Band 
Erster Band.
Seite
307
JPEG-Download
 

zwischen hat der Minister, noch im Bett liegend, mich sprechenwollen. Als ich um zehn Uhr komme, ist der Generalstabs-offizier Bronsart bei ihm, der ihn zum König abholen will.AIs er zurückkehrt, läßt er mich nach Berlin und London tele-graphiren, daß Thiers gestern drei stunden bei ihm gewesen,daß der Inhalt dieser Unterredung heute Vormittag den Gegen-stand einer militärischen Berathung beim Könige gebildet habe,welcher er ebenfalls beigewohnt habe, und daß Thiers diesenNachmittag wieder zu ihm kommen werde. Um zwei Uhr seheich letzteren unten aus der Hausflur. Es ist ein Mann unterMittelgröße, grauhaarig, ohne Bart, ein kluges Gesicht, bei demman an einen Kaufmann, aber auch an einen Professor denkenkann. Da er vermuthlich wieder lange bleiben wird und esfür mich nichts zu thun giebt, wiederhole ich meinen Ausflugvom Morgen und gelange über die Dörfer Montreuil, Viroflayund Ehaville, von denen die letzteren fast eine einzige zusammen-hangende Gasse von einer Stunde Länge bilden, nach demebenfalls langgestreckten, sich an Ehaville anschließenden Ssvres,von wo ich nach der großen Batterie oder Schanze rechts überdem Vrte hinauf will, aber von der Mache an der Stelle, wodie Straße sich gabelt, nicht weiter gelassen werde. Auch keinMffizier dürfe hier ohne besondere Erlaubniß vom Generalweiter vor, heißt es. Ich unterhielt mich ein Meilchen mitden Soldaten vor dem Machlokal. Sie waren bei Mörth undSedan mit im Feuer gewesen. Dem Einen war in einer dieserSchlachten infolge eines feindlichen Schusses die Patrontascheexplodirt und ins Gesicht gefahren. Ein Andrer erzählte, daßsie neulich französische Soldaten in Häusern überrascht, und daßer da keinen Pardon gegeben. Ich hoffe, es sind Franctireursgewesen. In den Dörfern an der Straße sieht man zahlreicheSchenken, die Einwohner sind meist zurückgeblieben, sie scheinen

20 -