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Kirchen. Historie Neues Testamentes
neu Gshn der Herrligkeir rc. und redete sehr eifrig ge- Mann, vor seines Meisters Laden gekommen seyn, undgen das Ministerium. Ihm stund sein Vetter Grego- ein paar Schuhe gefeilschet haben, welche ihm aber Böh-rirscd,wie nicht weniger seine Mutter Barbara an der me sehr hoch angeschlagen, des Willens, ihn von demHand. Man forderte ihn nebst seinem Anhange vor Kauffe abzuschrecken, weil er sich der Verantwortung
das Lonststurium nach Leipzig, ws sie ernstlich bedräuekwurden, von ihrem Unfuge abzustehen, sie machten e<aber nach ihrer Zurückkunfft noch ärger, also, daß derRath nebst dem kckimüerio zu Langensaltza nach Dreß-den berichteten, sie hätten bereits 200. Personen verfüh-ret. Sie wurden alle sämtlich nach Dreßden cmret,und weil Stiefel auch wieder eingemischet und grsuirekward, verhöretc man ihn zu Erfurt, und setzte ihn sodennINS Gefängniß, woraus er sich mit einer Summa Gel-des lösen, und wiederruffen muste. Zu Dreßden brach-te man es auch dahin, daß, Meth nebst den meisten sei-ner Anhänger reuocireten, und versprachen ihre besonde-re Zusammenkünffte zu unterlassen, p) Das Unwesenmit diesen beyden Schwärmern hat sich von Anno 1605.LiS 1625. zugetragen.
Zu Marpurg fanden sich zwey pmccepkvres im ?se-ckagogio. Nahmens Philipp Heinrich IMIel/r6lV8und (veorge Zimmermann, welche die heydnischenHuölore, in den Schulen nicht leiden wolten, und N)ei-gels Bücher den Studenten und Schülern recommen-chreten, auch von dem 8ecu!o Spiritus 8. redeten. Siewurden endlich in Arrest gebracht, da denn Zimmer?»nann reuocirete, welches ihn doch hernach gereuet, wie«r denn folgendes freywillig nach Holland zu den Wi--ertäuffern gegangen ; I^Od 4 ^ 6 lV 8 aber ward erstlichvon Marpurg weggewesen, nachgehcnds aber ist er zuLasset gar zur Staupe geschlagen worden, g)
Hiehcr gehören ferner 8dkl'
«in Polnischer klesticu,, welcher so genannte ibcotoplii-fche Schrijsten hinterlassen ; r) Julius Sperber, so1616. gestorben, und nebst dem Lcbo fracernilaris 1<o-lleae cruci; noch andere geheime Traktate, wie er sie nen-net, geschrieben, welche erst nach seinem Tode in Hollandheraus gekommen ; s) Paul Aaim, welcher zu Liegnitz«n Schlesien Zoll-Einnehmer gewesen, und unter andernidcn helleuchtenden Heryens-Spiegel geschrieben; r)Paul Felaenhauer, eines Pfarrers Sohn von Putsch-witz aus Böhmen, welcher sich durch den Zeit-Spiegelund viel andere Schrifften bekannt gemacht, u) und nochViel mehrere, welche nicht nöthig sind hier anzuführen.
V.
Wer waren die Böhmisten?
Jacob Böhme, von Alr-Seidenberg bey Görlitz iuLer Ober-Lausitz aus Bauren-Stande gcbohrcn, hütetejn siincr Iugoid das Vieh, ward aber folgende wegenseines guten Natureis eine Zeit lang zur Schulen ge-Halren,ulid endlich auf das Schustcr-Handwerck verdin-get, worinnen er Anno 159;. zu Görlitz Meister gewor-den, und geheurathek.
Als er noch in seinen letzten Lehr-Iahren gewesen, sollin Abwesenheit seines Meisters ein unbekannter, feiner
p) löem ibiN. 4) lO. ULk>IK. IV , insnnsl.x. 24z. L lbcrg l e. ?. l. s>. 259. r) Gottfe. Arnold I. r.r.p. 8-teqg ,) p. IZ. ieqcj. t) Lhri'chph Heinr.Lobers QuackeriEräueljF. 7. u) Gottfr. Arnold l. c. x.
,4.
bey seinem Meister befürchtet. Der Frembde aber ha-be das geforderte bezahlet, und nachdem er Böhmenvor die Thüre heraus gcruffen,zu ihm gesaget: Jacob,du bist klein, aber du wirst groß und ein gar an-drer Mensch werden, daß sich die welk über dick)verwundern werd. Darum sey fromm, fürchteGCm, und ehre sein Wort rc. x)
Folgende soll er auf seiner Wanderschasst «ach seinemernstlichen Gebeth von GOtt seyn kräfftig erleuchtet wor-den, welches, wie der LuÄor seines Lebens saget, sein er-ster Zug gewesen. Zum andern mahle soll ihm das gött-liche Licht, wie es erzehlet wird, bey Erblickung eines zin-nernen Gefässcs ergriffen, und zu dem Lemrc, der gchci-men Natur eingeführet haben.
Weil ihm aber diese Phantasie seltsam vorgekommen,hat er sich derselbe» zu einschlagen, auf das Feld bege-hen, woselbst er doch je mehr und klarer empfunden, daßer den Creaturen vermittelst ihrer äußerlichen Chara-ctcren gleichsam in das Hertze, oder ihr innerstes Wesensehen können, worüber er sehr erfreuet worden, doch ge-gen niemand etwas gedencken wollen.
Die dritte göttliche Regung soll er 1610. empfunden,und folgende 1612. davon zu schreiben angefangen ha-ben, welches Buch er mit dem Nahmen churnra betitelt.
Dis Buch kam einem von Adel in die Hände, wel-cher es abschreiben ließ, und also weiter bekannt machte,daß es der ?rim3rlU5 6 KL 60 ltIV 8 sichrer innen wur-de, welcher sofort auf der Cantzel dagegen geeifert, bis derRath Böhmen das Buch weggenommen, und auf demRath-Haufe verwahret. Gleichwohl ficng er 1619. wie-der an zu schreiben, und conunuirete bis an sein Ende,welches 1624. den 7. blouemdri, im 49. Jahre seines Al-ters erfolget, y)
Seine Schrifften, welche ihm nach der Aurora bey-gelcget werden, sind:
1. Von den Z. rrincipiis.
2. Vorn dreifachen Leben des Menschen.
^z. Antwort auf die 40. Fragen von der Seelen.
4. Von der Menschwerdung Christi , seinem Leiden,Sterben und Auferstehung.
5. VomBann des Glaubens.
6 . Ein Buch von 6. Puncten.
7. Vom himmlischen und irdischen dt/kleno.
8. Von den letzten Zeiten.
9» Dc lcripkurL revum.
IO. Von den 4. Lompiexionktt.
I I. Apologie an Lalrh. Tilcken, einen Gchlesischen EeVelmann.
12. Bedrucken über Esaias Stiefeln,iz. Von der wahren Busse.
14. Von wahrer Gelassenheit«
15. Von der Wiedergeburt,lü. l)e kvemrenki».
17. Hon der Vorsehung und GnaVemwahl.
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