Band 
Erster Band.
Seite
171
JPEG-Download
 

Hier kam uns zwischen den Dörfern Mareuil und Montr^,an einer Stelle, wo die Chaussee unter breitwipfeligen Bäumenstark bergab ging, eine zweispännige Rutsche mit zugeklappterDecke entgegen, in der drei Herren im Civilanzuge und einpreußischer Offizier saßen. Unter-den Civilisten befand sich einältlicher graubärtiger Herr mit hervortretender Unterlippe. „Dasist Favre", sage ich zum Ranzleidiener Rrüger, der hinter mirsitzt, „wo ist der Minister"? — Er war nicht zu sehen, aberwahrscheinlich vor uns und der langen Colonne von Fuhr-werken, welche, zum Theil hoch beladen, uns die Aussicht ver-sperrten. Ich ließ rascher fahren, und nach einer Weile begegneteuns der Chef mit Reudell zurückreitend in einem Dorfe, welches,glaube ich, Chessy hieß, und wo Bauern ein todtes Pferd mitStroh und Häckerling bedeckt hatten — Stoffen, die man an-gezündet hatte, und die einen ganz abscheulichen Geruch ver-breiteten.

„Favre ist vorbei, Excellenz", sagte ich, „da hinauf".

„Weiß schon", erwiderte er lächelnd und trabte weiter.

Tags nachher erzählte uns Graf Hatzfeld Einiges von derBegegnung des Bundeskanzlers mit dem pariser Advocaten undRegenten. Der Minister, der Graf und Reudell waren unseine gute halbe Stunde Wegs voraus gewesen, als HosrathTaglioni, der sich im Wagenzuge des Rönigs befand, ihnengesagt hatte, daß Favre vorbeigefahren sei. Er war eine andereStraße gekommen und hatte die Stelle, wo diese in die unsrigemündete, später als der Chef und seine Begleiter passirt. Derletztere war ungehalten, daß er davon nicht eher benachrichtigtworden. Hatzfeld jagte Favre dann nach und kehrte, als er ihngesunden, mit ihm um. Nach einer Weile kam ihnen GrafBismarck-Bohlen entgegengeritten, der es dem mit Reudellnoch weit entfernten Minister .melden mußte. Endlich sahen