IV. Fortsetzung von'1746 bis 1750.
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nabrück gelegen, ward erden 15.Novemb.166O. g)gebühren. Sein Hr. Vater, gleiches Namens,war in der Grafschaft Tecklenburg über das Münz-wesen gesetzt. Bis in sein zwölftes Jahr studirtecr unter der Anführung einiger Privatlehrer, als»denn aber wurde er nach Herford zum Rektor LNanzgeschickt. Nachdem er hierauf noch einige Zeitauf der Schule zu Osnabrück zugebracht, besuchteer 1676. das Gymnasium zu Eoburg. Hier hörteer Stempeln, Schubarren, Wolfingen undClaudern, und übte sich vornemlich in der Dispu-tirkunst.
Im Jahr r68<2. fieng er seine akademischen Stu-dia zu Iena an. Er hörte alle Männer, bey denenman ein Gottesgelehrter werden tonte. Er fuhrfort zu disputiern und fieng auch an zu predigen.Er lernete gar zeitig, wie nützlich ihm eine guteEinsicht in die morgenlandischen Sprachen. Weiler nun an Johann Frifchmuchei» einen grossenKenner derselben antraf, so war ihm dieser einwerther und angenehmer Mann. Doch glaubte erdaß ihn Hr. Esra Edzard in Hamburg w«t über-träfe. Er reisete deöhalber ganz an» Ende desJahrs 1682. über Osnabrück nach Hamburg umsich durch denselben in den Schriften der südischcuLehrer unterweisen zu lassen. Und damit diesesdesto bequemer geschehen mögte, so erhielte er vonihm, daß er ihn in sein Haus und an den Tischnahm. Er blieb hier ein ganzes Jahr.
Hierauf begab er sich bald wieder nach Jena,ward daselbst Magister, disputirte 168 z. von demgedoppelten Heilande der Juden, und fieng sei-ne eigene Vorlesungen an, die er auch so lange fort-setzte, bis er 1636. nach Leipzig gieng, und daselbst sichdie Freyheit erwarb, gleichfalls durch Lehren undUnterweisung der akademischen Jugend seine Zeitwohl anzuwenden. Dies war eben die Zeit, da andiesem Orte einige Magistri anfingen, die Erklärungder heil. Schrift ernsthafter und zur Aufnahme derGottseligkeit zu treiben, und unter der Aufsicht desHrn. Professors Valentin Albert» das noch Heu«tigcs Tages fortdaurende Lolle^ium pkilobiblicum,das nachher zu den langen pietistischen Kriegen An,laß gegeben, aufzurichten. Eins der ersten undeifrigsten Glieder dieser Gesellschaft war HermanAugust Franke. Mit diesem und einigen andernfrommen Männern richtete unser Herr von derHardt eine genaue Freundschaft auf, und war ebenso, wie sie, um eine deutliche und erbauliche Er-klärung der Schrift bemühet. Und damit er in
g) Im ierzklcbenden gelehrten Europa 17. lll. g 48 ;.wird der 26. Novemb- 165-. als sei» ErburtStag ange.gebe«.
derselben noch geübter werden mögte, so reiscte ernach Dresden zu dem berühmten Spener und be-diente sich auf einige Monate seiner Anweisung, wieauch seines Hauses und Tisches. Ja um hierinncnrecht vollkommen zu werden, und der ihm, als ei-nem Schabellianischen Stipendiaten, obliegendenSchuldigkeit aufs genaueste nachzukommen, thater im Novembr. 1687. eine exegetische Wallfahrtnach Lüneburg, zum Hrn. Caspar Hermann Sand-hagen. Unter der Anweisung dieses Mannes übteer sich mit gedachtem Hrn. Franken, den er beysich auf seinem Zimmer hatte, gemeinschaftlich inder Auslegung der Schrift. Sie lasen insonder-heit die Auslegungen des Sebastian Schmidts.Hr. Sandhagen zeigte ihnen Hiebey die Wege undSchönheiten desselben, und zugleich wies er ihnen,wo er richtiger und gewisser hätte gehen können.Man kan nicht genug sagen, wie hoch und gründ-lich Hr. von der Hardr die Anweisungen des Hrn.Sandhageno und die Auslegungen des Hrn.Scbmidrs hielte. Desto mehr muß man sichwundern, daß er nachher seine beyden Meister verlassenund Erklärungen auSgesonncn, die diese gewis niefür ein Werk ihres Schülers wnr-en erkant haben.
Nun kamen die glückseligen Zeilen, da er beydem Herzoge von Vraunschweig, )xudols h An-tust, seinem höchsten Gönner, za was noch mehr,auch seinem höchsten Freunde, bekanl ward. Die-ser gelehrte Herr hatte zu seinem eigenen Gebraucheeine grosse Menge Bücher, und voriirmlich diegeistlichen Bücher, die in den Jahren der Refor-mation gedruckt worden, sainlen lassen. Und weildie Zahl derselben so groß, und weil cr solcheSchriften allenthalben, wo cr hinkam, haben wol-le, so hatte cr sie zertheilet, und zu Braunschweig,HedwigSburch, und an andern Orten in seine» Zim-mern aufstellen lassen. Zu diesem vielen Bücherngcbrauchte cr einen Aufseher, und damit er zugleicheinen gelehrten Mann stets bey sich haben möchte,den cr nutzen könre, so crwehlie cr hierzu den HrnM. von den Hardr. Dieser richtete sich nachder Neigung seines Herzogs, und ward ein Freundsolcher Schriften.
Das Jahr 1690. war das Jahr, da unser Hr.Hardt nach Helmstädt, als Lehrer der morgenlän,bischen Spracken befördert ward. Und dies ge-schahe vornemlich durch seinen »hm so gnädigen Her-zog Rudolph August. Den 8- Novemb. hielteer seine Antrttörede, und wenig Tage darnach sienger seine akademischen Arbeiten mit einer kurzen unddeutlichen Anweisung zur hebräischen Sprache an,da man sich vorher mit langen und krausen An-ckangsgründcn plagen müssen. Ja bald darauf, im' Jenaer