Band 
Erste Band.
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84 Buch lll. zZuellen der Geschichte der Grieche«.

doch wäre er durch eine Anzahl merkwürdiger Züge zur Geschichtedes attischen Civilrechtes wichtig. Noch mehr Andocides; besondersüber den Charakter seines Gegners, Alcibiades, welcher die herr-lichsten Eigenschaften mit vielen tadelnswürdigen vereinigte. Jsäuslebrt das attische Erbrecht.

Weit über diese erheben sich Lysias, Jsokrates, DemostheneS.Das Antheil des ersten war eine ibm eigene Anmuth; er ist überdie Zeiten der größten Erschütterung der untergehenden Oberherr-schaft Athens lehrreich; das Resultat ist eine fürchterliche Satyresolcher Demokratien. Mit seinen schönen Eigenschaften verbandJsokrates umfassender« Geist. Er lehrt mehr von der Lage dergeineingriechifchen Geschäfte, kurz vor dem Untergang der Unab-hängigkeit. Seine große, vaterländische Seele ist sanft.

Mit kühnerm Pinsel hat mit ihm zugleich der Verfasser derPhilippischen Reden die Thorheiten und Laster des Zeitalters geschil-dert. Man kann von Demosthenes nicht sagen, daß er wie Lysiaseigenthümliche Anmuth oder wie Jsokrates Ehrfurcht erregende mora-lische Größe besonders habe; wohl aber, daß er diese und allegroßen und schönen Eigenschaften des Redners in der höchsten Blüthevereiniget. Sein Charakter ist, immer zu seyn, der er soll; in dergroßen Mannichfaltigkeit der von ihm behandelten Gegenstände nieunter der Erwartung, nie niedrig, nie in Ueberspannuug. AlsBürger war Jsokrates eben so groß: man erkennt in seinen Redenden Mann, welcher, fast hundert Jahre alt, als die Nachricht vonder Niederlage der Griechen bei Charonea zu Athen eintraf, sichden Tod gab; als Staatsmann darf man ihn vorziehen: denn daer seines Vaterlandes unheilbare Uebel kannte, so trachtete Jsokrateseinen Krieg der verdorbenen, getrennten Republiken gegen die HeereMacedoniens zu vermeiden, und suchte den Blick des Königs aufdie Eroberung Persiens zu lenken. Aber bei dem Redner Demo-sthenes erscheint der seelenerschütternde Kampf eines für die sterbende