Cap. 6—7. Redner. Philosophen.
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Freiheit mit seinem unwürdigen Jahrhundert kämpfenden Mannes;so verdorben die Republik war, doch rührt ihr Ende, wie der Todeines, obschon sehr kranken, Freundes. Wie lehrreich ist er demBürger! Was Athen verdarb, drohet allen.
Es würde zu weit führen, Demades, Dinarchus und Lykurgus zucharakterisiren. Aeschiues erscheint als des Demosthenes nicht unwürdi-ger Gegner; die Rede gegen Timarchus, der sich und Andere umGeld der Wollust preisgab, ist für die Sittengeschichte merkwürdig.
Ueber die Briefe des Phalaris und mehrerer Staatsmännerund Weisen sey genug, zu eriunern, daß sie an sich angenehmgeschrieben, aber fast alle unächt, oder sehr verdächtig sind.
Capitel 7.
Philosophen.
Die kleinen Schriften der weisen Männer und Weiber, die denGrundsätzen des Pythagoras folgten, malen diese ehrwürdige Sitten-schule aus eine dem Gefühl wohlthuende Weise; aber drei Philoso-phen sind vor anderen dem Geschichtschreiber wichtig.
Plato enthält nicht nur viele Sittenzüge und politische Nach-richten, und nicht nur schildert er das literarische Leben und die inseinen besten Jabrcu blühenden Gelehrten: er ist besonders wichtigfür die Geschichte des menschlichen Geistes, als er zeigt, wie weitbei den Alten Hoffnungen und Vorstellungen unserer Unsterblichkeitins Reine gediehen; keiner brachte es weiter. Plato selbst fühlte,daß, um nus gewiß zu machen, ein Gott die Finsternisse zerstreuenmüßte. Bei ihm ist der Keim einer Menge Vorstellungen undGebräuche, die in das Christenthum übergegangen sind. Philo derJude lernte von ihm die allegorische Deutungsmanier. Die mitmehr Einbildungskraft als Sprachkunde, mit wärmerem Gefiihlals richtigem Urtheil begabten Kirchenväter Priesen den göttlichen,