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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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I. Cap. von der griechischen Kirche.

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Schriftsteller haben uns beiden wollen, daß die Cop-ten auch ihre MägdchenS beschneiden; k) allein daweder Abudacnus, noch andere neuere glaubwürdi-gere Schriftsteller von einer so seltsamen Beschnei-dung etwas gedenken,so scheinet solches keinen Grundju haben, l)

jedesmal die Worte verändern Christen hinzu: Ich

raufe dich im Manien des Vaters, und desC"-hnes, und des heiligen Geistes. Der Prie-ster trocknet hernach mit einem weisen Tuche denTäufling ab, salbet alle und jede Giiedmasen ein, undstärket ihn also mit dem heiligen Oehle. Eben der«

Von den Gacramenten der Copten wollen wir selbe ziehet ihm ein Westerhemdgen, ein besonderesausführlich reden. Das erste ist die Taufe. Daß.weises Kleidgen an, und umgiebt ihn mit einemste vor oder bey derselben ihren Kindern ein Creutz,Gürtelgen, welches von niemand anders, als von ri-nnt einem glühenden Eisen entweder auf die St>rne,incm Priester nach drey Tagen wieder kan abgenom-oderKmnbacken drücken sollen, wie einige crzehlen, m) men werden. Bey der Auflösung des Gürtels gehetsolches mag wol ungegründet seyn, indem Abudac gleichsam eine wiederholte Taufe vor. Denn deruns, Beuzel, und andere nichts davon melden, da ste Geistliche ziehet das Kmd aus und wäscht es in ei-

doch auserdem einen so merkwürdigen Umstand nichtwürden vergessen haben. Mas man von ihren Taufgebräuchen zuverläßig melden kan, bestehet in sol-gendem. Kein Kind wird vor dem Hosten Tageseines Alters getauft. Es geschiehet dieses m ihrenKirchen. Im Nothfall, wenn das Kind sterbenwill, gehet der Priester ins Haus, tauft aber das

nein Gefässe mit Hellem Wasser noch einmal ab. Manstehet gleich, daß dieses kein nothwendiges Stück derTaufe ist. Nach einiger Vorgeben sollen die Copteuim achten Jahrhunderte eine doppelte Wiederholungihrcr Taufe, jährlich angeordnet haben, um sich ih-res Taufbundes zu erinnern- Es mag aber diesesvon einem Misvcrstande herrühren. Nach 2lbu-

Kind nicht, sondern bestreichrt es nur mit Ochh und dacili n) Bericht pflegt man jährlich zweymal Taufe

thut ein Gebet, mit der Versicherung, daß schon dasVerlangen nach der Taufe selig mache. In denKirchen haben sie einen besondern Taufstein, dessen in-wendiger Raum eine ziemliche Menge Wassers insich halten kan. Nachdem solcher mit Wasser angefüllet worden, tritt der Priester, der alleine die

zu halten, zur Paßionszelt, und zu Pfingsten, dadie Kinder meistentheilö getauft werden. Im Noth-fall aber pflegt es auch zu anderer Zeit zu geschehen.

Das andere Sacrament dieser Kirche ist dieckon-ftrmarioii. Hiebey gehen die Copten darinne vonden Papisten ab, daß ße dieselbe zugleich mit der

Machtjzu taufen hat, mit andern Kirchendienern,Taufe vornehmen, und daß solche nicht von dem Vlhinzu und singt nebst ihnen einige Gebethe und Lie-sschof, sondern von dem Priester geschiehet, welcher

der in der csprischen Sprache her. Hierauf werdenEpistel und Evangelium verlesen, Jnton und Collecteverrichtet, und die Gebetsformeln recitiret, derenman sich beym Tische zu bedienen gewohnt ist. Die-

letztere auch das Oehl selbst consecriret. Das Sa-crament der Vbrenbeichre, als das dritte, stehetbey ihnen heutiges Tages in keinem sonderlichen An-sehen. Die Priester beichten fast gar nii r, und die

gelegt wird, bestehet gemeiniglich darinnen : Sieenthalten sich wöchentlich zwey bis dreymal der or«dentlichen Speisen und nehmen nur ein wenig Brodund Wasser zu sich. Die Nacht über fallen sie wohl

seS sind die Gebräuche vor der wirklichen Taufhand-igrmeinen Leute thun es auch seilen. Einige habenlung. Nunmehr gehet erst die völlige Handlung vor gar wissen wellen, die Jacobiten verwürfen jetzt diesich. Das Wasser, womit man raufen will, wird ge- Ohrenbeichte gänzlich. So viel ist gewiß, daß einigeweihet, und mit Salz und geweihtem Oehle unter-»Patriarchen zu verschiedenen Zeiten dieselbe habe ab-wischt. Erwerben viele Lampen und Lichter ange- schassen wollen. Die Buse die den Beichtenden auf-züudet. Sodenn tritt der Taufzeuge herben, undüberreichet dem Priester das Kind, da ihn denn derPriester erst fraget: Ob er das Bind wolle ge-rauft haben? worauf er mit Ja antwortet. Nach,

ertheilter Antwort wird die Beschwörungsformel!fünfzig ja hundertmal aus die Erde, küssen sie, nehhergesaget, und der Taufende ergreifet das Kind/men wunderliche Bewegungen vor, und wenden sichtauches es dreymal ganz unter das Wasser, und setzet allezeit in diesen bußfertigen Geberden gegen Mor-

lc) Jot), wl'lv in Inner. I.. lll.c 2' Salom. Schweig-ger in der Reise nach Constammopel und Jerusalem ?. -9;,

^orringer in appenll. Orummsric. liarmon. p 201. iV.-a»/«,'

Ltlnnririon. in.^buäucni liigor. I^odir. p. ,7?.

l) Trommler I c " ^

1°. I p i'g. .'aacv c>cn , , .

Gebrauch der Befchncidung beybehalten, solches befugen sondern nur die Nacht vorher, ehe sie eommuuici-auch Kalmen und van Gocl, im Ecacuwarliacn ^taat

des link. Reichs, l. Th. ?. z-4 «__^_

m) H)iesi Kircheiihjstolje 1 . II. p. 475» l n) Ilillor. lscobirarum Lgj,. I Z. p. 44. Oxon.

Das Sacrament des Abendmahls wird bey ih-nen alle Sonn- und Festtage gehalten. Die Geist-lichen sind nicht gewohnt, sich durch eine Buse und

aß dopten noch'heukMS TaMch ^ckentniS ihrer^Sünden darzu vorher zu bereiten.

reu.