I. Cap. III. Abth. von der Lehre.
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den. Mein er stund dieselbe wüthig aus, und wurdeendlich u) z» ivo Stockschlägen vcrurtheilet, dar-auf er noch einen Monat die Cangue (oder einegewisse Art des Halseisens oder Fiedel) tragen, undzum Beschluß wieder 40. Stockschläge bekommensolte. Das Urtheil wurde nicht nur an diesem Men-schen vollstreckt, dabey man ihm die Worte auf denAierrath am Halse schrieb: l>) EmMissechärel', weiler sich zu der chri liehen Religion bekennet:
sondern man beschloß zugleich durch die ganze Stadt Sache nochmals untersuchen lassen, ihnen auch durch
zu befehlen, daß sich niemand unter dem VerwandKranke zu heile», das Hospital zu besuchen, oderüberhaupt die christliche Religion anzunehmen unter-stehen solte: ja diejenigen, so sie allbereit angenom-men, selten sie augenblicklich verlassen rc. Diesesgeschahe den 15 Novemb. und die Herren Patresvon der Nißion waren in tausend Aengsten. End,lich faßten sie insgesammt den Schluß, noch einmaleinen Gang an den Kayser zu wagen. Der P. Reg-ler, als Präsident des mathematischen Eollegii, Pparrcnm und P. pinheiro, als Vorgesetzte derFranzösischen und Portugiesischen Collegien, nebstden P. Ehalicr und dem Bruder Lastiglickne, diesich beyde im Pallast aufhielten, setzten daher eineVikt-schrift auf, und suchten solche durch einen Kayserli-chen Hofmeister, der ihr guter Freund war, anzu-bringen. Allein der Kayser vcrreisete; obengedach--tcs Tribunal der Criminal Sachen ( Dibunat «iesLrimez) ließ unterdessen obenangeführtenVefehl allerOrten anschlagen: und die Mißionarien warteten dieZurückkunft des Käysers mit Ungedult, welche auchden 2. Decembr. geschahe. Sie liessen also den 7.Decembr. ihr Memorial überreichen, waren aber sounglücklich, daß der Kayser i) solches eben an dasCriminalcollegium zurUntersuchung überschickte, überdessen Verfahren sie sich eben darinne beschweret hat-ten.
Bran kan leicht errathen, wie dieses Eollegii Bericht an den Kayser lautete. Der Präsident dessel-ben berief sich auf die vormals crgangenen Kayser
die Herren Patres wissen: Man lasse ihnen c i«freye Ausübung ihrer Religion in ihrer Rrr-chen zwar herz ich gern, aber man wolle durch-aus nicht, daß sich Lhinefer od.e Tarcarn dazubckcnneren, übrigens möchten sie nur ihrenordentlichen Verrichtungen obl ege« Sowenig tröstliches in dieser Antwort vor die Mißio-narien war, so gnädig war der Kayser, daß er aufdes Brudes Lastiglione gethane Vorstellung die
einen Prinzen des Kayserlichen Hauses eine etwasgelindere, aber in der Hauptsache eben nicht bessereAntwort ertheilen ließ. Allein weil dergleichen gnä-dige Antworten nicht einmal schriftlich geschahen, sobesorgten sie billig, daß sich die grossen Collegia darannicht kehren,^ sondern mit ihren Verfo gunqen fort-fahren, und nicht nur in Pecking, sondern auch inandern Provinzen des Reichs wider die ChristenBefehle anschlagen würden. Sie wagten dahernoch eine Bittschrift, darinne sie vor die vorherge-hende gnädige Antwort dankten, und zugleich weh-müthig baten, der Kayser möchte doch nicht verstat-ten, daß man jemand um der christlichen Religionwillen bestrafe, oder Befehl darwieder in Reicheanschlage. K) Die Antwort des Kaysers war: Mansoll hinführo keine Bestel le mehr wuer diechristliche Religion anschlagen. Und das wares alles, was man vor diesesmal erlangen tonte. Esblieb also bey den vorherergangenen Befehlen derbeyden Kayser, und den hohen Collegiis wurde nurder Wille des Kaysers mündlich in der Sache zuwissen gethan. Nun brachen die traurigen Wür-kungen des Verfahrens des Criminalcollegii mehrund mehr aus. Der obige Bericht des Präsidenten,war mit der Kayserlichen Approbation in alle Pro-vinzen des Reichs geschickt, damit beyde in die Regi-ster getragen würden. Die Christen waren dadurchgleichsam ihren Feinden Preiß gegeben, und alleswusste in den Provinziell erlangen wölken, mustensie Bittweise von den Gouverneurs und Mundart-
lichen Verbote, kraft welcher nicht nur den Mißio-Incn erlangen; wie sich denn der Gouveneur vonnarien, nur allein die, so zu Pecking wegen ihrcrlperebely gegen den Portugiesischen Pater pereyraVerrichtungen in den Wissenschaften, zu bleiben Er- sehr günstig erzeigte, l) Die Mißionarien thatenlaubniß hatten, ausgenommen, aller Aufenthalt imReiche untersaget, sondern auch allen Chinesern undTartarn die Christliche Religion anzunehmen verbotenwar. Er stellte vor, was vor übleFolgen die Sachehaben könle, wofern man das Volk ohne Unterschiedunterrichten und zur christlichen Religion ziehen wolte,und mahlte die christliche Religion dabey als eineSache ab die an sich dem Staate höchst schädlichsey. Der Kayser billigte diesen Bericht, und ließ
x) k.errre-- kecuell XXV. p. rzz.
k) I.ecrre<i d.l.llän e» Kec XXV. P. »44.
») I-errre; tiäiiiLnre; l. c. x. rüo.
indes, so viel sie konten, und liessen ihre dem Kay-scr nbergebene Memoriale, samt den darauf erfolg-ten Antworten zusammen drucken, damit sie überallmöchten bekant werden. Daß sie aber damit zu spätgekommen, oder weniastens nicht den Eindruck, wiedie Befehle des Tribunals des Crimes gefunden,gaben die Folgen zu erkennen. Die hier und dann Reiche sich heimlich noch aufhaltende Patreswurden flüchtig oder verkrochen sich: der Pater An-_Zz ^_ton
k) l.etrrc; Lgiüinre; Itec. XXV. p. r8z.
l) L.enre5 LMrures kec. XXV. x. rx6.