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IV. Fortsetzung von 1746 bis 175a.
so lenkte, daß er bey dieser seiner ersten Kompe-tenz im folgenden 1727. Jahre den 26. Januar,zum Prediger erwchlet, und darauf den 2. Februar,von dem Hrn. Supcrint. ^ennmann und demganzen Ministcrio ordiniert wurde; in welchem Am-te er 18- Jahre durch gestanden. Endlich ward er1745. den 2Z. April zu der lange Zeit essen gewe-senen Stelle eines Predigers zu St. Jacob bestel-let, und den 16. May von dem Hrn. Superint.D.Wiiiklern eingeführet, x)
In dem bekamen Hildesheimischen Mittlerstreitehat er mit dem grösten Theil des übrigen Ministeriiwider D. Gläsenern gemeinschaftliche Sache ge-macht und die Denunciationsschrift wider ihn mitunterschrieben, ob er gleich im öffentlichen Druckenichte insbesondere wider ihn ausgehen lassen, 7)Er hatte von Natur eine so penetrante Tcnorsiim-me,.daß wenn er, auch«nden gröstcn Kirchen, beysehr volkreicher Versamlung predigte, man dochnoch ausser der Kirche, in nahe liegenden Häusern,alle seine Worte deutlich vernehmen tonte. SeineSchriften sind folgende:
i. Meisterstück einer jesuitischen Ironie. Hildesheim4.
von dieser Schrift ist folgendes zu merken. Im Jahr17-v. nach geschehener Feyrung des Conftßionsjubelscstestrug der Hildcsheimische Jesuit und Dohmprediger, Paterwinandus Hcstclmann öffentlich vor, man habe zu StMichaelis die Mutter GOttes gelästert und mit schnupfli.eben Namen benennet. Er schalte daher die Lutheranerfür Marienlästerer und verruchte Leute, und behauptetr, die Ironien, deren sich die lutherischen Prediger be-dieneten, wären von Lügen gar nicht unterschieden. Eswurden hierauf unterschiedene Personen eidlich abgehöret;diese aber berichteten gerade das Gegentheil, und des Je-suitcn Erdichtung wurde offenbar. Weil aber eben da-Mals in Hildesheim eine hohe kayserl. Commission ange-ordnet war, so zeigcte Hr. Past. Lauenstein seine Unschuldjn obgedachter Schrift.
r. Hildeshcimiscbe Riechen. und Reforman'onshisto-rie, in >2. Theilen. Hildesheim 1734. bis i?z6.in 8-
z. Entwurf des Civil «und Kirchenstaat« vorn Bisi-thlun Hildesheim. Braunschweig, >736. 8-
4. NMnrir «liplomaricr epU'coprru; liiläeücnü;, mitKupfern. Hildesheim 1740. 4 - -)
5. Vertheidigung der Diplomatischen Historie des Biß-thums Hildesheim. 174'. in 4.
6. (senior l-iptienii; in blüorir Hiläeüenü mellor» äo-
ku;. Hildesheim t? 4 Z- in 4. Don der Veranlassung
x) Von den Umständen dieser Wahl siehe den Berichtdes evangelische» LNinisterii zu Hiloenheim von Derseit einigen Jahren in dem iNinisterio uns den Gemein-den dieser S>radt entstandenen Unruhe p. »4. 1 <i 17-und die Nachrichten von theolog. Büchern l. V. p.39S. 397. Monaisch. gel. Zeitung. 174;. p. Z? 6 .
;) Nachrichten von theolog. Büchern ^om. V. p. 421.
r) Deutscht rruäirnr. p. t^XIl p. 454. tgq .t)am-burgisch. Beyträge zur Ausnahnie der gelehrten Historie;vsm Iahr >74'. p. 3 L-. tgg. I
dieser und der gleich vorhergehende« Schrift gnblHr. Neubauer ») Nachricht.
7 - Xpecim-n xcc,»r,pbi-- meäii -rul bor eO.
Oethri^ük» cllocce!!^ llllileilicimenit; aniiguvt tuos
prgv!. Hildesheim «74;. 4. b)
Ausserdem arbeitete er noch an verschiedenen Schriften/die er ans Licht stellen wölke, alS: an einem
rio cernobii 8. diich,ell5 in llilüe beim, cu», n >r>t I,iün-ricir er 'xeogrrpbici;: an kinerBraunschweigiüneburai'chcn^<-n§r-nl,ii meöii »ui u. d. m- All.», der Tod überbelihn zu früh, ehe er diese Werke zu Stande bringn» kön-nen. c)
IOH/VXX 60 HI. 0 K
D,r Gottcsgelahrheit Doctor und Generalsuperintendent"6 Marggrafthums Niederlauiitz, Consistorialassessorzu kubben, und fürstl. sächs eifenachisch. Kirchcnrath,starb dn» ;. Februar. >746. „n .-xsten Jahreseines Alters.
Pirna war sein Geburtsort. Hier erblickte erden 2g. Iun. 1668- zuerst das licht der Welt.Sein Vater ist gewesen Herr M. Johann ^irg«mund Stolze, anfangs Eonrcckor in Pirna, her-nach Pastor in Frauenstein, und endlich PastorPrimariuS in Frankenberg ,»nd der cheninitzischenSupcrintendur Adjunctus, der stch durch vcr«schicdcne Schriften bekant gemacht. Sein« Mut-ter war Nlaria Elisabeth, eine geborne f?ronl»»i-tzin. Diese seine Eltern nnkerlicssen nichts, waszu einer guten Auferziehung nöthig war, und schick-ten ihn zu dem Ende in Pirna fleißig in die Stadt»schule; in Frauenstein aber liessen sie ihn durch einengeschickten Hauslehrer, namens Herr poenick, des-sen Treue und FleiS er Zeitlebens nicht gnug rüh-men können, so lange informiren, bis er zu einerGnadenstelle in der königlichen und churfürstlichenLandschule Meisten gelangete. Nachdem er hieselbsteinige Jahre denen Stndiis »mermüdet obgelegen,zog er auf die Universität Leipzig, allwo er zweyJahre die damals lebenden ProfessoreS fleißig hö-rcte. Von dar begab er sich nach Wittenberg, setzteallda sein« angefangene Srudia fort, und nahm her-nach die Magisterwürde an, habilitiere sich auch balddarauf in der Philosophie, und hielt philosophische,philologische und homiletische Vorlesungen. Danebenhielt er als Autor und Präses verschiedene Disputa-
tiones
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,) In der Nachricht von jctztlebenden Theologen 1 °. II.
p. 731. ?;r.
b) Altonaisisir gel. Zeitungen >746- ?- >ys. 5 ,.
c) Don seinem Leben und Schriften bat er selbst NaH-k!rickk gegeben in der obenge^g-chten HildeskcimistlMRrrch>en und Kefvrmanonsbiikorie, im Ni. Thnl
sg. Man kan aber auch nachschlagen: N 7 o 1 crs LeMnder Theologen l'. l p 4^;. Neubauer» Nas'richeeii!von ichiledmden Thelogen l om. U p. 730.14g. BeywägeIjU den Irutvr. ecc-ei'. l. x>. »44.