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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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III. Fortsetzung von 174t. bis 1745.

Körpern stehen. Sie halten daher viel auf die Vorschlags, den man vor einiger Zelt gethan, instarken und guten Stimmen der Geistlichen, infam Petersburg zum Vortheil der Lutherischen Gemei-derhcit der Cantorum. Inen eine gar ansehnliche Schule anzulegen, wollen

Die RellFioirssreyheir ist bey ihnen allgemein, wir unten Erwehnung thun. Die Acadcmie derMan hat eine Verordnuin, daß von Religions-iWissenschaften, und hoheSchule, welche von Peterfachen nicht disputiert werden, und niemand dem l. zu OcrrrsdUl- - errichtet worden, ist in dem amandern die Grundsätze seiner Religion einprägen dcrn Theile dieser Klrchcnhistone beschrieben r).solle. Aller Gewissenszwang ist aufs schärfste verbo- Sie war vor einigen Jahren ziemlich in Versal ge-

tcn. Eine jede Gemeine kau ihren Gottesdienstnach ihrer Einrichtung frey und ungehindert aus-üben, und diesem kan ein sedervon andern Religio-nen frey beywohnen, wenn er sich nur in acht nimmt,dieselbe nicht zu verlachen, oder zu verspotten. »)

rathen, man schmeichelte sich aber, sie würde un-ter dem Schutz und Wohlwollen der Kayseru, Annawieder in den vorigen Stand kommen ;). DieAkademien und das Gymnasium zu Petersburg sindvorncmlich die Schule des Rußischen Adels. H,u-

So haben nicht nur Lutheraner, Catholicken und!gegen ist die Universität zu A " v der vornehmste

Refornnrte, sondern auch die Moldauer, Kalmücken,Tartarn u. a. in ihren öffentlichen Gottesdienst inPetersburg. Doch ist die Lutherische Gemeine vonden Fremden die gröste und zahlreichste in Ruß-land , wie wir in einem der folgenden Eapitcl nochgedenken werden. Die Reformirlen haben eineKirche in Petersburg, eine in Moskau, und einein Archangel, bey deren jeden zwey Prediger stehen.Die Catholicken haben eine »n Petersburg, einein Moskau, und eine in Astracan. Ihnen ist nurallein erlaubt, Glocken zu gebrauchen, welches da-her kommen soll daß einmal die Protestanten sichnicht darein sinden können, an einem gewissenRußischen Festtage mit ihren Glocken läuten zulasten, so doch die Catholicken alle gethan haben.Daher jenen das Geläut untersaget worden, p)Doch erstrecket sich die Religionsfreiheit nicht auf

Ort, wo die Rußische Geistlichkeit ihre Studra ho-let. Es sollen sich vor einigen Jahren »wer drey,tausend Studenten daselbst befunden haben. Mansagt auch, daß der letztere Orr theils wegen seinergesunden Lage, und wohlfeilen Zchrung, theils wc-gen der Freyheit, so dasiqc Einwohner gemessen,theils wegen der beständigen Eommunuallon mitPolnische,i Gelehrten zu einer Universität der aller-bequcmste Ort in ganzen Lande sem i)

Die Russen sorgen auch vor die Ausbreitung ihrerReligion und der Erkcntnisi derselben. Vor demJahre ward uns gemeldet, wie der Ehan, der umrer Russischer Vothinaßigkeit stehender Kalmücken,L)§rr Ouc sich entschlossen habe, den Götzen«

dienst zu verlassen, und die griechische Religion an»zunehmen, in welcher Absicht er gegen das Endedes 1744 Jahres drey seiner Söhne nach Mosca«

die Jesuiten und Juden. Jene wurden wegen'gesendet, um daselbst getaufct zu werden. .) A-wmallerhand angesponnener Dinge A. 1719. aus dem man hat nach der Zeit von keinem wettern ErfolgReiche verwiesen, und seit der Zeit sind die Catho-^twaS gehört. Noch mehr Aufmerksamkeit verdie»lischt Paters daselbst allezeit Eaputtner gewesen, nec d>e Nachricht, so nur A. 1741. von Irk.rtZ.yAusser einem Hofjuden, der in Petersburg wegen

der Wechsel Eorrcspondence gehalten wird, und dieErlaubniß hat, so viel Juden bey sich zu haben, alser kan, und will, und ausser dieser Familie, wirdsonst keiner im Lande gcduitet. Man hält die In,den hier um so vielmehr für gefährlich, weil manwahrgenommen, daß unterschiedene Russen in einund andern Dingen gut Jüdisch gesinnet sind.Davon wir unten noch etwas melden werden g)Seit dem durch O-'k-evs des Grossen Veranstal»tung, Künste und Wissenschaften in diesem weit-läufcigen Reiche geblühct, ist man auch darauf be-dacht gewesen, niedrige und hohe Achaten sowolanzulegen, als auch die bereits angelegte ansehnlichzu verbessern. Von den gemeinen Schulen undSchulmeistern ist schon vorhin etwas gedacht. Des

0) Haven I c. p. 67. leg.x) Haven I c. ? 70.g) Haven l. c. x> ?r-

einem in der grossen Tartarcy gelegenen Ort cr.sikl»teu, daß der Russische Vice-Gouverneur daselbstHerr sich mit dem dasigen Vi schösse cutB

schlössen, ein Seminarium alda aufzurichten, inwelchem der Russen, und die zum Christenthumgebrachten Tartarn ihre Rinder in der RussischenSprache und andern Wissenschaften unterrichtetwerden sollen, di sie bis cro ohne alle ErkentniSaufgewachsen. Man wolle dabey deutsche formt»tores annehineu, und die Jugend unter andern inder Munqalischen, Tunzustschen, und ChinesischenSprache unterrichten lassen , um >ie sodann mir meh»rern Nutzen unter den .Heiden ac.'rauchen ,u kön-nen. Man hatte schon damals den Anfang gemacht,

das

r) KirchenWorie i'. ll. p. 49g- >c-6;.

!) p Vill. p. § 4.

k) HavcnS Recke in Ntm'and » r 0

u) Virccnl^. 1745. dt»,m.VUI. Xrr.