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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. Eap. von den Reform. Lehrern.

65z

ter hatte schon grosse Lust am Studieren, und sichhalb und halb dem geistliche Stande gewidmet ge-habt. Allein er muste diesen Vorsatz fahren lassen,iveil man gern eine wichtige Handlung bey der Fa-milie erhalten wolte. Er entschloß sich daher, ein-mal seinen ersten Sohn der Kirche zu widmen.Das war unser Heinrich Charelain. Als dasberufene Edier von Names aufgehoben wurde,musten Vater und Mutter mit ihm, als einemzwey/ährigen Kinde, aus Franckreich weichen. Sieliefen sich 1686. zu Amsterdam nieder, und denjungen Lhatelain daselbst, in allen zu seinem Zwecknöthigen Wissenschaften unterrichten.

Dieser besuchte also 170z. die hohe Schule zuLeiden, und legte sich mit grossen Fleiß daselbst bis1707. auf die Weltweisheit und Gottesgelahrheit.Er übte sich fleißig in Predigen, nachdem er dieErlaubniß hierzu bey der Wallonischen.Synode er-langet. Darauf that er eine Reise nach Engel-land , hielt sich ein Jahr in London auf, predig-te daselbst fleißig, und ließ sich vor seiner Abreisenach Holland von dem Bischof zu London 1710.ordiniren. Er hatte in der kurzen Zeit seines Au-fenthalts hieselbft sich so viel Liebe und Hochachtungerworben, daß ihn das folgende Jahr zwey Gemei-nen in London zu ihrem Prediger verlangten. Ernahm den Ruf zur Gemeine St. Martin Orgasan, hielt im Sept. 1711. seine AntritS-Predigt,und genoß so viel Liebe und Hochachtung bey seinenZuhörern, daß er verschiedene Gelegenheiten au§-schlug, wieder zurück nach Holland zu gehen, e)Als man ihn endlich bey der ansehnliche französi-schen Kirche im Haa^zunr Pastor verlangte, be-hielt die Liebe zu den peinigen die Oberhand. Erfolgte dem Beruf, ward 1721. in sein neues Amtgewiesen, und eben die Eigenschaften, die ihnr dieLiebe und Hochachtung seiner Gemeine in Londonerworben hatte, brachten ihm auch dieselben im Haagzuwege. So ungern ihn die Gemeine im Haagvorlohr: so willig nahm er A. 1727. dewRuf nachAmsterdam an, wodurch er den Seinigen noch nä-her kam. Wie er sich hier mit seinen Predigten ei-nen ungemeinen Beyfall erwarb, also hat er auchsolchen bis an sein Ende behalten. Man hat ihnwegen seines ungemein deutlichen, ordentlichen,gründlichen und anmuthigen Vertrags sehr gerüh-met: 5 ) und er dürfte, da man seine Predigtenübersetzet, uns Deutschen bald bekanter werden. Z)

e) Nachrichten von den neuesten theol- Büchern undSchriften 1 *- M. p. 776. Libliorbeoue Kallonnee 7^.XXXH. p. zo,.

f) Nachrichten von den neuesten) theol. Büchern Dill.p- 774.

x) Krafts neue theologische Bibliothec 1*. I. p. 50.

Die leztern Jahre seines Lebens wurde er mit ver-schiedenen Schwachheiten befallen, daß er sein Amtnicht, wie erwollte, abwarten konte. Er ließ sichdaher oft auf die Eanzel tragen', umz nur dem Ver-langen seiner Zuhörer ein Gnüge zu thum. Diewichtigen Aemter an so grossen Gemeinen, und derFleiß, den er auf eine geschickte Ausarbeitung seinerPredigten wendete, verstatteten ihm nicht, auf dieVerfertigung gelehrter Schriften zu denckcn. Al-les was man von ihm in Druck gesehen, ist K)

>. Das Leben des Herrn O-mäe» das dessen Predigtenvorgesetzet ist.

r. Das Leben des Herrn Bernhards, welches dessenTrrirö äe I' Lxcellence äs Irkelißion ckrerlenno vor-gesetzet worden.

-. Hormons lur äiverle; lexres äs 1' Lcrlnire kamre7 *. I. n. 1744. m. Lc. IV. 1745. welche auch vonHerrn Fr Eberh. Rambach ins deitsche Übersetzerworden.

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Ein Französischer Theologus und Director der mathema-tischen Classe bey der Königlichen Societät der Wisisenschastcn in Berlin, geb. den >9. Octobr. 1649.gestorben den 24. Julius 1744. im xzsicnJahr.

Der Vater dieses Gelehrten war Major beydemRegiment des Feldmarschalls Ludewig von Bachp,Baron von Aubars, der auch die Tochter diesesseines Obersten geheyrathet hatte. Diesen Elternward unser Alphonsus den 19. Oct. 1649. aufdemSchlosse zu Anbais gebohren. Man merckte baldetwas aufgewecktes an dem Kinde, daher man fürseine Erziehung desto grössere Sorge trug. Er warso unglücklich, daß er verschiedene Lehrer von ver-schiedener Gattung bekam, die ihn in den Anfangs-gründen der Wissenschaften bald vorwärts, baldwieder rückwärts führten. Zuerst hatte er einenschottlandischen Arzt zu seinem Praceptor, der ihmohne Wehetagen lateinisch lernete. Auf der Schu-le zu Leimes bekam er in den zehnten Jahr seinesAlters wieder einen Schottländer, der als ein Or-bilius ihm mit Streichen und sauren Gesichtsstel-lungen das Lernen samt den Büchern alles zuwidermachte. Doch hielt er fünf Jahr bey ihm aus,undwandte sich mit ihm nach Orange, wohin 1664.die reformirte Schule verleget wurde. Hier hielter sich an einen Medicum, der die Weltweisheirlehrete: allein die Lust zum Studieren war ihm un,ter dem vorigen Lehrer so vergangen, daß sie jeztganz und gar nicht wiederkommen wolte.

Sein Vater merckte das, und übergab ihn 1667.einem andern Philosophen, dem Johann Fleury,zur Unterveisung: und dieser fieng wieder mit ihmNnnnz von

t») ktigorico- Lcclest 7 '. IX. x. 7;r. Lejpz. gel. Zei-tungen 21. 1744. k- 48z.