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1766
in aller Demuth vorstellen, daß das Verlangen, die Meinigen wiederzu sehen und einen Theil meines Lebens der Auferziehung meinerKinder und der Verbesserung meiner selbst zu widmen, so überwie-gend stark geworden, daß ich mich genöthigt sehe, Euch in allerUnterthünigkeit zu bitten, mir die Stelle eines Rathssubstitnten irrGnaden abzunehmen, sonsten ich nichts anderes zu erwarten Hütte,als daß die bei mir in: stärksten Grad erregten Empfindungenmeinen Körper angreifen und mich vielleicht auf ewig von den Meinentrennen würden." Seinem Schwager aber schrieb er: „Schonmanchmal ist mir meine Stelle verleidet, ich habe sehr oft mit mirselbst gestritten und ich muß es zur Beschämung meines Hochmuthsgestehen, daß der Hauptgrund, der mich zurückgehalten, kein anderergewesen, als das hu'sn 6ira-t-on? Das Gleiche begegnete mir vormeiner Abreise; mit diesen Gedanken kam ich nach Genf, ich hoffte,eine Zeit von 2—3 Monaten werde wohl auszustehen und dannalles geendet sein. Allein nicht nur hat mich die Hoffnung hierinbetrogen, sondern ich habe noch eine Menge Sachen sehen müssen,welche ich mir niemals vorstellen konnte, und die mich um so stärkerfrappirten, als ich fast das Gegentheil geglaubt hatte. Ein Magistrat,der alles auf das Spiel setzt, seine Gewalt so weit auszudehnen,als sein Hochmuth geht. Vor allem aber ist das unerträglichste,daß derselbe durch seinen Kredit in Versailles die ganze Mediationleitet. Wer mit etwelchem Muthe widerstand, haben Sie aus demBriefe von H. v. Choiseul vernommen, und doch hat auch jener(Escher) noch mehr nachgeben müssen, als gewiß Klugheit und Bil-ligkeit es erforderte. Ich brauche nicht viel hinzuzuthun. Sie kennenIhren ungeduldigen Schwager und können sich leicht vorstellen, er-werbe auch zu Zeiten unnöthiger Weise sein Maul nicht haltenkönnen. Geht also H. Escher weg, so bin ich wie der Vogel aufdem Zweig. Verschlucken kann ich nicht alles, und Reden vermehrtden Verdruß. Wenn Herr Statthalter hier bleibt, will ich es gerneausstehen. Ich habe wenigstens Jemanden, dem ich mein Herzausleeren kann, und das ist ein großer Trost."
Zu wirklicher Ausführung kam die Entlassung nicht, da Statt-halter Escher ein volles Zutrauensvotum von seiner Regierung erhieltund in Genf blieb, bis das Schicksal des Mediationsentwurfes ent-schieden war. Der Genfer'sche Lonseil Amnwal verwarf denselben