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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. Fortsetzung von 17g:. bis 17z:.

wurde sofort dem geistlichen Stunde gewiedmer, daßer schon 1675. die Münchskleidung in dem Vene»dictinerorden anzog.

NachgchendS wurde er Prior und VicariuS Ge-ncralis, der Diöces Monte Caßino, dankte aber1708. ab, und erwehlcte, ungeachtet der ihm bevor-stehenden noch weit grossen» Ehrenämtern, die Ruheund das Studiren in dem berühmten BenediktinerKloster Msncc (Laßmo. Er hat zwar keine andereSchrift, als dieses Klosters Historie herausgegeben,hat steh aber damit einen grossen Ruhm erworben.Er »var sonst in seinem Leben übcral im Rufe undHochachtung, so daß ihm nicht nur der Abt 'Hacehii,sein Buch ile online tucrarcliiae cceleliasticae, undClampinl eines seiner Werke zugeschrieben, sondernauch die berühmtesten Männer dieser Zeit, LN.'.bil-lo„, Rltt„arr,Fottraiuitt, der Cardinal O.ucriiitund andere, seiner in ihren Schriften höchstrühm-l:ch gedacht haben, wie ihm denn auch der Cardinald'AItttvre einen sehr höflichen Brief zugeschrieben,der dem Buche des LNabütsils ste liacliiL blona-clwrum vorgedruckt ist.

Er verknüpfte mit scmer grossen Gelehrsamkeiteine ungcmeine Gottesfurcht und guten Lebenswan-del, wodurch er die Bewunderung aller Gelehrtenund rechtschaffenen Leute auf sich gezogen, und nachseinem Tode von allen bedauret, auch mit einen;prächtigen Leichenbegängnisse und Leichenrede zu^ 7 onre Caßino beehret wurde.

Er starb endlich »754. den i. May zu LNonreCaßino, als Obcraufscher des Archivs daselbst, im72ten Jahre seines Alters, e) Das gedachte Werkaber, welches ihm so viel Ruhm gebracht hat, führetfolgende Aufschrift:

») ItilloriL k^altinenli^ per laeculorum leriem

äll>ribur2 , goäin Lc labore I). I^rakmi (iirrnlr, L2>era-ni, k^arrbrei leiuorum I)ei k l^Mneri-

tiz -Vrcliiui cusloäi;. par; I- II. Venr. » 7 ZZ. toi.

dazu gehören.

r) IliÜnriim Catlinenb; ^ccellione;, 8ec.

k2r<> I. Le II. ib'lä. 17,4. fol. f)

>10IkVAL§

Ein Zranzälschcr Abt stirbt 17; 4. den 26. April im sätenJahre.

Er ward in der Grafschaft saures zu sZiriac1648. den zo. August geboren, und brachte 16. bis» 7 - Jahre unter den Jesuiten zu.

Sein Verstand, seine Liebe zur Mathcmatick unddei» schönen Wissenschaften, und sein angenehmesWesen machten ihn bey sederman beliebt. Derpaudies, Rapin undBouhonrs waren seine vcr-

e) /^Aa ttMarico LecleUatliL» erster Band p. Z99. Nie«dersächsische Nachrichten 17;;-p-ZOl.

f) XAr Lruäiror. ^prit. i/zz. num. I.r, Gel. LeipzigerZeitung l7Zg. p. S09.

trautestenFreunde. Er war ein Schüler des letzten»,und trug von diesen, grossen Kenner der Schönheitenseiner Muttersprache,das Lob eines reinen, ungezwun-genen und angenehmen Fränkischen Scribenten da-von. Er zeigte seine Einsicht darin in einem eignenBuche, welches er rcstexion, kur l'cle^znce Lc la cielica-k:1lc(lu üilc nenncte. Seine grosse Liebe zu der neuenPhilosophie, die er öffentlich blicken ließ, war dieHauptursache, warum er von den Jesuiten abgicng, dadie Verachtung der alten Philosophie, in den Augendieser Herren ein grosser Fehler zu seyn schien, beydem allen aber liebte der Abt die Geselschaft derJesuiten und behielt dar», grosse Freunde.

Sein untadelhaftcr Wandel, seine reine Frömmig-keit, und der mit Rechte erworbene Ruhm, den erdurch seine Schriften erlanget, mache» dem Ordennicht geringe Ehre, der ihn gezogen hat Er pre-digte mit grossem Beyfall:, und weil er theils auseigener Neigung, theils aus Nothwendigkeit zurVerfertigung vieler geistlichen, moralischen und histo-rischen Bücher getrieben ward, so gab er fast so vielSchriften heraus, als er Aahre alt worden ist. Erfand sein Vergnüge» nur in einem kurz abgeschnitte-nem Umgänge mit wenigen Freunden, und war alsein Philosoph ohne Pralercy, mit wenigem zufrieden,also wendete er keine «Zeit zur Sorge vor sein Glückeund Vermögen an, und behielt gnung übrig, seineWerke auszuarbeiten. An einigen derselbigen merketman doch die Eilfertigkeit, womit ihn die unzeitigeLiebe seiner Verleger belästiget hat, allein seine Ehrewar auf diese nicht gebauet. Seine Gedanken vondem, was im Umgänge gefällig und angenehm seynkan, sahe er als einen Zeitvertreib in seiner Jugendan, und doch hat man sie fast in alle EuropäischeSprachen übersetzet.

Die klebe,setz»»,g der Kirchenvater war seine an-genehmste Arbeit, davon mehr als go. Bände in 8.herausgekommen sind, welche doch die Buchhändlerden Seribcnten aus dem j?orr Boyal zueigneten,und die gcwis viel getreuer, reiner und eben so zier-lich sind, als was aus jener Federn geflossen ist.Man hat auch durch den ersten Band seiner luck üevnivcrldle ckc; Vozager, ein grosses Verlangen nachden übrigen bekommen. klcbrigenS war er aufrichtig,fromm, angenehm im Umgänge, ein Feind von derSatyrc, und schien ohne Asscct:» geboren zu seyn.sEr suchte nicht das Glucke, verdiente aber, daß dasGlücke ihn gesucht hätte, lebte von dem, was ihmseine Arbeit einbrachte, gab vieles den Armen, undstarb selber arm, ohngeachtet ihm die FranzöischeGeistlichkeit wegen seiner vielen Verdienste 1724.gewisse Iahrgclder aus eigner Bewegung aus-machte, x)

g) Leipziger gelehrte Zeitungen >7»4. p ;§6.