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Erste Band.
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Cap. 10. Untergang der spartanischen -Oberherrschaft. 105

Distrikte gewählte Böotarchen die oberste Geschäftsführung hatten,aber ohne Einwilligung der vier vornehmsten Städte nichts thunkonnten; die größte der letzteren, auf welche die übrigen eifersüchtigwaren, war Theben.

Mitten im Frieden bemächtigte sich ein lacedämonischer Generaldurch List und Kühnheit der thebanischen Burg. Seine Unterneh-mung wurde zu Sparta für ungerecht erklärt; ohne die Liebe, welcheder Sohn des Agesilaus zu dem seinigen trug, würde er habensterben müssen. Aber man fand für gut eine Besatzung auf jenerBurg zu lassen, und die entschlossensten Bürger von Theben wurdenvertrieben. Diese, geleitet von Pelopidas, gelangten durch schlaue Be-hendigkeit zu dem Glück, das Vaterland von Archias, der sichnichts dergleichen träumen ließ, zu befreien; von dem an suchtendie Böotier den Lacedämoniern das gemißbranchte Ansehen zu ent-reißen.

Es würde ihnen durch eigene Kraft nicht gelungen seyn; aberEpaminondas bediente sich an dem Tage der Schlacht bei Leuktra v.Chr.zum erstenmale jenes Meisterstückes der Kriegskunst, der schiefen ^70.Ordnung, deren Geheimniß darin besteht, ein Theil des Heeresaußer dem Gefechte zu halten, bis ein Theil der Feinde in eineLage gebracht worden, wodurch möglich wird ihnen in die Seitezu fallen, und hiedurch die Geistesgegenwart und Consistenz derLinien zu nehmen, so daß auch die Zahl nicht mehr helfe und derFeind den Vortheil verliere durch seine besten Truppen entscheidendzu wirken. Wenn er den Stoß vorsehen könnte, würde er sichbereit halten oder ihm vorkommen; darin besteht die Hauptsache, daßman ihn täusche. Dieses wird nur durch außerordentliche Fertigkeitin den einfachsten Grundsätzen der Deployirung möglich. Daherdieses Meisterstück der Taktik nur in der Gewalt der allerbestenTruppen seyn kann, ihnen aber entscheidende Oberhand gibt. Des-selben bediente sich der große Thebaner an den Siegestagen von