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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. Cap. von den Reformirtcn Lehrern.

Z29

dem Hessenrheinfels,scheu gebürtig, und war vorherInspector der sämtlichen Tische im Hällischen Way-senhause. Zu Ende des 172z. Jahres empfand ereinen starken Trieb nach Ostindien zu gehen, undweil dieser nach der Zeit immer stärker wurde, soentschloß er sich unter herzlichem Gebet, die Gele-genheit anzunehmen, da die Gesellschaft äe prom»-vcnäa Lftrilki cognirione dem Herrn Schulzen ei»nen Gehülfen geben , und darzu einen Eandidatenvon Halle erwarten wolte. Der Schluß war bin-nen 24. Stunden gefast, und er begab sich alsobaldden ,2. Jan. i/zo. mit zwey dänischen Mißiona-rien nach Engelland auf den Weg, und kam denL>. glücklich in Londen an. Hier wurde er in derHofcapelle ordiniret, und von dem Ertzbischof vonCanterdury, Herrn William wackcn gar liebreichaufgenommen. Darauf reisete er den 21. Febr.aus Engelland ab, und sahe den ,2. Iulii zum er-sten male das feste Land von Indien, wo das SchiffAbends gegen 6 Uhr vor Madras Ancker warff.Das erste, was er lernen muste, war die portugi.stsche Sprache, in welcher er schon den r. Octoberpredigen konte; darauf lernete er das Malabarischeund bewiest sich beständig als einen treuen Kchülffenseines altern Eollegen. Im Jahr >7gz. half er denHerrn Aarou zu Tranquebar mit ordiniren, undsehte nach seiner Rückkunft seine ordentliche Arbeitan der Gemeinde und Schule mit predigen, catechistren und Kranken besuchen fleißig fort. Als erzuletzt i7Z7- in E'udulur, auf Verlangen der So-cietät in Engelland eine Mißion anlegen solle, soüberstel ihn das folgende Jahr eine so gefährlicheKrankheit, daß er, ehe man stchs vermuthete, nachausgestandener heftigen Hitze und vielen Eonvulsionen, den Geist in die Hände seines Erlösers gab.«)Er hat folgende Schriften aufgesetzet:i. Ein vocadulrrium lulirLnico-Irnmiiri.r. Ein k-exicon rrmulico >2ttnam.

Eine Geographie in malabaristber Sprache.

4. Einen Aussatz von der Göttlichkeit der Heil. Schrift.?. Eine harmonische Tabelle über die 4 Evangelisten6, Eine Sammlung von der Religion nnd den Gebräu-chen der Indianer.

VI.

Was sind vor Rejormitte Lehrer zu merken?ixcoiz »on

Geb. den i. Dec. >«;». starb als Pros. Theologia zuZürch, den »8- Dec. 17;;.

Der berühmte Johann Hlin.ict) Hottiirgec,dessen ehedem in dieser Kirchenhistorie Meldunggeschehen, war sein Vater, p) als dieser auf einige

Jahre nach Heidelberg ging, folgte ihm der Sohnund machte daselbst den Anfang etwas zu lernen.In den 9. Jahr seines Alters kam er wieder mitseinem Vater nach Zürch zurück, und besuchte diedasige Schule. Nachdem er in den r;. Jahr derVorsorge seines Vaters beraubet war, sahe er sichgenöthigct, selber auf sein bestes zu denken. Seinschwaches Gedächtniß verbesserte er durch sehr sieisi-ge Uebung, und lernete zu dem Ende den OXlX.Psalm, wie auch die Briefe Pauli an die Römerund Galater, in den morgenländischcn Sprachenauswendig. Er verlies die Schule, nachdem erunter Helddeggcrn eine Disputation vertheidigethatte, und girzg 1672 nach Basel, drey Jahr aberhernach nach Genf, wo er Turrermum und pic-cerum hörete. Nach seiner Zurückkunft in seinePaters Stadt, übte er sich rm predigen, und wur-de zum Pfarrer zu drallikou ohnweit Zürch be-stellet. Sechs Jahr darauf wurde er Diaconus zuZürch, und nach Heiddeggers Tode 1698- Pro-fessor der Gottesgelahrheit. Dieser Stelle stunder Z7. Jahr mit aller Sorgfalt vor. In seinenVorlesungen war er unermüdet, und erschien oftauf dem Eatheder. Er vertheidigte seinen Vaternicht nur wider verschiedene Gegner, so dessen Schriftcen angegriffen hatten, sondern suchte auch mancher-ley Unordnungen und Irrthümern vorzubeugen,welche sich unter dem Nahmen des Pietismi in dasi-gen Gegenden einschleichen wolten. Als Anno 1720.die Vorschläge der Vereinigung zwischen der Evan-gelisch lutherischen und Reformirtcn Kirche auf demTapete waren, schrieb er verschiedenes in dieser Sa-che, darinn er die Einigkeit zwar stark anrathen,aber von den Lehrsätzen der Reformirten Kirchen,nichts vergeben wolte. Seine grosse Wissenschaft,insonderheit so viel die Sprachen und Kirchenhi-storie betrift, liegt in seinen Schriften am Tage.In seinen Sitterswar er gelinde, sanftmüthig, will-fährig und angenehm. Er war eiffrig in Besuchungdes öffentlichen GOttesdienstes, und Beobachtungder christlichen Pflichten, worzu er andere anführete.In seinem Hause bediente er sich einer schlechten un-mäßigen, aber reinlichen Lebensart; und dieses trugKel bey, daß er bis zu seinem hohen 'Alter einerguten und dauerhaften Gesundheit genoß. Er starbmehr au der Last des Alters, als an einer grossenKrankheit, als er eben das 8z- Jahr überlebet hat-te g). Ausser.70. Disputationen sind von ihm fol-gende Schriften zu merken:

! ». Di-

v) bist. ecclet'. 1°om. Vl. p. 9?s. —————————

?) Siehe diese Kirchenhistorie ll. Theil See. XVIl. g) luü. eccl. Tom. tl. l> 24«.

Hl. Theil. T t