VII. Cap. von den Nebensachen.
1967
gerfchaft, innerhalb 21. Tagen, 10. Kinder gebohren,wovon 5. gestaltet und 5. ungestaltet, jedes (vonden ersten einer Hand lang gewesen, aber kein Lebengehabt. Diese Begebenheit ist um so viel merk-würdiger, weil eine starke Imagination die Ursachedavon gewesen. Denn der Mann hatte ihr bald imAnfange der Schwangerschaft, aus einem historischenBuche, die Geschichte von desjenigen Herrns von6>.uctfi»^r Gemahlin, die 9. lebendige Söhne zurWelt gebracht, vorgelesen, welches sie sich dergestaltzu Gemüthe genommen, daß sie sich dessen so baldnicht wieder cntschlagcn können. Sie war damalsz6 Jahr alt, und durch diese lomalige Geburt.soentkräftet worden, daß sie dem Tode sehr nahe ge-wesen, doch hat sie sich nachgchends ziemlich wiedererholet, r)
17) Den ;. Oct. 1750. ward zu Hornton inDcvoiishrre, einer C'ngellandischen Provinz, einKind gcbohren, so ,O. Groß-Aelter - und UralterVater und Mütter hatte, nemlich von des VatersSeite einen Groß-Vater und eine Groß-Mutter,nebst einer Uralter-Mutter, und also auch von müt-terlicher Seite. Als merkwürdig ward noch hinzugefügct, daß z. Stunden nach der Geburt, diesesKindes Groß-Mutter auch in die Wochen gekom-men wäre. u)
' 8) Endlich gedenken wir noch unter den merk-würdigen Nebensachen zwey besonderer erfreulichenEhejubelfeyern, die eine, welche der gottselige Held,Ihro Hochgräfliche Excellenz?, der Kayserliche Ge«ncral-Fcldmarschall, Hr. Graf vor, Seckendouf)mit Sero Hochgrafl. Frau Gemahlin, Ltara Doro-thea, gebohrner Baronesse von Hohenwaut,höchsterfreulich auf dcro Hochzräfl. Schlosse zuNIeufclrritz, bey Anwesenheit vieler Standesper-sonen begangen haben, da sie zusammen gerade 50.Jahre mit einander in höchstvergnügter, obwol un-fruchtbarer Ehe gestanden, und beyde zusammendamahls i;o. Jahre ihres Lebens zählen tonten.Auf kiese sehr erbauliche Aolcnnität ist hernach ei-ne besondere Iubclpredigt gedruckt worden, unterdem Titel: Das ohc Andenke,, der Hoch-ktröf?. Geckeirdo: fischen Ehejubeifeyer, welchezu NlcuseU'.'ltz am 27. May (oder am PfingssFeste) 1749. begangen wurde, in einer Jubel,Predigt und Emsegnungs-Rede gestiftet von Iol).
r) I. c. im lösten Th. p. 844.
r-l) S. die neuen Genealogisch, historische Nachrichten>57> jm uten Lh. p- »054-
Christian Gremmlcr, D. und General - Superin-tend. zu Altenburg. Gedruckt daselbst 8 Bogen in4. x)
Es begingen auch zu gleicher Zeit drey, andereEhepaare von den hochgräflichen Unterthanen zuNIeuselwitz ihr Ehejubelfest, und wurden in derKirche öffentlich eingesegnet. Dergleichen Iubel-feyern in vorigen Zeiten daselbst auch nicht seltengewesen sind.
Wir verhoffen aber viele gegründete Ursachen; zuhaben, der hochzräfl. GcckendorsischMjAheju-
belfcyer auch in dieser Kirchen-Historie besonderszu gedenken, i) Weil der hochseel. Hr. Veit Lud-wig von Seckcndsrf, als Vaters Bruder des je-tzigen Hrn. Grafens, sich um die Kirchen und be-sonders Rcformations-Historie unserer Evange-lisch - Lutherischen Kirche durch seine lckilkoriam k.u-kkei-Lnjl'mi unsterblich verdient gemacht, vieles andiesem vortrefflichen Werke selbst aus dem SchlosseMeuselwttz aus gearbeitet, und den jetzigen Hrn.Grafen, als einen damahls noch jungen Hrn. of-termahls, eins und das andere in diesem Werke ab-zuschreiben gebrauchet haben, welche 2 letztere Um-stände uns ein guter Freund eröffnet hat. 2) weilder Hr. Graf selbst sich jederzeit als einen standhaf-ten Vckenner der evangelischen Wahrheit bey vie-len und grosen Versuchungen bewiesen z) in denletztem Kriege wegen der Kayserl. Erbfolge unterIhro letztverstorbene Kayserl. Maj. Larl VIl. einesehr merckwürdige Person durch mancherley wichtigeKnegs - Lxs>eäici»nc8, als Kayserl. General-Feld-marschall y>, vorgestellet. 4) Weil diele 2 hochgräfliche Eheleute bey einander in aller Gefahr treu-lich ausgehalten, bey so vielen ausgestandenenKriegs Veschwehrlichkeitcn drnnoch eine so lauge
x) S. D. Kraft l. c. 1*. ,. p. ,57. sg. und M- Beckersthcolvg. Büchcnaal. D. 2. y. >66- ,68. Aus der Vorre-de zu dieser Predigt erstehet man unter andern, daß derHr. Profcss GollsAwV in Leipzig willens gewesen sey, diehäufig bey dieser Gelegenheit hcrausgekvmmene Schriftenzuiamwlcn, um diese Iubelseycr bey der Nachwelt einsicherer Denkmal zu stiften, als einzelne Dogen sonst ge-wahren.
>) Im Martio >74;. guirrirte diftr Hr. Grafdie Chur-bayerischcn Dienste, und machte im Cept. >745 dem neu-en Kayscr I^ncilco I. zu Francksürt seine Aufwartung,worauf er sich auf sei» gräfliches Gut nach rNeusclwii;im Altcnburgischen Fürstcuthume gelegen, begab. E.die Eencaligisch-Historische Nachrichten >746. x>. 229.