Vorrede.
eigenen Einsicht nachgehen/ hiese nicht der vorigen Verfasser Arbeit fortsetzen,sondern vielmehr ein anders, und wenigstens der Einrichtung nach neues Werkverfertigen. Es sind dahero die algemeinen Quellen, wie bei der Ausfüh-rung der Augenschein lehret, ebenfals die vorigen geblieben. Auf die beson-dern, welche die neueste Zeit an die Hand gegeben,haben die Herren Verfassergleichfals aufrichtig verwiesen, damit der Leser unterrichtet werde, von wemer vor eine iede Begebenheit im Fall die Gewähr fordern könne.
Man mnß zwar dem Urtheil der verschiedenen Leser überlassen, ob die ver-schiedene Herren Verfasser durchgängig überein gedacht, und sich auf einerleiWeise unparteiisch aufgeführet,wie dieAufschrift dieserKirchenhistorie habenwill; doch ist so viel gewiS, das; nichts ohne Grund so hingesetzet, sondern allesund icdcö mit Zeugnissen bewähret worden. Coltc es ja geschehen seyn, daßdie Herren Verfasser nicht nach eines icden Geschmack geschrieben; oder daß,bei aller angewandten Fürsicht, ein Fehler in einem so weitläufigen Werke,darinne so vielerlei und so wichtige Dinge vorgetragen werden, mit cingcstbli-chcn,so wird doch der Leser, dem oyngeachtet, die grosc Muhe und angestelte klu-ge Wahl der Herren Verfasser mit schuldigen Dank erkennen. So vieles zu-sammen zu suchen, eines kleinen UmstandeS wegen eine Menge Journale, klei-ne und grose Schriften nachzuschlagen, durchzugehen, dabei eine gute Wahldes nöthigen und nützlichen anzustellen und solches in eine so gefällige Ord-nung zu bringen, erfordert anhaltenden Fleis und eine gute Einsicht. Beideshaben die Herren Verfasser bewiesen und sich eben dadurch Ruhmes und Dan-kes würdig gemacht.
Von einem ieden Lapitel noch etwas insbesondere zu gedenken, so ist daserstere das weitläufigste und eines der wichtigsten. Der erste Abschnittdessen giebt eine Nachricht von der morgenländischen Kirche, und stellet die Leh-rer sowohl von dieser, als der abendländischen vor. Der Herr kvl. B kckerhat sich bei genauerer Aufklärung der Sache,vornemlick angelegen seyn lassen,einen so vollständigen Bericht zu erstatten,daß man nicht unreinen hinlänglichenVegrif von der morgenländischen Kirche überhaupt und von einigen insonder-heit, als von den L'opten, von denen bishero noch nichts zuverläßigeö vorge-kommen, sondern auch einen reichen Vorrath von den auserlesensten Sachenin der vierten Fortsetzung antrift.
Die Zahl der angeführten Lehrer und Scribenten ist zwar ziemlich hochangewachsen, und doch kan es seyn, daß nicht ein ieder seinen Leibgelehrten,Pa-tron und Anverwandten hierinnen findet. Es ist nicht wohl möglich, bei einersolchen Menge so genau zu bestimmen, welcher nach dem Urtheil eines ieden Le-sers