L. Eap. von den Zwistigkeiten.
72Z
theidigung des Lehrsatzes von der besten Welt, mitübernommen: k) und dem man deshalben von Sei-ten der Gottesgelehrten und Weltweisen nicht wenigwidersprochen, l) Der Herr Senior Wagner, des»sen Einsicht in die Philosophie und GotteSgelahrheitbeyde Theile verehren, ist zwar nie auf der WolfianerSeite getreten, hat aber doch für gut befunden, diegekränkte Ehre des sei. Reinbecks in einem auf dessenTod verfertigten Denkmal zu retten, welches nichtnur bey den Reinbeckischen nachgelassenen klei-nen Schriften, wie sie 174z. in 4. herausgekom»men, m) sondern auch in der Fortsetzung der Be-trachtungen über die Augfpurgifche Lonfeßion,wie solche von Herr Lanzen ausgefertiget worden, n)befindlich ist. Wir haben den Inhalt desselben, soweit er hichcr gehöret, schon das vorige mal ange»zeiget, o) Der Herr Professor Stiebritz hat nichtnur die grösser» Werke des Herrn Wolssens in einenAuszug gebracht, p) sondern auch in einer besondernAbhandlung unter dem Titul: Beweis für diewürklichkeir einer Offenbarung wider dieNaturalisten: nebst einer wiederlegung derer,welche dein Wölfischen System eine BefZrde,rung der Naruralistekey b-ymessen 1746. dieWölfische Philosophie von den gefährlichsten Vor»wursten zu befrcyen gesucht. In Leipzig hatte derHerr Professor Gottsched bey der neuen Ausgabeder Thcodicee des Herrn von Leibnitz, in Ansehungder Leibnitzischen Meynungen durch die hiezu gefügteAnmerkungen ein gleiches gethan. Wir tönten der-gleichen Bemühungen noch mehr anmerken. Alleinwir sind nicht gesonnen, hier eine historische Vc»schrcibung der Wölfischen Weltweiöheit zu geben.Wir erinnern zum Beschluß nur dieses noch, daß wieman aufeiner Seite nicht leugnen kan, daß eine Men-ge Leute, und besonders sunge Docenten und unvor-sichtige »endemische Zuhörer aus dem Vertrag dieserPhilosophie zu allerhand pelagianischen oder wohl garnaturalistischen Meynungen Anlaß genommen: alsoman auf der andern auch zugeben müsse, daß diesem»gen, welche sich derselben vorsichtig in Bestreitung derNaturalisten, oder in wichtiger theologischen Punctebedienet, und die heil. Schrift dabey nicht hintan-gesetzt z. E. cinCanz, Stapftr, u. a. m. mit ihremExempel bewiesen, daß nicht alle Liebhaber jener Phi-losophie, wenn sie zur GotteSgelahrheit kommen,nothwendig Naturalisten oder Pelagianer seyn müs-sen.
K) Sammt, von Alten Und neuen A. >74;.y.4;5.
I) Philosophischer Büchcrfial I'. I. p. 265.
Reindecks kleine nachgelassene Schriften. P.1-Z6.lft Im fünften Zdeii-0) ZwenreS Snoninnent p. 44?.x) Ziwerläßigc Nachrichten l.V.p.r8o-
XVI l.
Was ist wegen der Seele Christi gestrittenworden?
Der Streit ist gemischt, und ist nicht allein inunserer Kirche erhoben, und fortgesetzet worden.Unterdessen ist wohl das meiste darin von unsern Got-teögelehrten geschehen. Wir wollen also lieber hierdas nöthigste davon beysammen nehmen, und denPlatz, den wir ihm sonst auch bey der reformirtenKirche anweisen möchten, dort vor eine andere Zwi-stigkeit aufheben. Man muß den Anfang wohl beyeiner gewissen Schrift des Herrn Larpovs machen,die unter dem Titul: Lommcmacio cle snima ckri-tti in se lfieÄa», oder wie sie in Jena verkaufet wur-de: kl^ckologia lscxacilllma 17z/. herauskam, g)In dem dritten Capitel derselben hatte er von demUrsprung der Seele des Eottmenschen JESUgehandelt. Sind die Gelehrten überhaupt wegendes Ursprungs der menschlichen Seelen nicht einig,ob sie durch die Fortpflanzung, oder durch eineneue Schöpfung entstehen? oder ob sie vorher ge-wesen, und vom Anfang alle auf einmal erschaffenworden? so darfman sich nicht wuiidcrn, daß sich ebendiese Schwierigkeiten bey Bestimmung des Ursprungsder Seele JEsu ereignen. Herr Carpov behauptete,daß GOtt dieselbe gleich damals erschaffen, als er denkeuschen Leib der Maria befruchtet. Er wiederholtedieses in dem zweyten Theil seiner Theologie 1759,und erklärte sich überhaupt wegen der ganzen Em-pfängnis Christi nach Seel und Leib so: GOrr habeden ganzen Urstof der menschlichen Narur desHeilandes, fowol die des Leibes, als
das einfache Wesen, so dessen See e abgebenfolre, unm.rrelbar in der Jungfrau Mariahervorgebracht, und auf die Weise glaubte er vie-len Schwierigkeiten zu enkgehn, die sonst den Got-tcSgelehrten übrig bleiben, wenn sie die Mittheilungdes Urstofs zum Cörper und die Fortpflanzung derSeele, von der Mutter JEsu herleiten, r)
Hierwieder erinnerte mau in den ZuverlässigenNachrichten von dem gegenwärtigen Zustan-de, Veränderung, und Wachsthum der wififenschafren so viel: r) Wenn Christus nicht dieStamina, oder die ersten zarten Gewebe seinesCörperö sowol, als seiner Seele von der Jung-frau Maria empfangen, so komme er auch seinemWesen nach nicht aus ihrem Geschlecht her, undVyy y 2 man
r,) Ludovici neueste Merkwürdigkeiten der L> WölfischenWeitwcishcit p-24>.
r) Früh aufgelesene Fruchte A. >74«. ?- 5'-!>) M'vrlastlgc Nachrichten l. t. p. 125 -