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ll. Fortsetzung von 17)6. bis 1740.
Pastoralinstrnction herauö, darin er die Hoheit desPabsts dergestalt erhub, und von Appellanten so nach-theilig sprach, daß diese vor gut befunden, sich vonneuen zusammen zu verbinden, und bey ihrer Appel-lation fest zu halten. Die von dem König aber des
Er war aus einem alten Genuesischen Geschlechte,und hatte einen Vetter, der zu Pabsts Alexander'Vll. Zeiten, Cardinal und Gouverneur zu Romwar. Dieser brachte ihn zuerst nach Rom, alwoer sich durch seine Gelehrsamkeit den Weg zu ver.
halben angeordnete Commißion, fertigte ein sehr ge- schiedenen Ehrenämtern bahnete. Die Cardinals-neigteö Decrct vor ihn aus, welches dem Parla-'würde erhielt er Anno 1690. und wurde in den
ment so wenig anstund, daß es sich dasselbe zu be-stätigen beständig weigerte. Ein Jahr darnach,ward er zum Commandeur des Ordens voin heili-gen Geist ernennet, und muste bald darauf zum an-dern male nach Rom ins Conclave gehen. DieWahl traf den Cardinal Orftttl, der den NahmenBencdlcrus Xlll. bekam. Mit diesem Pabst warer schlecht zufrieden, weil er den Appellanten nichtso, w»e er es vor gut befand, zu Leibe ging. ImJahr 1726. bekamen die Kirchenangelegenheiten inFrankreich eine ganz andere Gestalt. Der bisheri-ge Bischofs zu Fcesus und Königliche PräceptorHerr Fleuvy wurde zum Premierminister vom Kö-nig, und vom Pabst zum Cardinal gemacht. DieConstitutionisten huben das Haupt empor, unddie Appellanten wurden gedruckt. Kaum war17 ZO. die Wahl Pabst Clenreutts Xll. vor-ibey, bey welcher unser Cardial zum drittenmal imConclave gewesen war, so bewies dieser nach seinerZurückkunft seinen Eyffer vor die Rechte des Pabstsund vor die Constitunon aufs neue. Doch es warnoch nicht Zeit, die Saiten so hoch zu spannen;Er bekam vielmehr i?Zi. Befehl, sich auf zo.Meilen weit von Paris zu entfernen,, wurde aberbald wieder zurück berufsen. Seine Hitze lies nochnicht nach, ohngeachtet er so oft auf die Finger ge-klopfet war. Er gab 17Z2. in seiner Diöces.einneues Mandement herauö, von 140. Seiten inFolio, welches im Reiche ein solches Aufsehen mach-te, daß der Hof solches zu unterdrücken bewogenwurde. Als der König Sramslaus 17z z. in-rognito durch Teutschland nach Pohlen reisen, undder Königswahl daselbst in Person beywohnen wol-le, so fand er sich auf dem Schlosse des Cardinalszu Berny ein, wo er mit dem Ritter von Thran-«es die Kleider verwechselte. In der folgenden
Zeit ist der Cardinal Blss? gleichsam tob gewesen.Sein zunehmendes Alter und Leibesschwachheit, ha-ben ihn vermuthlich von den öffentlichen Geschaff-ten abgezogen. Er starb den 26. Iulii 1757« frühum 8- Uhr zu Paris, nachdem ,hn den 2oten vor-her ein starker Schlagfluß betroffen. Er setzte seinen Bruder den General Lieutenant Marquis vonNlfs? zum Erben aller seiner Verlassenschaft ein g)I 08 Lr»V 8 Hck?LKIAI.IL
Ein Cardinal, gebohren ,651. starb 1757.
"Uneälosischer Archwariuö x-g. 525.
folgenden Zeiten zu wichtigen Congregationen gezo-gen. Er sanilete sich eine schöne Bibliothek, undmachte sich überhaupt um die Wissenschaften sehrverdient. Er siifftetc Anno 172z. die Akademiede Ptzzardani, ,n welcker die Jugend in den Kir-chenrechten und Gebräuchen unterrichtet wird.UebrigcnS war er ein heimlicher Anhänger des Hau-ses Oesterreich, und hatte die Ehre, König CarlM. als neuerwehlten Kaysir bey seiner Rückkunftaus Spanien als Päbstlicher Legat a latere in May.land zu bewillkommen, wodurch er sich aber bey derSpanischen Parthey so verhast machte, daß manihm bey allen Pabstwahlen, ob er gleich einer vonden würdigsten Cardmälcn war, hinderlich war.Man gab ihm das Zeugniß eines gelehrten, undin StaatS-und Kirchensachen , sehr erfahrnen Man-nes, dessen Aufführung nichts sträfliches an sich hat-te. Er harte daher unter den Cardinälen selbst sehrviele Freunde, und die Päbste gaben durch die wich,tigen Aemter, welche sie ihm anverkraueten, mehrals auf eine Art zu erkennen, wie hoch sie ihn hiel-ten. Er starb endlich den i zten Ja», in der Nachtim 86ten Jahr seines Alters, und im 47len seinerCardinalswürde. Die Gelehrten vcrlohren an ihmeinen grossen Patron, und die Armen, welche erbey seinen reichen Einkünften »»gemein versorgte,büsseten ihn eben so ungern ein. r) Seine treflicheBibliothec ist schon längst durch den Catalogum be-tank, den er davon heraus geben lassen, unter demTitul: 4/,, Lskalvgu;
8 eculu!um auÄorum coxnomina oräine slpbabecicoäilpoluui, vna cum slcero Lacalogo scienriarum ek»rlium, /kam. /-/. Der Verfertiget des Cata-logi, war der berühmt« Prälat, Iuftus Honkanr-mrs, welcher das Jahr vorher den Weg altes Flei-sches gegangen, und durch seine Gelehrsamkeit seiaAndenken verewiget hat.») Durch ein Testamenthat er diese Bibliothek zu einer öffentlichen Römi-schen Bibliothek gemacht. Sie wird in einem Pal-las! aufgestelt, der vor des Cardinals hinterlassenenHauSrath und Silberwerk hat sollen erkauft werden.Ein Prälat wird allezeit dieses Haus bewohnen,und zugleich die Aufsicht über diesen kostbaren Bü-cherschatz haben.
r) lüüari«, eccleürtHc, l'on». U. p. IZ 9 . -Genes»log. ArcbivariuS >?Z7- l" 45-r) Archwarius »?;6. p. -8r.