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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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II. Fortsetzung von I7z6. bis 1740.

den ein ieglichec bey einer nicht zu geschwind vorbey-1gehenden, sondern eine Zeitlang fort daurendenAngst über seine Sünde erfahren müsse. Es kamdabey vsrnemlich theils auf die Lehre vom Bus?»kämpfselbst, theils auf gewisse Prares an, welche

„ein solcher Mensch keine Sünde, sey einfältig wie„ein Kind, das Herz sey voll von, Lobe GOttes,„und preise ihn, daß er der Seele so wohl thue,„und der Mund flieste stets davon über. Las sey„denn die Zeit de« Durchbruchs , die Freudig-

matt zu Dargun solte beobachtet haben. Man wird „keit des Glaubens , die Verlobung der Seeleaus den disfalls geführten Streitigkeiten einiger .«iiir . die Be ebininn liin m N,. den

mästen erkennen können, was man ihnen darinncmit Recht habebeymcsten können?

Etwas, wie sich «Zerr Ehrcupfort die Bekehrungdes Menschen vorstellet, ist oben bey der Anführung!dessen Predigt von der Taufe da gewesen.Meynung von dein Bußkampfe hatte ergleichfalls angeführten Schrift vom Geher n, lßder Bekehrung einigermassen an den Tag aeleget.Allein man walte in dastger Nachbarschaft von demDargunischen Bußproceß noch mehr wissen, undihn gar als eine geheime Disciplin daselbst betrach-ten. Man beschrieb ihn ohngefehr also : p) „Ein„Mensch, wenn er gleich bisher» ein äusserliches„gutes Christenthum geführct , müsse seinen Weg„verdächtlich ansehen , von ferne wieder anfangen,„und GOtt bitten , daß er seinen Zustand ihm ent-„deckcn und auf den rechten Weg führen wolle.„Da werde denn einem solchen verderbten Men-schen die Tiefe seines bösen und verderbten Herzens„recht offenbar und lebendig, folglich fühle derselbe„in seiner Seele den Zorn GOttes gar schmerzlich-,„als ein verlohrner und verdammlcr Sünder, sey„mit Traurigkeit, Angst, Furcht und Schrecken„umgeben. Dieser Zustand daure bey einigen nur

mit I'Lfu , die Be ehrung bis zu I'Lsiu, der.»Liebeökuß IEsu, welchen die Seele zum Siegel der„Wiedergeburt empfange. Wenn aber diese Zeit„vorbey gegangen , so flnde sich die Sünde wiederein , damit ein Bekehrter an sich wieder gewahrSeine'„werde, daß er die Sünde noch an sich habe, wenr-in der „bcr denn manchmal eine solche Seele erschrecke, daß„sie meyne, sie wäre aus dem Stande der Gnade„wieder heraus gefallen , da sie sodann von der„Sünde, wie sie uns anklebet und in uns wohnet,„unterrichtet werde, daß sie demnach der Heiligung„nachjagen solle, und lernen, daß nur Christus al-lein ihre Gerechtigkeit sey. Im übrigen, wenn„diese empfindliche Freude vorbey ist, wird ein so-„thaner Bekehrter erinnert, daß er seinen Vcrlo«„bungstag, und die grosse Freude, als das Siegel„seiner Wiedergeburt, nicht vergessen ; sondern zu„der Zeit, wenn er von der Sünde angefochten„wird, daran gedenken solle.,, Liesen Proceß wel-ken die, so zu Dargun wohl bekannt waren , mitExempeln erläutern, da man von einigen gutenSeelen gcurtheilct habe, sie wären zu geschwinddurch den Dußkampf durchgelaufen, und müstcnihn wieder von ferne anfangen: odcr da man anderngerathen habe : man müsse ja nicht zu zeitig in der

„eine kurze Zeit, bey andern Jahr und Tag : seysVusse Friede machen ; sondern vielmehr in der„die grosse Busse, der Bußkampf, den man aus» Sündenangst beharren, und sich immer tiefer hinein

,halten, dem lieben GOtt nicht aus der Schule,laufen, und sich selbst geschwind trösten ; sondern„warten müsse, bis GOtt selbst die Seele tröste.„Es komme zwar eine Seele vor der andern bald„aus diesem Bußkampfe heraus, nachdem eine vor„der andern mehr Ernst gebrauche; aber je länger„man GOtt darinne stille halte, bis GOtt selbst„die Seele tröste, je treuer und ernstlicher würde„man nachmals im guten. Wenn denn die Zeit„des Bußkampfs überstanden wäre, so geschehe es,„daß ein solcher Mensch bey Betrachtung eines„Spruchs der heiligen Schrift eine unaussprechliche„Freude in seiner Seelen empfinde: die Gnade GOt«„tes und die Vergebung der Sünde in Christo IEsu„lebendig erführe ; das Zeugnis des heil. Geistes„von der Kindschaft GOttes in seinem Geist em-pfinge, und den süssen Frieden mit GOtt schmeckte.„Dieses daure abermal seine Zeit : bey einigen etli>„che Tage, auch wohl etliche Wochen, da fühle

p) Walchs Einleitung l- c- p. ;8-

lasscn , bis eö fast gar zur Despcration komme rc.

Diejenigen, welche oben bey der Geschichte derStreitigkeiten auf das Acht gegeben, was man ausden Schriften der drey Herren Prediger angemer-ket, werden bald sehen, was etwa daselbst mit die-sem Bußproceß ähnliches vorkömmt. Unterdessenhat man zu Dargun nachher» weder die darinne an-geführten Lehrpuncte noch PraxeS eingcstehcn, son-dern vorgeben wollen, als wäre die ganze Nachrichtdurch D. Heiiipcln aus Neubrandenburg unter dieLeute gekommen, g) und dieser habe es selber be-kannt , auch zu reoocircn versprochen. Allein manhat noch nicht gehöret , daß das letzte wirklich ge-schehen sey. Je mehr man sich also mit den Schrif-ten der Hcrrcn Darguncr bekannt machet: je mehrman den ganzen Zusammenhang der Streitigkeitenerwöget, und den Affcct beobachtet, der in denStreir-und Verlheidigungsschriften herrschet : je

näher

r>. Walchs Einleitung in die Rcligicnssireitigktiten derLutherischen Kirche k'. v. x.