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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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fers hier einen Platz behaupten könne. Die Vorstellung von den Ver-diensten dieses oder jenes Gelehrten und von der Nothwendigkeit dessen Na-men Anfängern bekant zu machen/ist nicht gleich. Gnug,daß keiner Übergän-gen/ welcher in Lehr und Leben etwas weises/ kluges oder thörichtes gethanund daher eine Stelle in diesem Werke verdienet. Keiner ist angeführet/er habedenn durch Verdienste/ Schriften/ geführte Streitigkeiten/ oder durch andereDinge in den Kirchengerichten eine merkwürdige Person vorgestellet. Istdie Nachricht bei einigen Auswärtigen etwas kurz / so muß entweder dieNachlässigkeit der Nation/ welche das Andenken verdienter Männer aufzube-wahren verabsäumet/ oder eine unbekante Besondernheit bei denen Gelehrtenselbst die Schuld tragen. Ja / es will stch nicht thun lassen/ daß man allezeitdie Lebensumstände derer/ welche stch am meisten verdient gemacht/beschreibe/sondern auch der Achtsamste muß zufrieden seyn- wenn er unter denen/ so Ver-dienste haben/ nur die anführet/ von denen einige Nachricht zu erhalten ge-wesen.

Der Abschnitt von der Lehre ist nach der gesegneten Reformation desfeel. D. Martin Luthers kürzer/ als die übrigen; doch haben die HerrenVerfasser ein aufrichtig Bekentniö von dem guten und bösen der Zeiten/ wel-che sie beschrieben/ abzulegen nicht vergessen/ auch/bei dem steigenden Wachs-thum der Wissenschaften und dem Einfluß derselben in die geoffenbarteGlaubenslehre die etwanigen Veränderungen klüglich angemerket.

Bei der Ausbreitung des Christenthums ist ein vollständigerEntwurf von den gesamten Mißionen aller christlichen Religionsverwandtennebst einer richtigen Anzeige der edlen Bemühungen Juden und Mahumeda-ner in der Erkentnis Christi zu unterrichten.

Was die ZwistigkeitkN betrift / so ist es nicht bei einem blosenVerzeichnis der pro und contra gewechselten Schriften oder einer magernSamlung der verschiedenen Meinungen geblieben. Denn obgleich die Her-ren Verfasser die gelehrte Geschichte der Gottesgelahrhcit mit der Geschichteder StrittigkeiteN/welche beide unterschieden, gewissermasen miteinander ver-bunden/ so haben sie doch allen gleis angewendet/ die eigentliche Streit-frage nebst den vornemsten Gründen beider Theile bekant zu machen/undeben damit einen guten Vorrath zu einem vollständigen Gebäude einerGeschichte theologischer Lehrsätze zu samlen.

In dem zweiten und dritten Kapitel von dem Gottesdienst

und Kirchenregiment ist alles/ was einer Achtsamkeit würdig/ ^gebracht

und