ^dlk)8L^8 VOWOVlV8 Hieß, nach denNiederlanden,allwo er viel mit ^i-ninio soll covucrlirethaben. Auf ein ausdrückliches Edict der Staaten vonHolland muste er weichen ; worauf er i;85- nach Po-len gekommen, und bey den Sociniancrn in grossemAtt»sehen gestanden, g)
Er hat in Deutscher Sprache hinterlassen r
1. Von der Gottheit Christi und des H. Geistes.
2. vnkerrichtung von den vornehmsten HaupttPuneken der
Christi. Religion, werinnen die Socinianischen Dekäntt
Nisse enthalten.
8^L>L0K, welcher etwa um den An-_ (fff) Z_f^S
m) Benthem l. c. p. 864. n) Ib!6. OHIV8 in <>nn,l«4n->dsp». Fr. Leuth. vcn Franckenberg Europ. Heroldp. 84;- ») IS. idiil. p) It>i8. p. 8zl> leg- g) L^HOIVLin irisliorl, ^nrirkinir^rivrum 90. kegg. LI-VILlbV! inxro-p>Is«o U» L.p. 279.