V. Cap. von dem
Art und.Weise unterdrücket; den Unterthanen aberdadurch eine ungemeinc Freude erwecket, daß dievon i?zz. an ausgeschriebene Abgabe des zehendenPfenniges 1757. aufgehoben wurde.
Wie der Cardinal den innerlichen Wohlstand desReiches besorgte; so bekümmerte man sich auchum alle auswärtige Staaten, und suchte Portugall,Spanien, den Kayser, den Türken, Sardinien,Genua, Engelland und andere Machten mit ihrenFeinden auszusöhnen. Indem mau sich aber zumallgemeinen Friedensmittler auswarf, und durch Ga-rantien an allen Traktaten mit Antheil nahm, er-warb man sich unvcrmuthct ein Recht, sich in alleeuropäischen Handel zu mischen. Das alte Vünd-nüs mit Schweden wurde erneurct, und mit Ruö-land ein gutes Vernehmen gestiftet,! l>) der solenneFriedenStractat mit dem römischen Kayser, welcherseit 17z;. nur auf Präliminarien beruhet, wurdei7Z 8- zu Versailles völlig geschlossen, und in demfolgenden Jahr von dem Spanischen, Siciliani-schcn, und Cardinischen Hofe durch einen unter-zeichneten i) Acceßionstractat'angenommen. Andem Kriege der Spanier mit Engelland hat Frank-reich zuvor heimlich immer, aber offenbar bis 174O.keinen Antheil nehmen wollen; die Engeliandcrhaben sich aber vor der Angebothenen VermittelungFrankreichs mehr als vor dem Kriege selber gefürch-tet. k) Das übrige, so etwa in Kirchensachen vor-gegangen, istdroben dagewesen,und wie sich Frank-reich nach dem Tode des KayscrS aufgeführet, wirdder künftige Zeitlauf lehren.
In Spanien.kkHl.I??V8 V.
König seit 1700.
Spanien ist unter diesem Könige überhaupt ausseinem vorigen Schlafe wieder erwecket worden, unddie Königin, welche den großen Theil am Regt»mcnte bis hieher gehabt, hat zu grossen Verände-rungen in Europa Anlas gegeben. Die Königli-chen Waffen waren in Africa i7Z2. sehr glücklichund eroberten Orari und Mazalqmvlr. Im fol-genden kam der König wieder in die Gegend vonkNadvrc, nachdem er von 1729. an zu Sevilrenseine Residenz gehabt. Am meisten aber hat dieKönigin vor ihren Don Carlos gesorget. Nachvielen Traktaten kam es endlich dahin, daß dieserPrinz 17z 1. zum Besitz der Herzogthümer Parmaund Placcaza kam. Allein dieses war nicht genug,er soltc noch grösser werden. Spanien trat 17)5.
>0 Eben daselbst 1 '. vl.Ix. 6oü. 1 .VU. x. ««7. I.Vlll.x.
l) Genealogische Nachr. 1. I. x. io. x yrs.
K) Genealogische Nachrichten .1- II. x-.kl2.
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mit Frankreich und Sardinien in Bündnis, undder Spanische General Graf von Momemckrlangte nach AuSgang des Jahres zu Parma an.Man bemächtigte sich; beyder Königreiche Neapolisund Sicilien gar geschwinde, und der König tratsein Recht an dieselben, so wohl als der Prinz vonAsturien an gedachten Don Carlos ab. l) Ohne»achtet nun das Reich an Volk und Geld sehr ent-blößet und über allerley Verfahren der Regierungganz schwierig war, so würde doch die Königin ihreAbsicht, den Kayser aus ganz Italien zu vertreiben,noch weiter getrieben haben, wenn der Friede zwi-schen dem Kayser und Frankreich nicht alle dieseAnschläge zernichtet hätte. Don Carlos blieb da-durch zwar König von Neapolis und Sicilien, mustesich aber dafür aller Rechte und Ansprüche, auf dasGrosherzogthum Floren; und! die HerzogthümerParma und Placenz begeben.
Mit Portugal hätte man 17z;. bald gefährlicheHändel bekommen; aber die GrosbrittannischeFlotte, unter dem Admiral Norris , welche Por-tugal bedeckte, gab Anlas, daß es zu keinen Thät-lichkeiten kam. Hingegen gerieth man, mit demGrosbrlctanmsÄ)enHofin viele Verdrieslichkeiten.Die Spanier hatten schon seit vielen Jahren denEngeläudern unter dem Verwand, daß ße ve»bothene Händel trieben, eine sehr grosse AnzahlSchiffe in America weggenommen. Nun schlosman zwar i7z8- zu London einen Präliminarver-glcich, welcher die Sache gut machen solte ; aberman war ihn nicht gesonnen Spanischer ScitS zuhalten, und der Krieg nahm in dem folgenden Jahrewürklich seinen Anfang. Es ging aber nichts son-derliches in demselben vor. Frankreich weigerte sichdaran Antheil zu nehmen; der Cardinal von Fleurystimmete auch nicht mit den Absichten der Königinübercin. Endlich aber lief 1740. eine französischeEscadre mit der Spanischen Flotte aus und würdevielleicht etwas unternommen haben, wenn rn) dererfolgte Tod des Kaysers nicht in allen Pr-jecteneine Aenderung gemacht hätte. Was der Pabstvon der Krone Spanien für Noth ausgestanden,und wie man sich in Kirchensachen verhalten, istbey Gelegenheit da gewesen.
Iu Portugal,
i 0 n A n n x 8 v.
König i7c>7.den lIenner.
Portugal hat unter seinem Könige eine gluckse»lige Ruhe genossen. Bey den vielen StreitigkeitenCccc 2 der
l) Genealog. Archivarius',1'. III !x. zio. I.iv. x. ;<-z.5O8. 611. 64;.
m) Genealogische Nachrichten 1.II. x.koz. 1.1.x-7L6.
äusser!. Zustande der Kirche.