Cap. 6. Der peloponnesische Krieg.
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Capitel 6.
Der peloponnesische Krieg.
Es ist wahr, daß der peloponnesische Krieg, zu dem Perikles v.^hr.gegen das Ende seines Lebens rieth, für Athen verderblich wurde.
Aber die Eifersucht zwischen dieser Stadt und Lacedämon war soweit gediehen, daß der Krieg unvermeidlich war. Wenn Periklesden Atheniensern gerathen hätte nachzugeben, so würden sie vonihrem Ansehen, vielleicht von ihrer Zuversicht verloren haben, undwären doch nicht ruhig gelassen worden. Es ist wohl Scherz, wenngesagt worden, er habe die Athenienser beschäftigen wollen, damitsie nicht Muße haben, zu untersuchen wie verschwenderisch er mitden öffentlichen Geldern beim Bau des Tempels der Pallas (jenesMeisterstücks der Baukunst) gewirthschastet habe. Doch mochte Peri-kles eine große Unternehmung zu Erhaltung der innern Ruhe noth-wendig finden, weil man, so lang diese daure, den fähigsten Männernwürde müssen die Leitung lassen.
Das Unglück der Stadt war die große Pest, welche im zweitenJahr dieses sieben und zwanzigjährigen Krieges auch den Perikleshinriß. Keiner trat nach ihm auf, der in allem seine Ueberlegen-heit besessen hätte, und Erbe seines Ansehens hätte werden können.Männer von den glänzendsten Eigenschaften, besonders von großerBeredsamkeit, suchten durch Volksgunst zu ersetzen, was er aus sei-nem Innern genommen. Die Gemeinde wurde geschmeichelt; dieleitende Hand war nicht mehr. Die Gemeinde glaubte selber zuherrschen, und war der Spielball der Leidenschaften einiger Partei-führer.
Unter diesen zeichnete sich AlcibiadeS, Zögling des Perikles, nichtnur bei seinem eignen, sondern allen Völkern, unter welchen er nachund nach gelebt hat, aus. Er hatte eine äußerst einschmeichelndeI. v. Müller, Allg. Geschichte. I. 7