Buch 
Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
JPEG-Download
 

6^8 Hl. Fortsetzung von

senschaften zu unterrichten, und als Präses verschie-dene Disputaklones zu halten.

Man machte ihn also daselbst 1699. zum ausser-crdcntlichen Professor der WcltweiShelt. Als eraber eben seinen todkranken Vater besuchte, erhielter 1702, die Vocation zum Dircctor und Professorder Theologie in dem Casimirianischen Eollegio zuEoburg. Weil er hier das Collegium in eine sogute Aufnahme brachte, wurde ihm auch die Auf-sicht über das Studieren der vier Hcrzogl. Prinzegnädigst aufgetragen, die er zu gewissen Stundenselber unterrichtete.

Im Jahr 1706. übernahm er nach den Gesetzendieses Eollcgii zu Wittenberg die Doctorwürdc, wo-zu die Herrschaft alle Kosten gab. Allein er bliebeben so lange nicht hier. A. 171z. berief ihn Her-zog Friedrich II. zum Kirchcurath und Assessor desObcrconsistorii nach Gotha, und befahl ihm dieAufsicht über die Studia der sämtlichen Prinzen,auch die Direktion der so kostbaren, als berühmtenVibliothec an. A. 1714. ward er zum Ober-Eon-sistorialrath erhoben, und 172z. über das Fürstl.Kieäaillen-Eabinet, und 1724.. mit über das Fric-dcnsteinische Haupt-Archiv bestellet: und so stieg er,bis zur Viccpräsidcnten-Stelle des Ober-Consistorii.

Seine grosse Kcntniß der Bücher, und Ersah,rcnheit in den Kirchengeschichten haben seine Reise»ungemcm befördert, weil er solche in den Jahrenanstellete, da man mit Nutzen reiset. Auf Kostender Sächsischen Herzoge gieng er 1704. nachHolland, Westfriesland, und Groningen, be-sähe die dasigen Universitäten, kaufte die vor-trcstichsten Schriften, machte sich mit den Gelehr-ten nicht nur, sondern auch mit Leuten von aller-hand Secten,Wiedertäufern,Quackern und Schwär-mern bckant, und lernte also ihre Schriften, Leh-ren und Anstalten recht eigentlich kennen. A- i 707.reifere er nach Frankfurt an der Ddcr, und lernteHermannen, Srrimestmn und -Holzfustn kcn.nen. A. 1710. durchreisete er Franken und Schwa-ben, und wolte 1719. gar noch Frankreich gehen.Er erkrankte aber zu Straßburg, und musie um-kehren, da er eben nach Heydclberg kam, als denResenuirtcn die Heil. Geist Kirche genommenwurde.

Er hat nie im Predigamt gestanden, oder sichdazu ordiniren lassen. Er ist in mehr denn einetheologische Streitigkeit verwickelt worden, darunterdie Widerlegung, damit er die Arnoldische Ketzer-historie um einen guten Theil ihres Ansehens ge-bracht, und das was bey dem Unicnswcrk mit denReformirtcn vorgegangen, die merkwürdigsten sind.Er hat sich zweymal verheyrahtet, aber keine Erbenhinterlassen, daher er den gröstcn Theil seines Vcr-

1 741. b.S 17 45. _

mögens zu milden Stiftungen vermacht. SeineSchriften haben sich durch ihre Gründlichkeit, nach-drükliche Schreibart, deutliche Kürze, und grosseBclcstnheit in grosses Ansehen gesetzt, p) Es sindderselben so viel, daß wir nur einen guten Theilderselben hier anmerken können. Das ßnd fol-gende :

I. Oisterrariormm üistorico - Lcclest»sticrrum kcnkrr1740. in 4.

r. Vi» Lc kbilalopbia l'bomse dimpanella: 170s.

z. ^mmaäverstone; in /./Her» äcd'. ch»»-/re cpiUolu rbeo-logici;.

4. XnimLäversione» In libellum ?oniilicium, Kurzund gut.

;. tlilloria p-eäodapristni resticura säversi» 6. >mol-änm.

6. ?roxrrmm»ra 8ele/ki «7-8.

7. l)»- eccleli» lubrerrrner d-Urcr linAnlLii« iSyß.

K. Vinäici.r lustinirn» pro lullini dk^rrzrir Hirloxocum Ir^pbone »70«).

9. (Iroriu; äe.verirare Ueligionir Lbristiani: cum -^nr-

1709.

10. Lrnurur UenLui äe verirrte Se excellenrir tlbri-stirna: religioni^.

II. t^LniIogu«, (ioUicum ^k 55 . Llbliorbec» Lorlirn«17,4. >n 4.

ir. (.ompenäii Lorbrni lkistoria: bcclck. l-ider rcniur172;.

>Z. Uidliorbecre tl/prianicae Lawlogui 1716.

14. Lonlecrrrio LrnrlH ?,i 8axonire ldaci,: Eine Vortref«lichc Lobrede nebst andern Schriften.

1;. Allgemeine Anmerkungen.wider G. Arnolds Ketzer-Historie 1700.

16. Fernere Probender von G. Arnolds Partheylichkeitin 4.

»7. Das tenrrum des Pabskthums.

i«. Die Siltenlehre Christ, aus den alten Kirchenleh-rern erkläret 1707. >n 8 - >7;;-

19. Bericht von Kirchenordnungen wider die Separat,-sten in 4.

LO. Ikilrria Lernxelica, oder Bericht vom andern Evan-gelischeii Jubelfest m Folio Gotha 1719. XVll. Alph.iz. B. 17. Kupfer.

ri. Tcnzelii Bericht vom Anfang der Reformation miteiner Vorrede und Anmerkungen 1717.

2r. Der andere Theil nützlicher Urkunden zu dcS Herrnv. Seckendorf und Tenzels ReformationS-Echrif-trii. «7«8.

rz. Überzeugende Belehrung vom Ursprung und Wachs-thum deS Pabstthums >710. oft aufgelegt und m daSHolländische übersetzt.

-4. Abgedrungener Unterricht von kirchlicherDereimglingder isirotcstaiikcil >717 Diese zwey Schriftm sind fol-che Meisterstücke, daß blos um dieser willen das An-denken dieses Theolog, unvergeßlich seyn mssie.

75. Historie der Augsp. Confess aus den Origmal-Actenbeschrieben ,750. Ist etliche mal schon aufgelegt.

26. Die

p) Göltens gelehrtes Europa D II. p. s. ttl. 79z.Lriegleb. äc vira Le meririe (.) prl»ni ist eine blosse Ueber«setzung Herrn Göltens. Moserö Lc/icen jetzt lebender v<-I lehrten P. 79 Z-