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Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testaments ... / [Johann Georg Heinsius]
Entstehung
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IV. Fortsetzung

Nachdem er mit so viel Klugheit iz Jahr diefranzösische Mißion in China dirigirct, kam er nachPecking, wo er zehn Jahre lang besonderer Su-perior des Iesuitenhausis war. Weil er jederzeitwegen seiner freundlichen und verbindlichen Bezei«gungen geehret und geliebet wurde, wendete sichjederman zu ihm als einen Vater, und er beseeltealles, was man zur Ehre GOltcS und dem Heilder Chineser unternahm. Seine geringsten Rath-schläge wurden als Gesetze betrachtet; so sehr verließman sich auf seine Erfahrung und auf seine Einsich'ten , die er aus seinem geheimen Umgänge mit GOltschöpfte: denn er faßte keinen Entschluß, den ernicht zu den Füssen der heiligen Altäre überlegethatte , und wenn er ihn ausführte, so geschahe esmit einer gewissen Einfalt, bey welcher alles natür-lich schien. Uebrigcns war er bescheiden, daß wennes auf eine Unternehmung ankam, welche einigeEhre bringen kontc, er dieselbe jederzeit einem an-dern auftrug, und nur das vor sich behielt, was amtinansehnlichsten und beschwerlichsten war.

S eit dem er in die Mißon getreten, strebte er ohneUnterlaß nach dem Glück, sein Vlut zur Vertheidi-gung des Glaubens zu vergießen, und dieses Verlan-gen erneuerte sich so oft, als einige Verfolgung ent-stünde. Sein Beichtvater, welchem er seit langerZeit die geheimen Empfindungen seines Herzens an-vertrauet hatte, glaubte, daß er ihm auf seinem Tod-bette darüber trösten müste, daß er diese Gnade nichterhalten hätte.

GOtt begnügte sich also mit seinem Verlan-gen, wenn nicht etwa« seine langwierige Schwach-heiten, damit er am Ende seines Lebens geplagt wurde,und welche die Fruchtseiner beständigen Arbeiten wa-ren, als eine Art des Märtyrertodes anzusehen sind.Diese Schwachheiten nöthigten ihn die letzter« 4-Iah-re seines Lebens, im Zimmer zu bleiben, und entwederzu liegen, oder auf einem Stuhle zu sitzen. Er mach-te sich dieses zu Nutze, um sich zu dem Tode zu bereiten.Er sahe dessen Annäherung huit der Zuversicht undFreude an, welche die Heiligen haben, wenn sie dasZiel ihres Elendsund denAnfangihrer ewigen Glück-seligkeit hcrbeynahcn sehen.

Während dieser Zeit unterlies er nicht, die Pflichteneines Mißionarii zu erfüllen. Ein Haufen Neubekehr-ter, deren Vertrauen er hatte, kamen beständig, ihn zubesuchen, bey ihm zu beichten, sich Raths bey ihm zuerholen, und die Worte des Heils zuhören, die er ih-nen mit einer Salbung verkündigte, die ihre Herzendurchdrängen. Endlich nach langwierigen Leiden undnachdem er die letzten Sacramenre empfangen, ent-schliefet in einem Alter 001,79. Jahren.

Er hat viele Bücher in chinesischer Sprache gc-

von 1746. bis 1750.

schrieben und drucken lassen, theils die Heiden von derWahrheit der christlichen Religion zu überzeugen,theils die Neubckehrten zu mehrerer Gottseligkeit zuermuntern; und in der 9, iv, 11,12,1 z, 15,20,22,und 24stcn Samlung der l.orrre, estitiank«; findetman auch verschiedene Briefe von ihm. st)

IdldlOcLdül '1 V8 ?OXVK8XI,aus dem Pauliner-Eremiten-Orden,

Dicarins der Provinz Pohlen, und Prior deS Convents zuWarschau, starb 1740.1m 6»sten Jahre seines AlterS-

Er hinterließ: Vira; 88. l'arrum l'aulinorurn, erlrcri eiurstcm orstini; annalibur cxccrpra;. Vcrlauir,

17ZO.it, 8- c)

8ILPbIA^V8 I'V2VXA,

Doctor der Gottesgelabrheit und Vorsteher der Bnchdru-ckerey derIesuitcn zu Warschau, starb den r. Mark »7;?-im Tust«,, Jahre seines AlkrrS.

Wir haben von ihm : i) ein Buch cie immaculae,conccplione bcacillur.L mriri; iempcr Virgin,;, INpolnischer Sprache. Warschau, 17z/. in 8- ir.Bog.2) (^usruor orbi; parkium er prrcipunruin in ii; regnn-rurn ac prouinciarum breuern stelcriprionem, sowohlin lateinischer als pohlnischer Sprache, wovon die besteAusgabe 1750.zu Lublin in 12. auf >o. Bogen anSLicht getreten. Ausserdem hat er auch Jacob Last-nur <x,aurs, Oecon-imicum mit Zusätze» von neuemherausgegeben. Warschau, 17)0. m Fol. 2. Alph.16. Bogen. 5 )

ävAklV8 rkANCI 8 cV 5 XAVLKIV8in Knstkovo ^ 08 IX 0 VV' 8 Kl,

Doctor der Theologie und Rechtsgelahrheit, Bischof vonPhiladelphicn, Archidiaconus zu Plsczko, Probst zu War-schau und Pultow, starb den 6. Matt- «75» n» LöstenJahre seines Alters.

Seine Schriften sind folgende:

>. pelrno äe obiru t8. R. 7.

Princip!;, cpiscopi Varnicnli» er 8r»ibienl»», unter dem er»dichteten Namen/. t'. DrunSberg, i/n. m Fol. Sie

ist auch, in einigen Stücken verändert, dem dritten Landeder Lpiüolrrum Lriulcirnrrum. p. 9^.6. sgg. einverleibetworden.

2. LIvpeu; LIeri ?n!onl, conrrr rel» forileculrri;, ex iu-rr; cxnonici er cluili?, priulleginrum regum, conikirurionun»regni, er s)nc>ärlium rLNonum, ac pr«iuäiearvrum rrgu-inenri; er aukkorirrribu;, fcirmrru;. V.rlruir:. ,718- iii 4.1. Alph. >6. Bogen.

I)c vir» priurrr srpienrer inlliruenär. Dies Buch istzuerst französich von dcni Verfasser verfertiget worden undohne Anzeige seines Nahmens zu Brüssel 17-6. kerausgc-kommen. Nachgrhends aber hat er es ms pvplnischr über-

srtzct

g) Auch bcn diesem Aufsatz haben wir uns des Auszugsvon Wort zu Wort bedienet, den wir in den Lcttragcnden L.//ar. ccc/e/I l -1. p. 2 ltz. sg«z. gesunden,e) Danc>;kr i'o!on. lirrer^r-noüriremporup. I. p. irr.t) ^g,»s>ki l. c>p. »»S-lg.