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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
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m. Cap. vom Kirchenreglmenke.

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sslte. Die Bestürzung über eine so betrübte Be-gebenheit bey der ganzen Stadt ist nicht ju be-schreiben. Bey der Oefnung des Leichnams wurdedie Milz sehr groß befunden. In Betrachtungdessen und anderer schon gedachten Umstände wardes von der Obrigkeit erlaubt, daß ihm ein ordent-liches, aber nicht allzuftarkeö Leichenbegängnis durf.te gehalten werden, bey welchem man in Ansehungdes Textes, und des Liedes den letzte» Willen desVerstorbenen erfüllete.

Ueber das andere mag der Leser urtheilen, was er kan,und will. Es ist bekanr, daß Herr D. Fröreijen zuSrraßburg schon vor einer ziemlichen Zeit eine lateini-sche Rede gehalten und drucken lassen: Oe Lkarlecanc-ria Nienloßorum. Er hatte! darinne viele von seinenMitbrüdern zum Gelächter gemacht. Diese wardwieder aufgelegt, und seiner Warnung fi'w derAmzendorfitctien Gcelenpeft 174z. beygefügt. HHieran war eö «och nicht genug. Er hielt den9. May 174z. noch die Rede, deren wir drobengedacht, De Mliero LccleliL ^ußuüanL confcllinriiaääiÜL permulli; in locis statu, welche in 4. aufeinen Bogen gedruckt ward, und grosse Bewegungenverursacht. Er deckte darinne die Fehler der Evan-gelischen Kirche, die er hätte verbergen sollen, sei,ber auf, und vergrößerte dieselbe. Er gab inson-derheit den Mangel einer äusscrn und sichtbarenT^eAlerunAsforrn, als die Quelle alles Verder-bens , und Elends in der Evangelischen Kirchean, und gab den ReformatoribuS alle Schuld. Dieschädlichen Folgen, so er daraus herleitete, warenittlonderheit: b) i) daß so viel ärgerliche Mey-!nungen von Kirchensachen bey uns behaupten wür-den, 2) daß ein seder Betrüger und Schwerinerbey uns eine neue Kirche schmieden könne daßdie Lehrer so verachtet, und die RcligionSstreitig-keiten so bitter geführet würden, 4) daß die Kir-chendiener so schlecht bey uns versorget wären, des-wegen die Reformatorcs entweder die Sache besserbedenken, oder den Lehrern nicht hatten erlaubenselb n, sich zu verheyrathen u. s. w. Er machte ausldiejen und andern dergleichen mehr den endlichenSchluß, daß unsere so sehr im Verfall stehendeKirche ihrem gänzlichen Untergang gar nahe sei».

Wir können Gott sey Dank noch immer löblicheBeyspiele ausweisen, daß hohe Obrigkeiten sich an-gelegen seyn lasten, die Lehrer zu fleißiger Abwar-tunq ihrer Pflicht zu ermuntern, und solchem Ver,fall durch nützliche Verordnungen abzuhelfen, odervorzubeugen. Ausser dem, was die neue Inspe-

Nachrichten von dcn ncuest thcol. Büchern. Hx. 8 lz.b ili tk Lcci. 5 - ViII. x. »04. leg.lll. Theil.

ckions und Presbyeettalsrdmrng, deren wirvorhin gedacht, den in Schlesien unter PreußischenScepter stehenden Evangelischen Predigern heilsa-mes vorschrieb, erhielten sie kurz darauf eine ge-schärfte Verordnung „ihre Amtspflicht bey denen„ihnen anvertrauten neuen Gemeinen dergestalt„unabläßig zu beobachten, daß keiner von seiner„Parochie ohne speciale Eonceßion des Oberconsisto-„rii sich auf z. Tage entfernen solte.„ c) Diesewurde nachher» aber dahin gemildert, daß sich diePrediger in solchen Fall nur bey ihren Inspeetoremelden, wenn sie aber eine Woche lang, und län-ger mit Aussetzung eines Sontagö verreisen wolten,erst dazu bey dem Oberconsistorio die nöthige Er-laubniß suchen müsten. Weil man auch wahrge-nommen, daß man einige von gedachten Evange-lischen Predigern in Schlesien sich mit ihren Kir-chenpatronen in Streitigkeiten und unnütze. Processeeingelassen, so kam eine gar unangenehme Verord-nung darnieder, ci)

In den Herzoglich rvüurenberglsitzen Landenergieng A- 174z. ein Synodalrescript an die gesam-te Geistlichkeit, darinne unter vielen andern Er-innerungen , wegen ernstlicher Führung ihres Amtsnicht nur den Predigern und Vicariis verbotenward, in gefärbten Röcken, Reisehüten, in Stie-feln und Sporen mit Carbatschen und Spießzer-thenHerum zugehen, sondern auch den Superinten-denten selber recommendiret wurde, bey vorzuneh,wenden Kirchenvisitation, besonders in den Städ-ten, sich selber dergleichen ungeziemenden Habitszu enthalten, und im Mantel zu erscheinen, e) A.1745. aber ward die Kirchenvisitation weit genaueranbefohlen, und sämtlichen Superintendenten einModell vorgelegt, wornach sie ihre sehr genau ab,zufassende RelationeS vom Pfarre, Schule undGemeine, nach ihren innern und äußern Umstan-den richten selten, k)

Wie man in den Lhttrkannövemtcben Landenauf alles, was die Religion und Gelehrsamkeit be-trist, in unsern Tagen höchst aufmerksam ist . alsoward A. 1744- sämtlichen Predigern verboten, kei-nen wegen der Lehre überhaupt, und insonderheitwegen des Separarismi, Pictismi, oder auch fana-tischer Irrthümer verdächtigen Menschen, predigenzu lassen: g) und als sich gar ein gewisser Predigerunterstanden, in den Hrezmäurer-rvcn zu treten,

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c) Vll.p. 557. 1 . VIII. x.575.

ä) 45 k kccl. 5 . VlH. p ? 7 «.e) Ebendieselbe I. VIll. p. r>8- 212.

51 still. Lccll. 1 . X. p. 550. leg.e) Ebei dieselbe V. IX. p, 264-

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