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M. Fortsetzung von 1741. bis 1745.
Liebkosungen, Friede und mächtigern Schutz von-Leute ;u groß war,die von ihm den Sergen cmpfan-
ihren Vekehrern erwarten sollen. Allein wie die-ses Bekehrungswerck den Umsturz und Untergangder sämtlichen Uncatholischen in S>ebenbürgen,wiesolche nach Beschaffenheit dasiger Landesverfassungihrer Freyheit genießen, vorncmlich zum Zweck hat-te: also suchte man sich erstlich, nachdem man die-se Gemeinen darvon.gewonnen, in dem erlangtenBesitz fest zu setzen, ehe man solchen zu neuen Ero-berungcn anzuwenden gedachte. Es lies sich allesnach Wunsch vor die Herren Jesuiten an. Die fol-genden Vischöffe liessen sich die Union fort gefallen,bis auf den jetzigen, der'Johann Blein, oder inseiner, Sprache heißet, und von Kayser
Carl VI. jum Baron gemacht worden. Als es nunan dem war, daß die Catholischen sich der erlang-ten Vortheile recht bedienen, und alles nach ihremSinn vollends einrichten wolten, machte ein armerMönch durch die ganze Rechnung einen gewaltigenStrich
gen wolten. Er soll gut deutsch, und lateinisch ge-sprochen, aber sich zuerst mit Fleiß ein wenig verstel-let haben. Die Wallachen heißen ihn nunmehr denHeilige»». Doch dabey ist es nicht geblieben. Esfanden sich bald mehrere Mönche von allen Endenund Ecken des Landes in gleicher Absicht ein, undman bekam etliche Wochen nach einander zu thun,daß man sie weg und nach der Wallachcy schaffete.Das außerordentlichste dabey ist die schnelle Durkunggewesen, welche die nachdrückliche Predigten diesesMannes in den Gemüthern feinern Religionsver-wandten gethan. Es blieben von Stund an, alleKirchen, worinne unirte Pfaffen den Gottesdiensthielten, in ganzen Gegenden ledig. Wo man keinenorthodoxen oder Xon-Vm'kum Pfarrer hakte, begru-ben sie die Todten selber. Man versagte den unirtenPfaffen den Unterhalt; und lies gar an einigen Or-ten orthodoxe Pfaffen aus der Wallachey kommen.An Ostern des abgewichenen 1745. Jahres wolten
Es kam ncmlich im Monat JuniuS des 7744.'sie ihr sogenannt ?a 5 ciu iblalure von keinem unirtcnJahreSein griechischer Mönch ins Land, der von I Pfarrer empfangen, sondern gierigen entweder zueinem wallachischcn Dorfe zum andern ging, und einem dlon Vnicc», oder liessen einen dergleichen kom
seine Glaubensgenossen von der zu bewerkstelligendenUnion mit vielem Eifer abhielt. Es war ein Aus-länder, aber woher er eigentlich gekommen, willkein Mensch wissen; doch vermuthet man, daß erau« Rußland gekommen. Wo er nur hin kam,redete er scharf wider den Pabst, umarmete und küs-sete die Kinder mit Thränen, bedaurete ihr künfti-ges Schicksal, bestrafte die unirten Pfaffen, war-nete die Zuhörer vor solcher ihren Gottesdienst, Tau-fen, Eopuliren, Begräbnissen rc. visitirte die Kirchenagenden, confirmirte einige mit aufgedrucktemPetschaft, verwarf andere, und pries den Wal-lachen , wenn sie sich ja mit einer Kirche im Landevereinigen wolten, zuerst die Evangelische, hernachdie Rcformirte Religion an. Hingegen befahl erihnen, aus den Kirchen, wo ein unirter Gottesdienstgehalten würde, Knies tief die Erde auszugraben,und andere hinein zu tragen u. d. m.
Allein der gute Mönch durfte das Handwerk nichtlänger, als etliche Tage, treiben. Man nahm ihnnicht weit von Hcrrmanstadt gefangen, und sezte ihnfest. Er ist aber nach Verlauf etlicher Wochen vondar abgeführet, und gefangen weiter gebracht worden.Man beschreibt ihn als eine hagere, doch ansehnlicheund ehrwürdige Person, mit schwarzen Haaren, undBart, der einen kostbaren Ring an Finger, und aufder Brust ein schönes Crucifix, im übrigen aber dengewöhnlichen Griechischen Mönchs-Habit getragen.Er soll sehr wenig gegessen, getruncken, geschloffen,aber desto fleißiger gebetet haben. Man muste denOrt seines Arrests verändern, weil der Zulauf der
men und thaten sich zum Gottesdienst auf dcm^Feldezusammen. An einigen Orten haben sie alles imStichgelassen, und sind über die Gebürge nach der Wal-lachcy gegangen: und zum Überfluß, als man vomZwange geredet, haben sie die Erklärung gethan, wiesie lieber alles verlassen, und sich das Beyspiel der nachSiebenbürgen emignrtcn ß>sterreichcr vorstellenwolten.
Der Zwang erfolgte, als die Güte nichts mehrvermochte. Es ergieng zu Anfang des Jahres A.7745. ein königlicher Befehl, kraft dessen die Obrig-keit allenthalben die Wallachen zu Annehmung derunirtcn Pfaffen, und zum Besuch ihrer Kirchen ernst,lich anhalten solte. Man lies, als dieses nichts half,die Aeltesien aus den vornehmsten zwey wallachischcnDörffern nach Hermanstadt aufs Rathhauß gefan.gen setzen, und sie da von Fasinacyt bis nach Pfingstenverwahren. Allein auch dieses war umsonst. S>«.bleiben nach den lezten Nachrichten, bis dato nochausser der vorgehabten Union, und die meßlen derunirten Pfaffen bereuen jetzo im Herzen, was sie vor-mals gethan haben. Den Weilern Erfolg wird d»eZeit lehren, b)
VIII.
Was merket man von der Religion derCosacken?
Die Cosacken sind bisher fast in der Kirchcnge«schichte gar vergessen, oder wenigstens unter denen,
die
b) Ill.iur. ec^ck. P. X. p »»o. lezg.