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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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ili. Fortsetzung von 1741. bis 1745.

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so viel davon erfahren, daß wir dasselbe vor jetzodem Leser vollständiger mittheilen können. Er waraus Smolensko bürtig, und von geringen Elterngebohren. m) Als er diese durch einen frühzeitigenTod eingebüßet, wurde er auf Kosten des RußischenKaysers erzogen. Er wurde vornemlich in der Phi-losophie, Theologie, Historie und Machest unter»richtet, brachte cS auch darinne so weit, daß er un-ter den Rußischen Geistlichen niemand seines glei-chen hatte. Weil er in seiner Jugend viele Jahrefast in allen Ländern Europa und Asiens gereiset,tonte er verschiedene europäische Sprachen beydesverstehen und sprechen. In der lateinischen Spra-che war er so geübt, als der beste Academicus.Griechisch und Hebräisch verstand er auch ziemlichgut, und legte sich noch in seinem hohen Alter mitFleis darauf, bezeigte auch eine sonderbare Liebe zudenjenigen, die diese Sprache verstunden.

Durch ihn < wurde die grosse Reformation derGeistlichen in Rußland vornemlich befördert. Alsder Ezaar A. 1729. über die Schweden siegete,war unser Thedphanes des Eollegii zu KivwPrä-fectus, und muste in dasiger Cathcdral-Kirche indessen höchster Gegenwart einen Panegyricum hal-ten. Darauf wurde er Bischof zu Plcskau, undA. 1719. zum BischofzuDörpt undReval ernennet.Die von ihm auf den Tod Kaysers Poeck- des Gros-sen gehaltene Reden, sind schon vormals gemeldetworden, und hier ist nur noch zu gedenken, daß sieA. 1726 zu Hamburg in 4t. nachgedruckt, über die-ses auch in das Französische übersetzt, und demJournal äe, 8avan, im Monat December 1726.einverleibet worden, n)

Als der Kayser A. 1702. die Patriarchat-Würdeaufgehoben , und die sämtliche Geistlichkeit an denErzbischof zu Novogrod gewiesen hatte, und diesesVerfahren von derselben lange nicht wohl verdauetwerden tonte, vertheidigte er solches in einer beson-dern Schrift, so in rußisch-sclavonischer Spracheherauskam. Doch ward er selber nicht eher nachNovogrod zum Erzbischof befördert , als bis seinPatron Peter l. gestorben, und der Erzbischof Thco-dosius A. 1725. von der Kayserin ins Elend ver-wiesen war. An dessen Stelle kam Thcsphanesund wurde zugleich des geistlichen Synodi Viceprä-sident. Nach dem tödlichen Hintritt der KayserinCatharina verfertigte er einen Vorschlag, zu Un-tcrrichlung des jungen Kaysers Peter des II. in derReligion, der zwar nur auf einen Bogen geschrie-ben, und gedruckt worden, ihm aber viel Ehre ge-bracht hat. Das lateinische Gedichte, so er diesemjungen Kayser bey dessen Durchreise zu Novogrod

w) Havens Reise in Rußland p. rz.

n) >LtL,biltor. «ccleü'K IX. p. tüz.

überreichte, hat man schon lange bey uns gelesen.«)

Als nicht lange hernach die Kayserin Anna den Thronbestieg, lies er bey ihrem Einzug u» Novogrod durchseinen Vicarium ein Glückwünschungeschrcibeu urRußischer Sprache überreichen, so hernach ohne ^sein Borwiffen gedruckt wurde. An ihrem Erö-nungStage aber hielt er eine vortrestiche lateinische IRede: l)e Lommoäir kckonocraciec er incommutlir^riüocralise.

Wie er sich über alle Masse leutscelrg und dienst-fertig gegen alle Gelehrte, und insonderheit gegendie Ausländer bezeiget: p) also sind durch seineVeranstaltung verschiedene nützliche Bücher z. E-des seel. A »ivs wahres Lhrljtcnckvnr, m Rus-sischer Sprache herausgekommen. Er arbeitete aus ,Kayserl. Befehl, an einer llebersetzung und Aus. jgäbe der ganzen Heck. Schrift m rußischer und sck-i«vonischer Sprache , mit einer Erklärung darüber ;allein die ganze Hofnung eine dergleichen Bibel zusehen, wurde vurch seinen Tod unterbrechen.

Er hatte ganz und gar keine Freunde, und dcchjährlich sehr grosse Einkünfte. Man hätte meynensollen, er müsse ei» grosses Vermögen besitzen, undnach seinem Tode Schätze hinterlassen. Allein seine ,Freygebigkeit, und die ungemeine Lust zum bauen, somanchem wüsten Platz in Petersburg zu statten ge-kommen, leercten seinen Schatz immer aus. Was erübrig harre, vermachte er alles zu gottseligen und nütz- .licht,, Stiftungen. Das übrige von ihm ist ehedem s!crzehlct worden. Wir begnügen uns hier von seine,«Schriften ein richtiges Verzeichnis zu geben. n

1. l.rcrim-e lko-colrnL, leu 6e obicu ?erri >1. roiiue >!

l>L Impersrori; beeui» nrrrrrio, öusegue öe l^uöidu«ciuröcm Princip» Orrrione^ lkeuil »716. in 4t- Dikstsind, wie schon gedacht, zu Hamburg aufgelegt, und inbaS französische Übersetzer worden. -

L. Oilguilirio lullaricr llij-L guLllioniim, gurroen I. gui- Ibu» 6c criutir Sc guo lenlu lmperirnr« komini rrm rerbnici, gurm Lbrigi,ni »ppellski kuerinr ponritice»,üuo ^rckierei eenkili; reiigioni^? It. dluin tlbnüii- jNL reii^ion» lummi Impcrtnrc; äici, pollinr kpilcopiLc ^rcbierei, ?e gun lenlu'r ?erropoli 17»!. in 4t. !

Das ist die Schrift, die TheophaneS wegen aufgchobe- .ner Patriarchal-Würde verfertigte,z. Orario 6e cvmmvü» Xonocrrrir Le incammoäi; ^rillo-cr<niL.

4. I.ucubr-none; L.c. Dttstr lateinischen Camlung seinerübrigen Schriften haben wir vorhin gedacht. Subegreift:

,. Die beyden aufdrnTod Pcrcr» des Grossen gehallt,ne Reden.

d. kineNachricht von dcmTod undBegräbniß desCzaarSc. Den Panegyricum auf den Sieg der Russen über dnI Schweden Anno. >7<x,.

6. Verschiedene Gedichte und Briefe.

5. X1iic«I-

0) Leipz. gel. Zeit. A. >728. p. 5,7.k>) Havens Rrisr in »Rußland p. rz.