I. Cap. von den Rom. Cath. Lehrern.
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achtete den Cardinal Polignac gar wenig, und die-ser erhielt den 29. December A. «718« würklichenBefehl, sich bis auf wettern Bescheid in seine Abteyzu begeben, allwo er auch drey völlige Jahr Arresthalten muste. Man beschuldigte ihn, er sey in derInspiration, welche der Cardinal Albcroni durchden Spanische» Abgesandten wider den Regentenzu Paris angestiftet, mir verwickelt gewesen. Ge,gen das Ende des 1721. Jahres bekam er wieder
Erlaubnis nach Hofe zu kommen, und A. 1722. Rathe gezogen. Wenn es ihm aber allezeit nachge-
sahe man ihn zuRheims, als der König gecrönetwurde. Als er A. 1724. nach Absterben PabstsIimocemius XUI. die Einladung zum Conclaveerhielt, wäre er gern zu Hause geblieben, weil erso in Schulden stark, daß er sich nicht getrauete,ohne Schimpf seine Gläubiger zu verlassen. Je-doch der Herzog von Bourbon, der als damaligerPremier-Minister, ihn aus gewissen Ursachen lieberzu Rom, als zu Paris haben wollte, zahlte ihmsso-wol zu Befriedigung seiner unbescheidenen Gläubi-ger, als zu Anschaffung seiner Equipage so vielGeld, daß er seine Reise ohngehindert nach Romantreten tonte. Nach der in der Person BencdictiXll l. vollzogenen Wahl erhielt er auHdes neucnPabsteHänden den Cardinals-Hut, und ward von sei
ihm mit 150000. LivreS zu statten, und er langeteA. 17Z2. im Monat Julio wieder in Frankreich an.
Jedermann glaubte, er würde dem alten Pre-mierminister, dem Cardinal von Fleury, an die Sei-te gesetzt werden. Allein die Muthmaßung warvergebens. Denn ob er gleich bey Hofe in grossenAnsehen stund, so ward er doch nicht weiter, alsetwa in den Polnischen Angelegenheiten, so dieStreitigkeiten der Französischen Kirche betrafen, zu
gangen wäre, so hätte man in Frankreich ein Na-tional-Concilium anstellen, und die streitigen Punctedaraus erörtern müssen. Den i. Jan. 17zz. warder nebst dem Prinz von Conty zum Ritter des H.Geistes installiret, wozu ihn der König schon A.172g. ernennet und mit einer Eommende versehenhatte.
Er war ein Herr von vieler Wissenschaft, grossemVerstände, und sehr artigen Umgänge. Wie ersich schon in der Jugend durch verschiedene öffentli-che Übungen gezeiget; also behauptete er in dreyenköniglichen Academien seine Stelle, als ein würdi-ges Mitglied.
In die Akademie kran^oise wurde er A. 1724.in die Akademie ckes Sciences A. 1715. und in. die
nem Könige zum Abgesandten am Rönnschen Hofe,6«; Ilelle; teurer 1717. aufgenommen. Von sci-
rrnennct, von welcher Zeit an derselbe die Franzö-sischen Angelegenheiten daselbst acht ganze Jahre be-sorget hat. Von dem Pabst bekam er Anfangs denDiaconat - Titel von 8. Xlaria in porcieu Lapirolü,nachdem er aber noch im November gedachten Jah-lreö in den Priester - Orden getreten, erhielt er denTitel 8. Xlarire in via»
Unser Cardinal wohnte hierauf A. 1725. dem La-teinischen Eoncilio bey, half es auch durch seinenachdrückliche Vorstellungen dahin bringen, daß eskein Occumenicum, sondern nur ein ?rc>vincis!s hies.Sowol hier, als während seines ganzen Aufenthaltszu Rom, muste er dem Pabst wegen der Französi-schen Kirchenangelegenheiten öfters verdrnßlich fal-len, daher es schwer hielt, bey dem Pabst Audien-zen zu erlangen. A. 1726. hatte ihn sein König zum
nem Anrrlucrerio als einer Vertheidigung der Re-ligion aus der Vernunft, wider die Spötter hatman in Frankreich viel Rühmens gemacht. Als eraus Polen wider nach Hause gieng, hielt er sich ei-nige Zeit in Holland auf, und unterrcdete sich ver-schiedene mal mit dem berühmten Bayle, dessenLexikon, vor nicht langer Zeit heraus gekommenwar. Diese Unterredungen gaben ihm Anlaß denspitzigen Einwürffen weiter nachzudenken, die einEpicur, Lucretius, und die Sceprici wider die wich-tigsten Wahrheiten der Religion und derSittenlch-re gemacht. Er versuchte es, und machte in seinerersten Retirade zu Bonport den Anfang, die Thor-heit und Eitelkeit derselben in einem lateinischenHelden Gedicht darzulegen. Er nahm diese Arbeithernach zu Anchrn wieder vor, vermehrte undbesserte daran so viel aus, baß, da sie anfangs nur
Erzbischof zu Auch ernennet: er lies sich also in aus sechs Büchern bestund, sie hernach in neune ab-der Französischen Nationalkirche zu Rom zum Bi-getheilet war, deren iedes aus tausend bis izoo.
schof weyhen. Hier hatte er zwar bisherden Charakter eines Königlichen Abgesandtenmit grosser Magnisiceuz und Klugheit gesühret;aber eben das erste hatte ihm wider die Noth zu We-ge gebracht, daran er in Polen und Frankreich vor-
Verscn bestund, davon er aber das neunte nicht fer-tig gemacht. Er hatte sich dabey den Virgil zumMuster erwehlet, und die Begierden, mit welcheres von den gelehrtesten Leuten gelesen, abgeschrie-ben, von dem Herzog von Maine, ungleichen von
mals krank gelegen. Er solte nach Hause kommen,'dem Herzog von Vourgogne übersetzet worden, legtund hatte so viel Schulden gemacht, daß es ihm ohn-'zur Gnüge an den Tag, wie hoch es Kenner ge-möglich siel, sich so gar geschwinde aus Rom zu be-i schätzet haben. Es ist dieses vortresiiche Gedichtegeben., Jedoch die Freygebigkeit des Köuigs kam» Hhh h ; durch