kahlen Senkungen rechts und links, jenseits deren wieder Höhenwaren, plötzlich ein dumpfer Knall aus der Ferne. „Ein'Kanonenschuß"! sagte der Minister. Noch eine Strecke weiterhin sah ich über der Senkung links aus einer baumlosen Boden-erhebung zwei Eolonnen Infanterie ausgestellt und vor ihnenzwei Geschütze, die feuerten. Es war aber so weit von uns,daß man die Schüsse kaum hörte. Der Ehef wunderte sich übermeine scharfen Augen und setzte die Brille aus, die er, wie ichjetzt zum ersten Mal gewahr wurde, haben muß, wenn er ferneDinge erkennen will. Kleine weiße Nebelkugeln, wie hoch-gestiegene Luftballons, schwebten über der Senkung, über der dieKanonen standen, drei bis vier Secunden in der Lust und ver-schwanden darauf mit einem Blitz — es waren Shrapnells.Die Geschütze mußten deutsche sein und schienen ihre Geschossenach dem Abhang auf der andern Seite der Vertiefung vorihnen zu schleudern, auf dem oben ein Wald und vor demselbenmehrere dunkle Linien, vielleicht Frayzosen, zu bemerken waren.Noch weiter hin am Horizont schob sich eine hohe Bergnasemit drei oder vier großen Bäumen auf der Spitze ins Landhinaus; sie bezeichnete nach der Karte das Dorf Stonnx, wo,wie ich später hörte, der Kaiser Napoleon dem Gefechte zusah.
Das Feuern links hörte bald aus. Baierische Artillerie,desgleichen blaue Kürassiere und grüne Ehevauxlegers jagenauf der Straße im Trabe an uns vorüber. Ein Stück weiter,als wir eben durch ein kleines Gebüsch fahren, hören wir einGeknatter, etwa wie eine langgezogne, nicht präcise abgegebnePeletonsalve. „Kugelspritze"! sagte Engel, sich auf dem Bockumdreheud. Nicht fern von da, an einer Stelle, wo baierischeJäger im Ehausseegraben und an einem Kleefelde rasten, steigtder Minister zu Pferde, um mit dem Könige, der vor uns ist,weiter zu reiten. Mir bleiben eine Meile an der Stelle stehen,