1726
IV. .Fortsetzung von 1746. bis 1750.
„Es ist dieser M. Arvid Gradin ein ordentlicher,„verschlagener und versuchter Emiffarius des Hrn.„Grafen ZinzendorfS, dem er wegen seines feinen„Umgangs, Kenntniß der Sprachen, und schlauen„Geistes, bereits viele wichtige Botschaften anver-trauet hat. Er hat ehedem Theologie studiret,„und ist Magister Philosophia worden. Zuvor war„er von dem Hrn. Grafen nach Constanrinopel„geschickt, um daselbst das schöne Bündniß mit der„GrichischenKirche beydem Patriarchen zuLonstan-rinopelzu schlicssen.i)DiescS geschahe imJahr 1739.Seine Commißion aber in Lonstalirinopel liefnicht zum glücklichsten ab.k) Von Constankinopclister 1742. nach Schweden, und 174z. nach Peters-burg an den Synodum der Rußifchen Kirche ver-schickt worden, und 1748-1) wieder bey dem Semi-nario in Herrnhut gewesen. Auch hat er 1748. vorder hohen Königi. und Ehurfürstl. Sachs. Comnnßion zu Großhenncrsdorf in der Oberlaust;, nebstseinen andern Mährischen Brudern gestanden, undein nicht ganz unanständiges Betragen geäusert.Am Jahr 1749. war er wieder in Schweden, undsuchte daselbst für seine Bruder Raum zu gewinnen,und schämete sich nicht, solches auch so gar mit Lügenund Unwahrheiten zu erhalten. Ez hat auch HerrD. Hofmann seiner Schrift das Responsum dertheolog. Facultät zu Wittenberg, d. d. 12. Januar.»749. m) beygefüget- wie solche dem Herrn D.Hauswolf nach Stockholm übersandt worden,darinnen vornehmlich das Gradinische falsche Vor-
!) Das pompöse Recommcndatiousschreiben, oder viel-,nehr die Trcdcnliales, welche ihm die beyden MährischenLisch esse, David Nitschmann und Nicol. Ludewig von Zin-zendorf damahls an den Patriarchen zu Constantinopelrnitgaben, stehen ,n den Büdingisclien «Sammlungc» ?^rr.II. p. i. 2- Sie find in Griechischer Sprache gefertiget,Und wird Gradin darinnc genannt »">§,
«,n Drndcr, ansehnlicher Mann, und der Kirchezu Marienborn oberster Schreiber, oder Schrifigelehrter,ober Oberfarrcr, erster Prepeneut u s w. Denn mantau nicht oaenlbch wissen, was das nach
dem Begriff eüics Herrn Hüters seyn soll, was es aber i»der Griechischen Kirche bedeute, das ist wohl bekannt.
b) S die natürlichen Reflexionen von ZimenSorf» p.187. astwo wiederum in, tz rircbischen «in greulicher Fehler,nach Art dcS Hrn. GrafenS mit untergelaufen. E. d>eDudingischen Sammliurgen ?arr. U. p- z-"l) Von seiaer Reise nach Petersburg an den dortigen8)nostum findet sich, in der Unschulo de.; Lreuezreickisp. rc>4. das Schreiben, welches der Hr. Graf von AMjcn-dorf dem M. Gradin an den 8/nosum mitgegeben harre,darinnen gewißlich solche Dinge vorkommen die das Cyn.crelistische Absehen der HerrnhMer nur alljudcutlich ver-rathen.
m) Welches in den Weimar, D. ,4. p. 7-7-71'.-an; eingerückt ist.
geben widerleget wird, als hätte die Commißion zuGroßhcnnersdorf die Zinzendorsischen Anstalten undUnternehmungen völlig approbiret.
Eines der wichtigsten Stücke aber zur neuestenHistorie der Herrnhutischen Secte sind wohl die/iäba Vniksli; kracrum in , die zu London
1750 von Robert Baskett verlegt, in Hol. 2. Alph.2. Bogen gedruckt worden, und hat die HcrrnhuN-sche Gemeinde diese Sammlung merkwürdiger Ur-kunden veranstaltet, theils um ihren Ursprung vonden Mährischen Vrüdern, theils die Reinigkeit ih-rer Lehre und ihres Lebens darzuthun. Sie bestehetaus 2. Theilen, davon der erste den Bericht, wel-chen die Commissanen des Parlaments in tondenvon den Herrnhutern erstattet, ingleichen die vor-nehmsten Schriften, so in dem ParlamcntS-Archivaufgehoben werden, und die Herrnhuter betreffen;der andere aber einen kurzen Degrif von dem Glau-ben, Leben und Kirchengcbräuchen derselben, in sichhält.
In dem Berichte der Commißion werden dieZeugnisse angeführet, welche die Abgeordnetender vereinigten Mährischen Brüder, Airrah.Freyherr von Gerßdorf, Ludewig, Freyherr vonSchraurrenbach, Hr. von Lindheuii, Davidpurschmann , 8yn<1icu!, Larl Scbacbmann,Baron Hermedorf und Heim ich «Lossarr, A-gent, über folgende Puncte beygebracht, i) Be-weisen sie, daß sie wirklich Abgeordnete der gesumm-ten Mährischen Kirche wären. 2) Daß sie nichtnur Gevollmächtigte von der Bischöflichen Kircheder Vnltari; kracrum, sondern auch von den ver-einigten Brudern der Lutherischen, Calvinischenund anderer Protestantischen Gemeinen wären, z)Daß sich die Mährischen Brüder in den EnglischenColonicn in America mit Königlicher Erlaubnißniedergelassen. 4) Daß ihre Anzahl sehr gros sey.5) 6) 7) Daß sie vermögend, arbeitsam, und keinerfremden Geldhülfe benöthigct wären. 8) Daß siesich bereits werter iu America würden ausgebreitethaben, wenn man sie eher gcdultct halte. 9) ia)Behaupten sie ferner, daß die Mährischen vereinig-ten Brüder eine alte, und überall davor erkannteGemeinde wäre. r >) welche von dem Könige undStaat von Engeland, dem Könige von Preußen,ingleichen von den Schwedischen und DeutschenGottesgelehrten geschützt und gedultet worden. 2)Daß insonderheit König Georg der I. ihr seinenSchutz bey verworrenen und bekümmerten Um-ständen angedeyen lassen. Endlich erklären sie sichiz) daß sie ein ruhiges und stilles Volk waren,welches eine vollkommene Gewissensfreyheit verlan-ge; 14) is) Wen Eydcslcistung und Kriegsdien-sten