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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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I. Fortsetzung von 17z i. bis »7;;.

- Bctiacktnng der Erscheinung ;u 'Zar^gcroda, 1710.

z völlige uöerzeugung der falschgerühinten Harzgero«dische» Vision, v)

4.) Unterricht vom rechten (gebrauche der ChristlichenFreyheit, und Fanatischen Mißbrauch«. 8.IOI!äNXL8 lOAOUlk.IVbTheol. I). und Pros. Primarius und Pastor an der Mari-

cnkirche zu Rostock, stirbt >7,r. den »7. Oktober imLite» Jahre.

Dieser durch viele Schriften und eifrige Lehrenhochbcrühmte GotteSgclehrte wurde zu Rostock deni >. August geboren, woselbst sein VaterHanß Ioa-chimNNidner,, wohlbesialter Probst des jungfräu-lichen Klosters zum heiligen Kreutzc gewesen, wel-chen er sehr zeitig verloren, an dessen Stelle, derihm im Amte folgende Stiefvater PricolausDckel,vor seine Erziehung mit seiner Mutter einen gcbor-nen ^cukranzin löblich gesorgct hat. Sein Groß.Vater Hanß Sebastian MciSner, war cinHappk-mann, sein älter Vater Haiiß Jacob weidircr,ein Amtmann, der wegen der Religion die Pfalzverlassen und ßch nach Sachsen gewendet hatte, undfein uralter Vater Hanß Meibner, Amtmann zuNeuburg, ein Sohn Sebastian weibirers, einesKaiserlichen Obristcn.

Er besuchte zuerst die Stadtschule in Rostock, wel-cher damals kl. Georg LTliehmk als Rector, und^l. Jacob Burgmaim als Conrector vorstunden.Nachhero bediente er sich in der Schule zu pavchimder Anführung IVasmurho, Sommerfelds undMohnii. Und endlich ward er auf das Gymna-sium zu Magdeburg geschickt, woselbst er den Rc-ctor Cuno und den Conrector Carruin hörete, undwegen seiner Geschicklichkeit in solchem Credit war,daß ihm ein vornehmer Mann seine Kinder zur Auf-sicht und ttnterrichtung anverrranete, und der Bür-germeister N^eukranz, seiner Mutter Bruder, allenPorschub that. Von da gieng er nach Jena, Leip-zig, Erfurt, Winenberg und Frankfurt, dieseUniversitäten nur zu besehen, und zuletzt nach Lü-beck, wo damals Enoch Suanre Rector war, dener eine Zeitlang hörete.

Im Jahre 1689. kam er wieder nach Rostock undtrat die akademischen Studien an, dabey er son-derlich des Unterrichts v. Justi Christoph Sck)d-„reri, O. Andr. Daniels Habichorsts und Si-mon Hennings genoß, davon der letzte ihn m derWeltiverßheit, die übrigen vornemlich indcrGotteS-gelehrsamkcit unterrichteten. Nach dreyen Jahrenwurde er genöthiget eine Erudition auf dem Landeanzunehmen, welcher er 4. Jahre mit besondern,Fleiss« vorstünde und hernach das Glück erlebte, daßseine beyden Untergebene, die zwey berühmten Bru-der Engelken, ansehnliche GotteSgelehrtcn wurden,

») Eiche den U. Th- p. «10;.

indem der älteste davon O. Heinrich AscaniusEnge'ken, dessen wir im folgenden mit niehrcrngedenken wollen, Theolog. Pros. und nachher Su-perintendent zu Parchim, der andere v. HermannChristoph Lugelkeu, Theol. Pros. zu Rostock ge-worden ist.

Im Jahre 169^. gieng unser weidner wiedernach seiner Geburtsstadt, und als er so gleich unterdem Dccanat Johann Gorrlicb Möllers dieMagisterwürde angenommen, ßcng er an Kollegia?bckolopbiea, IIum Iccica und ll üoriae LeclLlialii-cae zu lesen, hielte auch als ?r.,clc, 1697. eine Dill'.<le karo non fanm, und unter dem Vorsitze l). Ha«bichorsts verschiedene Theologische. Im Jahre1699. wurde er zweymal bey Landpfarrcn, und zwey-mal zu Rcstock zum Predigtamte aufgestellet, undendlich das feinest zum Diacono an der St. Ma-rienkirche erwehlct, dabey er sich sehr treu nirdeasrigbezeugte und zuerst den Gebrauch des Nachschlagen»der Bibel im Predigten cinführetc, daß zu seinenPredigten e,n grosser Zulauf war, doch laß er auchzugleich fleißig Eollegia. .hierauf erhielt er 1706.nach abgelegter Inaugaraläilputtnon unter O. Gru-ncbergen, cie cliuina 8. ^liniilerii incer Oeeenlerconllikucioue ex 1°,!. I. die Doktorwürde in derGottcögclkhrsamkcit, wurde »715. Pastor zu Sr.Marien, 17 i6. Theol. Prcf. Ordin. an Cuüstor-pii Stelle, welche er mit einer Rede, cle borrcnltLkanakicilmi 6»n§r2cn.i antrat, und 1727. des Mi-nisicril Direcror, nach Rrakewizens Abzug 1721.Senior der Theologischen Facultät, verwalkte zwey-mal das Recke,at der Universität, auch seine Aemtermit solchem Fleiße, daß er, ohngeachtel er zuweilen,scnderlich in den Ostcrfeycrtagcn, in 14. Tagen acht-mal predigen muste, dennoch keinen andern vor ßchpredigen ließ, und in den vilssue. wider den P. Re-gent des Mitwochs von der Kanzel auf dem Theo-logischen Cathcder stieg, und disputirte, schlug auch,aus Liebe zu seiner Gemeine, viel ansehnliche Ehren-stellen aus, die ihm anderwcrtS angetragen wurden.

Er verheyrathete sich mit einer Schwester derbeyden obgcdachten Engclken, aus welcher Ehe nurein Sohn, Heinrich "Johann Peter MeibnerI. V. O. und Ädvocat ihn überlebet hat. Er warzwar sonst von gesunder Leibcsbcschaffenhcir, die letztendrey vertheil Jahre nahm er an Leibes und Gc-müthskräfcen sehr ab, wwwol er ßch dadurch vonseinen AmtSgcschäflen nicht abhalten ließ. Am i jj-TrinitatiS 17^2. hielt er noch die Hauptpredigt, undden Montag drauf administrirte er das heil. Abend-mal in der Kirche, ward aber so hart daraus miteinem h'-'gen Gallenßebcr befallen, wozu sich einblutiger Auswurf gcsellete, daß er am Frcytage den17. Oktober sauft und selig seinen Geist aufgab, nach-dem