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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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!H Fortsetzung von 1741 bis 1745.

düng der Acten gegenseitige Berichte. Der Hoftrug bey so bestallten Sachen Bedenken, in der Sachezu decidiren: man war allerseit» froh, daß er dm ch ob»Veränderung aus dein Spiel, und die Unruhe beyderGroßdedelebischen Gemeine, die nun ins fünfteJahr gewähret, zum Ende kam Wenn man auchnur die einseitigen Spe'iem Facn zum Grunde legt,so lernt man das menschliche bey den Streitigkeitenkennen, die aus verschiedenen Absichten, und un-gleicher Vorsicht vor d»e Religion und Kirche gefüh-ret werden, u)

In der Römischcarholisichen Rirche,wo mandie Klrchcngcdrauche eher >m Uoerfluß hat, findet sichnoch verschiedenes anzumerken. Man hat die Ver-ehrung der Heiligen noch immer gar stark ge-trieben, und der Abt johannEbryfostomuo Trom-bellt z Bononien hat dieselbe »n einem grosenWerk von etlichen Bänden in Quart: ve Oulcu l 4 n«itorum vertheidiget, x) welchen Herr ProfessorBieolin zu Leipzig zu widerlegen angefangen.Wie der gegenwärtige Pabst durch sein grosesWerk:ve l'eruoruin O.i b sc,6carione Üe Leskoruiv Oano-Nilsclonc in 4 Banden in Folio, sattsam an den Taggeleget hat, daß er verstehe, was zu einem Heiligender Römischen Kirche erfordert werde, also hat er sei-ne Fertigkeit in der Heiligsprechung durch vielfältigeProben an den Tag legt.

Er vermehrte bald nach seiner Gelangung auf denpabstlichen Thron den K»rchenhimmcl mit »erschiendenen neuen Heiligen. Der erste, der zu dieser Ehregelangte, war der P. Alexander Saoli, ein gewese.ner Mönch aus den Barnabirer-Ordenvon SPaul.Das päbstliche Brcve seinetwegen ward am SontagIubilate 741. publiciret. r) Nachhero arbeiteteman an der Selig oder Heiligsprechung 2) desMichael de Ganrio aus dem Orden der SpanischenP. H TriNitanorum, z) der Königin Johannavon Frankreich Lude.vig des X>. Tochter, und Ludeivig des Xli. Gemahlin 4) des Pabfts Innoce»-tu XI. dessentwegen es verschiedene Schwierigkeitensetzte, weil sich ein gewisser Hof, der vor diesen Pabstniemals allzugükige Neigungen gehabt, dessen Eano-nisation sehr heftig widersetzte, daher man auch vonRom ausetnerParthey der Anrijanfcnisten Erweh.nung that, 5) des LTic. Faccori aus dem OrdenMinorum Observanlium, eines Spaniers von Ge-burtu.a. m. a) dabey wir uns nicht aufhalten, da

v) kgillorlco-Rcclek. 1 . VI. p. »o. I.Vll. P >6Z.D-VUl. pFrr.^88.

») Lcivj. gel. Zeit A. -74'- p. 769.

! 4 <>v Lruä. 17«,. p.8il-r) DaS Üebcn desjetzrregicr. PabstS p. i;.

,) Neue Europäische 1. VH. p. »oo». 1. VIU.

^ ^40. tvjg, k. IX. p, 705.

künftig einmal bey dem Leben dieses PabstS die vonihm canonisirte und beatisicirre wieder pflegen zusammen angeführt zu «erden.

Ww bedenklich und vorsichtig der heil. Vateraber bey dem allen verfahren, ist aus dessen Schrei-ben an den Herrn Bischof zu Augspurg, welches un-ter dein Titul: b) Lpillola lummi ponnstci! llene-cilöti clccimi g^arti lcr,prr lokcpla Lpilcopo ^ugulla-no. . . zu Rom auf fünf Bogen >74;. in Folioabgedruckt worden, offenbar. Eine gewisse Weibes»Person Nahmens Erefcenria in Rauf euren hatte'den Ruf einer grossen Heiligkeit erlanget, und des-wegen einen grosen Zulauf von vielen Leuten gehabt.

Es wölken sie daher einige nach ihren A. 1744. erfolg-ten Tode unter die Heiligen versetzet wissen. DerPabst untersuchte also die angegebene Proben ihrerHeiligkeit, und befand nach angestellter Prüfung,daß, wenn auch alles wahr sey, was die Zeugen, diedoch nicht auf gehörige Art darüber vernommenworden, von ihr ausgesagt, Ercsienria zwar einfrommes Weib, aber noch keine eigentlicheHeiligezunennen, weil man keine HeldcnruIend, vielweni-gcr eilNIcs Wunderwerk, das GOtt auf ihr Ge»bet verrichtet, darunter wahrnehmen könne.

Über dieses hatte der Bsschofdem heil. Vater eineander- Frage zur Entscheidung vorgelegt, die im ge-dachten Schreiben beantwortet wurde, und ebenfallshieher gehöret. Es hatten einige, welche die Rö-mischcatholische Andacht mit Bildern versehen, den Lheil Geist m der Gestalt eines Jünglings, vorge-stellt. Die Bilder hatte der Bischof verboten undwegnehmen lassen. Der Pabst billiget und lobt die-sen Eifer; und befiehlet, damit fortzufahren, weildie Kirche keine Bilder von göttlichen Personen, alssolche erlaube, welche eine von den Gestalten anzei-gen, unter welchen sich GOtt in der heil. Schriftgeoffenbaret. Dieses harte zu einer andern FrageAnlaß gegeben: Ob man nemlich die hei ae ,Dreyfalttgkeir unter dem Vilde eines mensch-lichen Leibes mir einem dreyfachen iSestchr oderdreyer vollkommen ähnlicher Personen, oder sonstauf dergleichen Weise abmahlen dürste? Dieseführet der Pabst sehr gelehrt aus, und zeiget, welchevon dieser Art Bilder in der Kirche zu dulden seyn,oder nicht? dabei, er gemeiniglich die oben gegebeneRegel zum Grunde leget, baß die Vorstellung also an-zugeben sey, wie sich die Heil. Dreyfaltigkeir in derSchrift geoffenbaret habe. ^

Weil das allerhöchste Hauß Österreich auf denheil. LTepomuc ein so grosses Vertrauen setzet, sostund Benedicrus XIV. diesem Heiligen so wol in

Böh-

b) llillorico-Lccl. I'. X. p, 721.