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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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M. Fortsetzung von 1741. bis 17454

man nicht eigentlich, ob dergleichen ergangen, amallerwenigsten aber, ob derselben in Holland oderIrrland auch nachgelcbek worden? 0) A. 174.1. liesrbenciiictus XIV. zwey apostolische Sendschreibenan alle Patriarchen, Erz-und Vischöffe ergehen,darlnne er die Fasttage der Kirche auf eine recht-schaffene, und den Sätzen der Kirche gemäss Art zuhalten besiehlct. Es wird derselben hernach untenauch gedacht werden müssen, p) wie anderer Ver-ordnungen, so wegen verschiedener Festtage ergan-gen. Man hat den Pabst bey nahe beschuldiget,daß er alzugerne Heilige mache. Allein wie behut-sam und wie gelehrt er wenigstens in manchen Fällenhiervon sein Urtheil abzufassen wisse, hat er-in ei,nein Sendschreiben nn den B.jchos zu euil.isourvor kurzer Zeit ai» den Tag gelegt. Es ist dasselbeauf 5 Bogen in Folio A. 174s. gedruckt, und be-trift zwey Puncte. Der erste geht eine Weibsper,son in Kaufbeuern, Nahmens Eresccnrin an. Die-se hatte den Ruf einer grossen Heiligkeit erlanget,und daher einen grossen Zulauf von Leuten gehabt,daher sie einige nach ihren A. 1744. erfolgten Todein die Zahl der Heiligen versetzen wollen. Der Pabsttrug dem Herrn Bischof auf, die Sache zu unter-suchen , und fastete nach erhaltenen Bericht das Ur-theil ab: Ob man gleich auf die gute Ercjcentlnkeinen Verdacht einer verstellten Heiligkeit werfenkönne, so sey doch auch keine Ursach vorhanden, des,wegen man sie den Heiligen und GlaubenSheldcnan die Seite setzen muffe. Der zweyte Punct betrafeinige Bilder, da manche den heiligen Geist in Gc>stalt eines Jünglings, und die heilige Dreyfaltigkeir,als ein Haupt mir drey Gesichtern vorgestellet hat-ten. Auch dieses billigte Benedicrus XIV. nachangestellter Untersuchung nicht, g)

Es hat auch nicht an Privilegien und Freyheitengefehlt, wodurch sich dieser Pabst beliebt gemacht.Der Hafen zu Eivitavcchia wurde unter ansehnlicherVermehrung der Stadt ihrer Privilegien vor einenfreyen Hafen erkläret, das Haus Colonna hat alledie Prrvilegia wieder erhalten, die es vormals vonPabst Martina U. bekommen, r) Die Capucincrerhielten A. 1^45. zwey Brevia,») in deren eurembefohlen wird, daß der Apostolische ?re<stc,ceur alle-zeit aus den Geistlichen dieses Ordens genommenund ihm erlaubet werden solle, sich einer Caroffe zubedienen, und über die Gelder, so ihm seine andereSermons eintragen, selber zu disponiren. In dem

0) Ulllorico-Lcclel'. 1 '. V. p. 508. 517.

x) Eben diesclb. 1 *. V. p. 67Z.g) Ulkorico-Lccles. 1 . X. p. 721>r) Leben und Thaten des letzt reqierenden Pabsts p. 'Z.8) Neue europäische Fama r. Vui. x. »o;z. I. Vll. x-rzr.

andern Breve wird den Geistlichen , welchediese Stelle erhalten, die Macht ertheilet, sirb selbereinen Nachfolger zu crwehlc»; auch werden darumdrey Kirchen angegeben, deren Canzel durch nie-mand anders, als durch Eapuciner, und zwar aufNominativ» despracroriz ^srnstolitn besetzet werdenkönnen. Grosse Vortheilevor dieEapuciner! Hin-gegen ward schon A. 1741. allen Prälaten, bis aufden Gouverneur von Rom, den Eammer ^uäirvr,den Schatzmeister, und die vier Titular. Patriar-chen, verboten, das Röchet öffentlich zu tragen, irr»dem sie es erst auf der Treppe, oder dem Eingangin die Eapelle und andern heiligen Verrichtungen,wie auch bey den Audienzen, anlegen sollen, r)

Die pabstliche Lämmer hat sich unter der Regie-rung dieses Pabsts gar wol befunden. Einige hu-ben es, als erne Probe einer guten Oecononue an«gesehn, daß die ersteEardinale- Promotion solan-ge aufgeschoben , und hiedurch ansehnliche Summenvon den Einkünften der ledigen Stellen herbey ge-zogen worden. Wegen der Lotterien, so anfangsBcnrdlcco X. V. so wenig gefallen wollen, hat mandie Meynung deswegen am päbstlichen Hofe geän-dert, und nur dem Sohne des Bolognischen Abge-sandten und Eonsorten einen neuen Eonrract auf 9Jahr geschlossen, Kraft dessen sie jährlich 105020Scudi Pachtgelder davon zahlen, welche Summaman zum Besten, der so genanten Banco von deinheil. Geist anlegen wil. Man hak immer eineneue Verordnung nach der andern zu Verbesserungdes apostolischenCammenveseuS hervor leeren sehen.»)Keine fand mehr Widerspruch, alö die Tare, welcheder Pabst bey gegenwärtiger Noth, anf die in sei-nem Staate befindliche Ländereyen, Häuser undEinkünfte legen muste. y) So stellele zumEpemselder Groß - Eonnckable Eotonnn dem Pabst vor»daß die von dem Stul zu Rom. seinem Hause ver-willigtcn Pnvstegia selbiges von allen Auflagen be-freyeren. Die von dem Pabst niedergesetzte Leu-gregation von Eardinälen fand auch diese Privste-gia gegründet Der Herzog von aber',

der gleiche Privilegia von dem jetzigen Pabst erhal-ten , war nicht so glücklich, indem ilch b y derUn,lersuchung befand, daß sich seine Privilegia nurauf die ordentliche Tore erstreckten. Die HerrenJesuiten prärcndirken auch frey ru seyn, weil sieals arme Mönche, keine andere Einkünfte zu ge-messen hätten. Sie bewegten Himmel und Erde,

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r) Leben und Thaten des jetzt regierenden Pabstcö p. -6.u) Neue Fama 1 . VU. p <;».

») Neue Fama t. VU p. >zz.

7) Eben oastlost 1 '. IX. p. 90».