Band 
Erster Band.
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heiten und Oerdrießlickkciten aussetzen, wenn ich nicht das Ge-fühl habe, Gottes wegen meine Schuldigkeit thun zu müssen*).

Man vergleiche hiermit die Rede. die Herr von Bismarck am Isö. Juni,s847 ini vereinigten Landtage hielt. Es heißt darin: „Ich bin der Meinung,daß der Begriff des christlichen Staats so alt sei, wie das ei-«konnt heiligerömische Reich, so alt wie sämmtliche europäische Staaten, daß er gerade derBoden sei, in welchem diese Staaten Wurzel geschlagen haben, und daß jederStaat, wenn er seine Dauer gesichert sehen, wenn er die Berechtigung zurExistenz nur nachweisen will. auf religiöser Grundlage sich bewegen muß.Für mich sind die Worte von ,Gottes Gnaden", welche christliche Herrscherihrem Namen beifügen, kein leerer Schall, sondern ich sehe darin das Be-kenntniß, daß die Fürsten das Scepter, das ihnen Gott verliehen hat. nachGottes Willen auf Erden führen wollen. Als Gottes Willen kann ich abernur erkennen, was in den christlichen Evangelien offenbart worden ist. undich glaube in meinem Rechte zu sein, wenn ich einen solchen Staat einenchristlichen nenne, welcher sich die Aufgabe gestellt hat, die Lehre des Christen-thums zu verwirklichen. Erkennt man die religiöse Grundlage des Staatesüberhaupt an. so kann. glaube ich, diese Grundlage nur das Christenthumsein. Entziehen wir diese religiöse Grundlage dem Staate, so behalten wirals Staat nichts als ein zufälliges Aggregat von Rechten, eine Art Bollwerkgegen den Krieg Aller gegen Alle übrig, einen Begriff, den die ältere Phi-losophie aufgestellt hat. Seine Gesetzgebung wird sich dann nicht mehr ausdem Urquell der ewigen Wahrheit regeneriren, sondern aus den vagen undwandelbaren Begriffen von Humanität, wie sie sich in den Köpfen derjenigen,welche gerade an der Spitze stehen, gestalten. Wie man in solchen Staatenden Ideen. z. B. der Lommunisten über die Immoralität des Eigenthums,über den hohen sittlichen Werth des Diebstahls als eines Versuchs, die an-gebornen Rechte der Menschen wieder herzustellen, das Recht, sich geltend zumachen, bestreiten will. wenn sie dazu die Kraft in sich fühlen, ist mir nichtklar. Denn auch diese Ideen werden von ihren Trägern für human gehalten,ja als die erste Blüthe der Humanität angesehn. Desbalb, meine Herren,schmälern wir dem Volke nicht sein Christenthum, indem wir ihm zeigen,daß es für seine Gesetzgeber nicht nöthig sei. nehmen wir ihm nicht denGlauben, daß unsre Gesetzgebung aus der (Duelle des Christenthums schöpfe,und daß der Staat die Realisirung des Christenthums bezweckt, wenn er auchdiesen Zweck nicht immer erreicht. Wenn ich mir als Repräsentanten dergeheiligten Majestät des Königs gegenüber einen Juden denke, dem ich ge-horchen soll. so muß ich bekennen, daß ich mich tief niedergedrückt und gebeugtfühlen würde, daß mich die Freudigkeit und das aufrechte Lbrgefühl verlassenwürden, mit welchen ich jetzt meine Pflichten gegen den Staat zu erfüllenbemüht bin"".