wenn er nicht aus Rücksicht auf Deinen Oheim dazu ver-pflichtet wäre,"
„O, frommer Bruder, daran denke ich nicht," sagteArbogaft mit einem tiefen Seufzer.
„Sprich, sprich!" drang der Mönch in ihn.„Schweigen erdrückt, das offene Geständniß erleichtert dieSeele. Ist es nicht mein heiliges Amt, Leidtragende zutrösten, die Irrenden auf den rechten Weg zu bringen undden Verzweifelnden den Himmel zu öffnen?"
„Seit ich Dich zum ersten Male erblickt," erwiderteArbogaft, „habe ich schon das größte Vertrauen zu Dirgefaßt. Es hat sich inzwischen erhöht, nicht vermindert.Längst hätte ich Dir mein Herz geöffnet; aber ich weißselbst nicht, warum sich mein Mund nicht öffnen will."
„Ich sehe, wie es um Dich steht," sprach der greiseMönch. „Ein ungeheures Herzeleid macht stumm. Ueber-dies bist Du noch ein junges Blut und brauchst denRath der Alten. Schweige nicht länger! Ich will Dirrathen, Dir helfen und, was Du mir auch anvertrauest,getreulich in meine Brust verschließen."
Da sagte Arbogaft nach einem sichtlichen Kampf
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