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1772-1778
in Anspruch genommen, ließ sich die Erziehung seiner Kinder inLiebe und Ernst sehr angelegen sein, und die Mutter, neben demkräftigen Vater sreilich etwas in den Hintergrund tretend, widmeteden Kindern in stiller Einfachheit die treneste Sorgfalt und wurdevon ihnen sehr geliebt. Den Mangel der Schule mußte bei deinnun 9 Jahre zählenden David und bald auch seinen jüngern BrüdernDiethelm und Salomon ein Hauslehrer ersetzen. Hr. Balber, ennä.tlwol., ein tüchtiger, vielseitig gebildeter, namentlich auch irr derneuern deutschen und französischen Literatur wohl bewanderter Mann,wurde hiezu erkoren und übte während der ganzen Zeit des KybnrgerAusenthaltes bedeutenden Einfluß. Auch nachher blieb er noch langeJahre mit der Familie in freundschaftlicher Verbindung. Einige schrift-liche Zeugnisse für die Art der Einwirkung des Vaters, des Lehrersund eines sehr geschätzten Freundes des Hauses, des gelehrten undfleißigen, liebenswürdigen Pfarrers Areyer in Pfungen, auf den jungenDavid sind noch erhalten geblieben. Sie zeigen, wie für die Erziehungdas Hauptgewicht nicht auf Ansammlung von Kenntnissen, sondern aufdie moralische Herzensbildung gelegt wurde. So schreibt der Vater1774 dem 11jährigen David in das „Lehrstübli" in Kyburg: „Ich habegestern Abend mit Vergnügen von dir die Erzählung zweier rührenderAuftritte aus dem Belisar angehört. Zu meiner Freude glaubte ich zugewahren, daß du anfangest, einen Theil der guten Handlungen zuempfinden und darüber zu denken. Alles Lesen wird allein dadurchnützlich, wenn das Herz dabei Antheil nimmt und der Verstand sichbemüht, die Empfindungen des Herzens zu erwecken, zu erweiternund zu leiten. Dich in dieser nützlichsteil Uebung zu stärken, wünscheich von dir schriftlich zu wissen, welche von den beiden erzähltenHandlungen dir die schönere und tugendhaftere scheint. Dazu mußtdu einen deutlichen Begriff der Tugend, der ein beständiger Maßstabwird, finden. Ich erlaube dir, hierüber mit Hrn. Balber zu Rathezu gehen; dann aber sollst du mir die gesammelten Gedanken ineinem Briefe schreiben." Ferner 1775: „Dein Schreiben und deinTagebuch haben mir Freude und Vergnügen gemacht bei jeder Stelle,wo ich deine eigene Sprache und d'ie Empfindung deines eigenenHerzens zu bemerken geglaubt. Vorausgesetzt, daß- du mit beschei-dener Demuth deine Schwachheit erkennst und das, was dir mallgelt,immer besser einsehen lernst, lasse ich jetzt ungehindert den Empfin-