124 Buch V. Quellen der Geschichte der Römer.
zu finden, lernt man Cäsar kennen; in jedem Epithel, in jederWendung leuchtet mit seinem Geist und Plan Er hervor.
Capitel. 6.
Nepos, Catullus, Lucretius. Dionysius von Halikarnassus,Ttodorus von Sicilien.
Obwohl Cornelius Nepos das Leben von Cicero's standhaftemFreunde beschrieben, gehört er wegen der großem Zahl griechischerLebensbeschreibungen eigentlicher für die Geschichte letzterer Nation;die beste Weisheit jenes Pomponius Atticus war auch, daß er inschweren Zeiten persönliche Theilnehmung an Staatsgeschäften ver-mied , allen wohlthätig und für sich glücklich war. Bei Nepos liebtman die amuthige Schreibart; es ist in seinen Schriften mehrPhilosophie und Politur als altrömischer Stempel.
Der Dichter Catullus war sein Landsmann und Freund. SeineLieder zeigen, wie weit in dem republicanischen Rom die wollüstig-sten Handlungen ausgemalt werden durften; in der That über alleVorstellungen frei (und Cicero bringt ähnliche Züge vor allem Volköffentlich an). Catullus war der römische Grcconrt, noch kühner,und in Einfalt und Eleganz über den französischen; wenn er auchnur das Liedchen auf den Sperling seines Mädchens hinterlassen hätte!
Indeß Catullus die sittenlose Jugend mit wollüstigen Vor-stellungen belustigte, und ihrer Kühnheit Feinheit gab, erregteLucretius bei denkenden Römern gefährliche Zweifel über die Naturder Dinge. Der Gesichtspunkt, auf welchen er führte, war dem,auf welchem sich die Gesetze und Roms Tugend gründeten, entgegen,und beförderten den Fall der durch Luxus erschütterten Sitten. Manbewundert bei Lucretius die Majestät antiker Dichtung und ver-führerische Reize aufkeimender Epikurischer Philosophie.
Dionysius von Halikarnassus wird, ohne genügsame Beweise,