Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

I. Cap. IH. Abth. von der Lehre.

Sachen stehn in China auf einem sehr schlechtenFusse, und da man dieses sonst als eine Haupt-Mss-sion zu betrachten hatte, so höret man ietzo eben nichtmehr von dem Fortgang des Evangelii daselbst, alsvon andern Königreichen des grossen WelttheilsAsiens. Dieses ist die Ursache, warum wir bey die-sem Geschäfte vor diesesmal lieber auf die grossenTheile der Welt, darinne sie die christliche Lehre ver-kündigen, als auf die besondere Mißionen in diesemoder jenem sehen. Es wird sich besser erzehlen las-sen, wenn wir merken

1. Auf die Mlßioneil r'n Asia.

2. Auf die Mißloileii in Africt7.

z. Auf d-e Mißionen in West-Indien -derAmcrrca.

X.

Was ist von den 'Mißionen der Catholi-schon in Asten zu merken?

In diesen weitläufigen Ländern und besonders indem sehr einträglichen Ost-Indien haben sich die Mis-stonarien hier und da ausgebreitet, und ihren Erzeh-lungen nach grosse Gemeinen des HERRN gemacht;davon wir das vornehmste, so bishcro bckant worden,gedenken wollen.

5 ^

Vermuthen den 6. Fcbr. wieder zurücke.

Dieses war nicht von ohngefchr geschehen. Einelender Mandarin hatte seine Schwester, die eineChristin war, zu einem heydnischen Frcuden-undEhrentage eingeladen, welches diese aber abgeschla-gen hatte. Er ward dadurch so erbittert, daß erden Kayser eine Klage wider die Christen übergab,darinne er sie allerley erdichteter Dinge beschuldigte,und daneben Vorschläge that, wie der einreihendenneuen Religion könne gestcuret werden. Der Kay-ser befahl alsobald, daß man diejenigen von den ge-bohrncn Chinesern, welche Christen geworden, ge-nau cpaminircn, und sie anhalten solte, ihre Reli-gion abzuschwören. Im Fall der Verweigerungsollen sie scharf bestraffct werden. Die Europäeraber, solte man als in den Wissenschaften geschickteLeute zwar dulden, aber ihnen ausdrücklich verbie-ten, jemand aus den Soldaten oder dem Volke derReligion halber an sich zu ziehen. Die nun derKayser die ganze Sache durch die Minister, denener währender Trauer die Regierung a) anvertraue-te, hatte untersuchen lassen, und weiter in der Thatkeinen Antheil daran hatte, als daß er ihren AuS-spruch billigte: also trieben diese die (Lache auch mit

Dj- M»>°n in Ä„l,a ist n,iss-r M-n Sti-i< in '»7 s.schi°nid>^.n mr Lf--i„wn D- B--t-n »°rig«n sehr an-bnlch g-w-s.nfthl w.»d d-„ -6 Apn, °N-n„-ch b-k-m- g-m°chl:

-- ist in d-m «°rh-rg,h.>,d >> »ug-m-rk-- worden,!^- Ar.stm sch.ckm, stch dm Mg-nd-n T-g ,ch-nd-st st- durch di- 'D-rf°,g.4-n in sehr ->-nd.

Umstände gerathen sey. Die grosse Hofnung, webchc man sich nach dem r/Z5. erfolgten Tode desKay-sers von dessen Nachfolger gemacht, hat der Aus-gang nicht bestätigen wollen, x) Die Prinzen, soum der christlichen Religion willen ins Gefängnisgeleget waren, erhielten zwar die Freyheit, aber siemusten ohne Bedienung und Unterhalt leben, x)Die Mißionarien zu Pecking musten daher das Be-ste zu ihrer Versorgung thun, und schickten ihnennicht nur durch einen christlichen Chmeser Markteinige Allmosen, sondern auch den P. Louislan,einen gebornen Chmeser, der ehedem zu Rom undTurin studiret hat, heimlich zu, weil die Mißiona-rien ordentlicher Weise keinen Fuß aus Pecking setzensollen. Der neue Kayser ließ es bey den hartenBefehlen seiner Vorfahren wider die Christen be-wenden, und gedachte nichts weniger, als solche zuwiderrufen, wie sich die von der Mißisn Hofnunggemacht hatten. Die Nißionarien entschlossen sichalso, ein Memorial an den Kayser zu wagen, über-gaben es dem Premier Minister, der sie dabey allerDienste versicherte, r) bekamen es aber wider alles

x) Genres eM-mre? Xxlll. irecuell I' kHirre p. 8.X) l-errre? Läiäzniez kecucll XXIll. ^>.2.1gg.

L) l-eccr«;; eäiLnrer I.c. x. zc>.

zu beichten in die Kirchen: Die Feinde der Christenunter den Mandarinen nahmen die unter ihrer Ge-walt stehenden Leute vor, machten ihnen den Wille»des Kayserö bekant, und liessen diejenigen, so sichnicht darnach bequemen wollen , auf allerhand Wei-se entsetzlich prügeln, b) Nach dem Zeugniß desP. parrein'us haben die Christen bey alle diesemUnglück eine ungemeine Standhaftigkeit bewiesen.Vor andern bewies sich ein junger Mensch pon 26.Jahren, der sich dem geistlichen Stande gewidmethatte, Laurentl'us Tcheou überaus beherzt, ließVersprechen, Bitten, Drohen der Richter an sichvergebens seyn, und stund die gröste Marter aus. c)Die Richter wurden oft müde das Schauspiel län,gcr mit anzusehen, wenn die Leute so erbärmlich ge-prügelt wurden, und die Christen sahen mit Freu-den, daß ihre Beständigkeit eine grosse Hochachtungvor ihre Religion und gelindere Gedanken in vielenGemüthern der Ungläubigen zurück gelassen Hatte.

Das Verfolgungsfeuer ergrif darauf die Trup-pen des Kayserlichen Hofs, unter welchem so garein Sohn eines vornehmen Mandarinen pereu

Z s 2 Bchang

s) k.ecrre; IIäälrnre8 Lec. xxxul. ärn5 1' xlrre ' 8-d) Innres Lsilnnre«; k.ec. XXNt. ärns 1 'cx.crx x.46.c) Lbm diesilbe P.--8-