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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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7» - i l. Fortsezuug von r

nach kWy Haufe gerufen, welches er nachhcro alseine besondere Wohlthat GOtteS angesehen, indemer dadurch den Verführungen .entgangen, so balddarauf viele seiner Mitschüler betroffen, als l).Pfeiffer und mit ihm mehrere apostasirten. ZuHause stand er seinem Vater mit Predigen bey,führte 1692. seinen jüngern Bruder Ho. Lysiuni,nachmaligen Prediger zu Berlin nach Röniqs-berg, und gieng hierauf nach Coppenhagen. Äe-gen die Fastenzeit 169z. kam er nach Hause, und alser in der Stille GOtteS Wort unter herzlichem Ge-bete zu betrachten anficnz, gerieth er in die grösteAnfechtung und Zweifel, wegen der Wahrheit derChristlichen Religion und Göttlichkeit der heiligenSchrift. Und ob er gleich Grollt, Mornäi undanderer Schriften, so hieher gehören, mit Fleiffednrchlaß, wolte doch alles nichts verfangen, bisGOtt sich seiner erbarmcte und durch seinen Geist rnihm eine Ueberzeugung würkece, welche denn nach-mals eine grosse Liebe zu der heiligen Schrift bey ihmzu wege brachte. Als er am Feste der heiligenDrcyfaltigkeit predigen solte, fielen ihm die WorteHöh. lll-15. Es sey denn, daß jemand vonneuen geboren werde, rc. mit der Frage: Pber auch solches erfahren habe? so sehr in dasHerz, daß er der Unruhe nicht loß werden kontc.Er suchte Trost rn Büchern, und fand ihn nicht, undals er in der Meinung, er wäre jctzo nicht aufge-räumet, aus der Srudirstube seines Vaters gieng,fand er auf der Erden ein Buch ohne Titel liegen,(es waren aber Ho. Arnds Bücher vom wahrenChristenthums) welches er aufhub und darin zu le-sen anfieng, da er denn zu mehrerer Erkentniß vondem rechtschaffenen Wesen kam, sich entschloß nachHalle zugehen, (ob man ihn gleich seinem Vateradjungiren wolle,) auch solches 1694. bewerkstelligte,da er denn mit Gpeuern zu Berlin, und mitFranken und Breirhaupren zu Halle sich unter-redete.

Als man in Halle anfieng Zubereitungen zur In-auguration der Universität zu machen, rersete er mitLalkbernern, nachmaligen Inspector zu Mesc-berg, (nicht aber Nlerseburg, wie es unrecht in sei-nem Leben genennet wird) und Vinnciern nachma-ligen krof. I.ing. 6rre. zu Helmstädt, nach O.ued-linburg, Halberstadt, Braunschweig und andere Oer.tcr. Da denn inzwischen sein Vater starb, und dieGemeine ihn an dessen Stelle berufen wolte; dieBriefe aber ihn nirgends, wegen seiner Reisen, an-treffen tonten und daher die Stelle mit einem andernbesetzt wurde. Als er nachher 1695. nach Hausekam, muste er eine Reise nach Coppcnhagen thun, inwelcher Zeit seine Mutter starb, da er bey seiner Rük-kunft, seinen neun Geschwistern vorzustehen, ein pri-vat Leben erwehlte, sich 169s. zu Flcnsbnrg mir

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Gertrud paulseii verheyrathete. Anno 1697.reisete er in häußlichen Geschäften nach Dairzig,von da nach Schweden, und 169z. nach Drunrhemrin Norwegen.

Nach seiner Zurückkunft wurde er einstens vonseinem Beichtvater, nach der Beichte, mit Thränendes Gelübdes ferner Eltern, die ihn dem Predigt-amte gewiedmet, erinnert, als nun an demselben Ta-ge von Be.lin Anfrage kam, ob er sich nicht ent-schließen wolte, GOtt im Minlsterio zu dienen, soentschloß er sich 1721. dahin zu reisen, da ihm dennaufgetragen wurde, zu Eichstädr und Baun'.gar-ren bey Stendal die Probe zu predigen, auch zuwuskerhanjen eine Gastpredlgk zu halten, beydesaber gieng zurück, und es wurde ihm dre prof-stioUrcol Lxcr-orä. zu Königsberg und zugleich dieDirektion der unter dem Namen des Lollcgn kr.cie-rici-ni neuangelegten Königlichen Schule aufge-tragen. Er gieng also nach Halle, erlangte unterden, sel. Abt Breirhaupr 170:. den 4. Novemberdie Doktorwürde, trat sein Amt zu Aonigsbcrgan,inaugurirte die im Lollecho kriäcriciano erbauet«Schulkirche mit einer Predigt über Gen XXVlll.16-22. wo er nachgehend- beständig SonraaS ge-predigt! und catechisiret, und alles Widerspruchsund grossen Verfolgungen ungeachtet, »»ermüdetfortgefahren, nickt nur die Gebäude aufzuführenund zu erweitern, sondern auch vornemlich dieSchulanstaltcn so einzurichten, daß der Segen sichin dem ganzen Lande ausgebreitet hat. Besondershat er die göttliche Vorsorge im leiblichen rn derPest und harten Winter erfahren, daher er beyPsalm XXXI V. n. in ferne Bibel geschrieben: l'ro-lrsruin est in pestc ^nno >709. 1710. Im Jahre1710. wurde er an l). Gottfried LVcgners StelleProfest. fkeolog. Orstui-r. rerriuz, An. 171 e. Consi-storialrath und dritter Hofprcdlger bey der Resi-denzklrche, 1717. Inspector über die Schulen undKirchen in dem Lirrhauischen Distrikte des König-reichs Preussen, nachdem »hn der König in Preussenhakte predigen hören, von welcher Inspection dasäeminsrium k-iruanicuill äcustiuforum 7steoloß>Lzeuget, ingleichen ?raf. Hirol. lecunäu, an I). Chri-stian Walchers Stelle Im "tahr 171g. undferner gcrreth er in Streit mit dem Päbstrschen Exor-cisten Baron von Schenk, Canon»co zu Frauen,bürg, 1722. >724. und l-28-hat erdas Rectorat derKönigsbergiscken Universität und sonst zehnmal dasDecanat seiner Facultät verwaltet. Anno 172 t.wurde er an stak des l). Bernh. von Sande»! desjüngern, krof. Ureol primär, und 8cnior k^eulcalirauch Pastor bey der Sta-tkirche und )nsoectorbey derSchule im Löbenichr, und der König in Preussenadjungirte ihm sein Sohn l). Ho Heinr. Eysium.