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ll. Fortsetzung von 1736. bis ,740.
pole, der nach der Zeit den Haß der Nation so ge-waltig auf sich geladen, und von dem spanischen Ge-sandten ein Präliminarvergleich geschlossen, dadurchalle bisherige Streitigkeiten gehoben, und den Enge-ländern der erlittene Verlust einiger maßen erstattetwerden solte. ß) Allein Spanien war es niemalsein Ernst gewesen, die Engelandcr mit frieden,hulassen. Das Parlament war mit dem Tractat sehrübel zufrieden; dochdrangen die königlichen Ministridurch, daß vermittelst der Mehrheit der Stimmenbeschlossen wurde, dem König vor diese Vorsorge zudanken. Als man aber merkte, wie schlecht Spaniensein Wort erfüllen wolte, brauchte man bey Hofegleichfalls Ernst. Man fing an Repressalien zu ge-brauchen. Die englischen Escadren kreutzeten aufdem mittelländischen Meere herum; die Reprcßa-lienbriefe wurde» an die Unterthanen ausgegeben,und endlich erfolgte der würkliche Krieg 17g). zwi-schen beyden Höfen gar. Anfangs bestund der gan-ze Krieg in Sceeapereycn, dabey die Engelanderimmer mehr einbüsseten als die Spanier, weil jeneinsgemein eine grössere Anzahl Kaufmansschisfc aufder See halten, als diese. Die entsetzlicheFlotten, welche die englische Nation so vieleI,hre daher mit so unsäglichen Kosten ausgerüstet,thaten nichts: ausser daß der Admiral st)ec»l0il inWestindieu den Handelsplatz Porto dello einnahm,und die dastgen VestungS verke rasirte. Allein weilVergüte Admiral die versprochene Verstärkung vonSchi fcn und Trouppen nicht erhielt, so konnte ernichts sonderliches weiter ausrichten. Doch that ernoch etwas, bombardirte 1740. Earthagena, und er-oberte einige kleine Forts. Allein man hat den da-durch erhaltenen Gewinn vor so schlecht gehalten,daß der König selber davon geurtheilct haben soll:der Admiral Vorn)n habe seine Sachen wohl,gemacht: Er habe Fenster mir tiininecn ringe-worfen. Eben so ist es auch mit den andern gra-sen Zurüstungen wider die Soanicr ergangen, undMan darf sich nicht wundern, daß das Volk darübergemurret und manche AuSsch'veiffunq mil PaSgmllenund andern Dingen vorgenommen hat. e)
I.i F-n-'k-erck).
I. V l) OV l c V 8 XV.
König ftit 1-717. gekrönt >7". den 2; Oktober.
Frankreich hat bisher das ordentliche Recht be-hauptet, sich in alle Angelegenheiten der europaischen Höfe auf beliebige Art zu mischen darzu derlistige Cardinal von Fleury durch beständige Trac-hten unter dem Schein friedliebender Absichten
allerhand Mittel und Wege gewust. Das Reichhatte sich ziemlich wieder erholet, und die könig-lichen Einkünfte waren durch v»e gute Haushal-tung gedachten Cardinals in einen guten Standgesctzet, als die unglücklich-ausgeschlagene Wahl desKöniglichen Schwicger-Vaters Stanislai in Po»len zu einem neuen Kriege Gelegenheit gab. Frank-reich lies eine Flotte zu Brest ausrichten, welcheStanislaum nach Polen bringen solte, aber siebrachte ihn nur bis u, den Sund, und kehrt« sodenn wiederum zurück. Das meiste, damit mandie andere Parthey in Polen zu gewinnen suchte,bestund in unsäglichen Summen Geldes, welche ver-gebens verschwendet wurden. Die wenigen Troup-pcn, so man bey Danzig mit Angst uno Noth andas Land brachte, konren der Sache keinen AuS.schlag geben. Der sranzösiichc Gesandte Margvisvon Monti muste sich bey Übergabe der S labt Dan-zig, wie die französischen Volker, an me Ru»en er-geben und eine ziemliche Gefangenschaft ausstehen;Stanislaus aber sich anfangs nach Danzig, dennnach Königsberg, und endlich wieder nach Frani-reich retinrcn. Einige glauben gar, es sey Frank-reich niemals ein Ernst gewesen, d.epolm'.che Sachemit Nachdruck zu treiben, sondern man habe nureine Gelegenheit gesucht mit dem Hauste Oesterreichzu brechen, f)
So viel ist gewis, daß man daher Anlas zu demi7gg. mit dem Kayser angefangencn Kriege nah.n.Man schloß Mit Spanien und Sardinien eine cß-und defensiv-Alliance; und schickte eine Armee von40202. Mann unter dem 'Marschall von ViaarSnach Italien, welche grosse Progreßen waa,:e.Eine andere Armee ging bey Sirasourg über LcnRpein, eroberte die Reichsvcstung Kehl, und sey.eeinen großen Strich Landes unter Contribunün.In dem folgenden Jahre wurde E-.uh- t» undPhtlippsburg erobert, nach gehends aber sowol inItalien als Deutschland der Feldzaz kalkst,,mq ge-führet, b>S endlich der Friede erfolgte, davon wiroben bey dem Leocn des KayserS Nachricht gegeben, u)Frankreich gab zwar dadurch alles eroberte wieder,aber gewann das ganze Her oglhum Lothringen da-bey, welches König Stanislaus Zeit Lebens besitzen,hernach aber an V»e Eron Frankreich fallen solce.D>e folgenden Jahre hat der alte Cardinal bnSReich in Ruhe eryalien: der Herr Ehariv tu-, derihm gleichsam sadstituiret war, wurde von, Hofe ge-schasst : das Ansehen des Parlaments ward auf aäe
6) Genealogischer Archivarius Ist Ul. p. 482-r.lV.p.504. V. p.... 5-". ? VI. ?. «, 7 - VUl.
^ e) Gmealog. Nachrichten9.77t, l'.H. 9-;o4.SoZ.
f) Neue eurov^is-b- p-mr 7* l. p. gr?.
g) Gene,logischer ArchivariuS l'. IV. p. ;oz. 7^. V.
9. ;oi. 60;.
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