I.Fortsetzung von 17z: bis 17)5.
seinem Amte suspendiret. Weil die Sache noch indie vorigen Seiten gehöret, habe ich solche nur kürz-lich hier berühren wollen, b)
Eine grössere Streitigkeit wurde erreget, als HerrPaul tn«rey, Eatechet im Haag, 1729. einen klei-nen Tractat anS Licht stellete, unter dem Titel: l.er-rre cl'un Theologien s vn surre Hieologien, iur lemystcre 6e Is Trinire, ohne Meldung des Verfassersund des Ortes, darin er alle andere Meinungen vonder heiligen Dreyfaltigkeit, und auch die ChristlicheLehre davon, verwerfen, und an deren Stak behau-pten walte, daß der Vater allein GOtt sey, dahin-gegen der Sohn und der heilige Geist eigentlich end-liche Wesen, und dadurch nicht nur von dem Vaterund unter sich selbst persönlich unterschieden, sondernauch dem Vater in Absicht des Ursprungs und derSendung darum nachgesetzt waren. Dieweil aberder Vater seine göttliche Natur mit der endlichenNatur des Sohnes und des Geistes auf die allerge-naueste Weise, so wie es in der Menschwerdung Chri-sti geschehen, vereiniget habe, so mästen diese letz-tern auch billig vor göttliche Personen eines Wesensgehalten werden, dabey er eine ewige Schöpfung die-ser Personen behaupten wolte, und auf diese Weisemeinte er einen begreiflichen Grund von der heilt-gen Dreyfaltigkeit, in der Menschwerdung Christi,gefunden zu haben, darüber er, nachdem er in Lei-den Magister worden, und erstlich bey der Wattomsche Kirche in Momfort als Prediger gestanden,hernach als Eatechet nach den Haag berufen, zweyganzer Jahre nachgedacht, ehe er damit zum Vor-scheine gekommen war, in der Absicht alle dagegeneingebrachte Zweifel zu widerlegen, und seine Gründemit neuen zu unterstützen.
Er hatte wegen seines SvstematiS verschiedeneUnterredung, inS besondere mit vier gleichfals an derWallonischen Kirche im Haag stehenden Predigernund berühmten Gelehrten, Armand de la -l hapelle,Theod. Huerius, Lhai-ms, und Lhion, die allesanwendeten, um ihn auf andere Gedanken zu drin-gen, worin es ihnen aber nicht gelingen wolte. DerAuctor wendete sich demnach blos an den Herrn 6.!-> cbapelle, welchem er doch nachgehends die Schuldalles «hm zugestosencn Unheils bcygemessen, Massendieser solche neue Lehre vor ganz falsch und irrig er-kläret, und das Buch zu unterdrücken anrieth. Alssich der Verfasser hierzu nicht entschliefen wolle, enrstunde daraus ein Briefwechsel, welcher unter denTitel: Lntrcrion psr lctkrc;, cnrre ksr.^. /a2c le 8r. iur Ie fujer äs !a leckre ci'un 7 lic
vlogicn 2 vn surre Ureologien für Ic m/ltcre, cle l.
b) Ecl- L. Zeitung ,727. 9.49«. Fortgesetzte Samlung
-7^. 9. i6,. ,719. 9. ioz8-
Trinirö > 7 Z 0 . an das Licht trat, c) worin der ersterenicht so wol das ganze Systema widerlegte, als viel-mehr zeigte, daß dadurch das ganze Geheimniß vonder heiligen Dreyfaltigkeit keincswegcs erläutert,sondern gänzlich aufgehoben würde. Ferner schriebHerr «ie Is Lbspellc wider ihn: ldrllexion, en formecle leckre, au lujer ci'vn fylicmc prckemlu nouvcau,für Ie mystcre cle Is Dinikö, ci) worin er seine Mei-nung von besagten Systemarc weitläuftiger und mitziemlich harten Ausdrückungen sagte, da sich dennverschiedene fanden, welchen des cle la Orapclle Der-fahren mißfiel, und unter andern kam dcrfals andas Licht: Lstay für 1 a maniere cle rraiccr Is concro-vcrle, en forme cle l.eccre, sstäralfee a blr. cle IsLlispelle, Utrecht 17^0. da man diesem Schuld gab,daß er ein Ketzermacher wäre. Hierauf folgte voneben diesem Verfasser: 8uice «le l'^stsy iur is man c.rc cle krairer la concroverfe, wiewol solches erst nachdem Campenschen Lvnoclo herauskam, darin cle IsLbapelie hart angegriffen wurde, zumal weil manihm in den gedachten 8yno,1o Veyfal gegeben harte.
Bisher war die Sache noch immer in Schriftengetrieben worden, nun aber wurde im Namen seinerübrigen Collegen Chaizius zu Paul Mary geschickt,um ihn zu befragen, ob er der Verfasser des Syste-matis wäre, oder dcsselbigen Lehren nur anhienge?Er antwortete dagegen, daß ihm diese Frageverdächtig vorkäme, »nassen die Fragenden nicht vazuberechtiget waren, indessen stimme er dem 8)istem,l»bey, bis er eines bessern belehret würde, da er denn sogleich widerrufen wolte. Ldaizius versicherte ihn,daß diese Antwort seinen Collegen nicht angenehmseyn würde, und rieth ihm, er'möchte doch den Kir»chenfriedcn nicht brechen, und der öffentlichen Ruhr^ Eintrag thun, richtete aber damit nichts aus. Siethaten ihm also insgesamt nochmalige Vorstellung,aber auch vergebens, wiewol sie gleichwol auch keinewichtige Gründe gegen ihn vorbrachten, und alle Di-sputation mit ihm vermieden, auch nicht einmal seinGlaubcnSbekentniß anhören wölken. Es wurde alsounter ihnen beschlossen, ihn vor Gericht zu federn,Naty sahe dabey viele Gefahr vor sich voraus, da-hero er seiner vermuthlichen Richter Gewalt sich zuentziehen bedacht war, weswegen er erstlich um E»lafsung von seinem Catechetenamte am 9. Oktober>729. bey seinen Obern anhielt, wovon er auch sei-nen Collegen in einem an den Herrn Lhion abge«
lasse.
c) Niedersschsifche Nachrichten ,7,5.9.470. Fortgesetzt«Samlung 17 4 p- 7>-z. Gel. Leipziger Zeitung Beyträge,erster Band, 44«, 195.
6) Niedersächsische Nachrichten l. c. Ecl. keivz Leitung' 7 ) 5 - k- Beyträge, erster Band 9. zro ^