Band 
Erster Band.
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kann darüber in Ungewißheit sein und sich über ein solchesVorkommniß wundern. Menn Uerr L. sich rühmt, seine lederneGeldtasche behalten zu haben, so ist dieß der klarste Beweis,daß er eben nicht ausgeplündert worden ist. Denn es giebtwohl keinen Soldaten, der nicht, wenn er Geld hat, dasselbeheute wie vor fünfzig und hundert Jahren in einer solchenTasche aus dem bloßen Leibe trüge, und wenn die deutschenSoldaten das Geld des Berrn L. hätten haben wollen, sowußten sie aus eigner Erfahrung, wo es an ihm zu finden.Die wenigen Deutschen, die in französische Gefangenschaft ge-rathen sind, wissen davon zu erzählen, wie rasch die Fäusteihrer Gegner die Uniform des Gefangnen aufreißen und, wenndas Ledertäschchen zu fest sitzt, ohne Rücksicht auf die Baut desPatienten mit Säbel oder Messer hinein schneiden. Die Be-hauptungen über die Mißhandlungen der Gefangnen bei Sedanerklären wir für dreiste, willkürliche Lügen. Eine große Anzahlder französischen Gefangnen, vielleicht ein Viertel derselben, warviehisch betrunken, da sie in den letzten Stunden vor der Kapi-tulation alle Mein- und Branntweinvorräthe in der Stadt ge-plündert hatten. Daß betrunkene Leute schwerer zu handhabensind, als nüchterne, liegt auf der Band, aber Mißhandlungenwie die in dein Artikel erzählten sind nach der Disciplin, welcheunter den preußischen Truppen herrscht, weder bei Sedan nochsonstwo vorgekommen. Daß diese Disciplin selbst die Bewunde-rung der französischen (Offiziere erregt hat, ist bekannte That-sache. Den gegnerischen Truppen können wir leider in dieserBeziehung nicht dasselbe gute Zeugniß ausstellen wie in Betreffihrer Tapferkeit im Feuer. Es ist den französischen (Offizierenvielfach nicht gelungen, ihre Untergebnen von der ErmordungSchwerverwundeter, die am Boden lagen, abzuhalten, und zwarist das nicht nur bei den afrikanischen Truppen der Fall ge-