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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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kk. Cap'vön ben Romischeakhol. Lehrern.

Ai.r^kvs eii>lkvx608Ein Cardinal, gebühren »azp. starb 17Z9.

Er stammele aus einem edelen Spanischen Ge-schlechte in Asturien her, und legte den Grund in dengelehrten Wissenschaften bey den Jesuiten, zu denener gar zeitig in die Schule geschicket wurde. Ertrat hernach würklich in ihre Gesellschaft, und wurdebald zu einen» öffentlichen Lehrer erstlich zu Lompo-stell, hernach aber zu Galamanca bestellet. Hierlehrete er die Gottesgelahrheit und Rede-kunst mit vielen Beyfall, bezeugte aber schlechte Lust,lange in dem Schulstaube zu bleiben. Es glückteihm auch, daß er bey dem reichen Grafen MalgarAdmiranten von Lastilren, welcher damahls amSpanischen Hofe gar viel gölte, die Stelle einesBeichtvaters erhielt» Bey diesem Principal wurdeer bald Liebling, und bekam Gelegenheit, sich nichtnur in die Angelegenheiten seines Hauffs, sondernauch des Reichs zu mischen. War sein Herr gut Oe-sterreichisch gesinnek, so war es der p. Linfuegosdesto mehr. Als aber die Französische Parthey durchdas Testament des Eardinals po.rscarero die O-berhand bekam, und Philippus von Anjou, Königward, wurde der Graf Melgau seiner Bedienungals Oberstallmeister entlassen, und solte als Gesandternach Franckreich geschickt werden. Allein der Graf,welcher sich bey solcher Entfernung vom Hofe nichtviel Gutes versprach, flüchtete mit seinem Beicht-vater nach Porrygal, und dieser muste die Feder, zuVertheidigung seines Herrn an den König führen.Er war Beichtvater, heimlicher Rath und Secreta-rius zugleich, und diente dem Hause Oesterreich aufdas beste. Als der Erzherzog und neue KönigLarl zu Lissabon ankam, so wurde der Graf Mel-gar so gleich unter die vertrautesten Minister des-selben aufgenommen, Er verlies aber diese Dienstegar bald, und starb 1705. in Portugal. P. Linefucgos hatte hierdurch zwar seinen Patron, aberkeincswegeü die Hofnung Verkehren, an den Höfen zuLissabon und Barcelona, sein Glück zu machen, Kö-nig Lar! lll, wüste seine Angelegenheiten an Portu-giesischen Hofe, niemand besser als ihm anzuvertrauen,daher er ihm zum Residenten in Lissabon ernantc.In diesem Character stund er bis 1714. in welchemJahre er von dein neue,» Kayser Carl in gewissen An-gelegenheiten nach Engelland geschickt wurde. Hierbeging er in der Kirche zu West-Münster einen Kir-chcnraub, indem er heimlich mit einem Schlüssel einStück von dem Steine abschlug, auf welchen der Erz-vater Jacob, als er im Traum die Himmelsleiter ge-sehen, mit dem Haupte gelegen haben soll. Als ernach Wien zurück kam, genoß er so wol vom Kayserals der Königin in Portugal eine jährliche Pension.

Die sonderbare Erfahrung in den Angelegenheitendes Staats, brachten ihm den Zutritt in den vor-nehmsten Häusern, und bey dem Käyser selbst zu We-ge. Dieser rccommendirte ihn oft bey dem Pabstaufs beste, und das mit solchem Nachdruck, daß derPabst, ohngeachtet ee lange Bedenken trug, das hei-lige Eollegium mit einem Jesuiten zu vermehren, sichdennoch endlich bewegen lies, ihm die Cardinalswür-de Anno 1720. zu ertheilen. So bald er aus einemOrdenomanne einer der großen Prälaten geworden,so fing er auch an, seinem neuen Stande gemäs zu le-ben. Der Kayser grif ihm mit Geld unter die Ar-me, erneute ihn zum Bischof von Cataura in Sici-licn, und machte ihn so gar zum würklichen geheime«Rath. Er wohnte darauf zum erstenmale 1721. zuRom dem Conclave bey, und wnrde 1722. zum or-dentlichen Käyffrlichen Minister in Rom ernennet.In dieser Qvalität ist er beständig, bis auf eine kurzeZeckvor seinem Ende, daselbstverblicben, und hat dieKäyffrlichen Geschäfte mit grosser Geschicklichkeit undvwlem Ruhm besorget. Er war überhaupt einer vonden Prälaten, welche die Kunst, Klugheit und Listunter einander zu Beförderung ihrer Absichten zurechter Zeit zu gebrauchen, vollkommen gelcrnct ha-ben. Bey der Wahl Llemenris XII. that er nacheitrigen Nachrichten das meiste, und hatte bey dessenRegierung auch die Portugiesischen Angelegenheitendann und »rann zu besorgen. In den Streitigkeitendes Kayffrs mit dem Römischen Stuhl kam er ziem-lich ins Gedränge; denn der neue König von beyderSicilicu behielt ihn» die reichen Einkünfte des Erz-blßthums Monreale zurück, die er als Erzbischofbisher abwesend genossen hatte. Um ihn dafür schad-los zu halten, ließ ihn der Kayser voin Jahr 1735.an die Einkünfte des Bißthums von Fünfkl'rchenin Ungarn genicscn. Endlich legte er in eben diesemJahre die Bedienung eines Käyffrlichen Ministersnieder, in dcrHofnung, die Einkünfte seines Erzbiß-thumö desto eher wieder zu erhalten. Allein er be-trog sich, und wurde von einer Zeit zu der andern ab-gewiesen. Dieses zog er sich dergestalt zu Gemüthe,daß er im December 1757. sich aller ffjner geistlichenGewalt bedicnete, und wider den Staatssecretariunrdes Königs beyder Sicilieuffwol, als auch alle die,jenigen, denen er die Schuld bxymaß, daß ihm dieEinkünfte aus seinem Erzbißthum so lange vorent-halten würden, Ercommunieations.Patente zu Romöffentlich anschlagen lies. So grosses Aufsehendiese Freyheit anfangs machte, so glücklich wurde ernoch mit dem Neapolitanischen Hofe wieder ausge,söhnet, .nachdem er sich erkläret, das ErzbißthumNeorireäle gegen Vorbehaltung einer jährlichenPenßou von 2ooOo.Scudi an den Cardinal Aqua-Qq 2 viva