132 Buch V. Quellen der Geschichte der Römer.
In weit späteren Zeiten verdient Ammianus ehrenhafte Meldung,als ein Kriegsmann voll Verstand und Billigkeit, und nach diesenEigenschaften freilich ein nicht günstiger Beurtheiler des heuchlerischenHofs eines Constantius, hingegen würdig, dem letzten Cäsar, derverdiente Nachfolger des ersten zu seyn, die von Vielen versagteGerechtigkeit zu leisten.
Capitel 13.
Verschiedene Schriftsteller über einzelne Geschichten oder
Zeiten.
Einige haben nicht ohne Glück ein eingeschränkteres Feld bear-beitet, oder ihre Schriften verbreiten indirecteres Licht.
Philo der Jude, in dem Bericht von seiner Gesandtschaft anden Cäsar Casus Caligula, läßt fühlen, was es für eine Nationist, in Sachen ihres wesentlichsten Daseyns von dem Muthwillenoder witzigen Einfall eines unbesonnenen oder boshaften Höflingsabzuhängen. ->
Sein Landsmann, Flavius Josephus, in dem Werk über dendurch Titus vollendeten jüdischen Krieg, stellt einen interessantenKampf der Kriegskunst gegen den Erfindungsgeift und die Wutheines auf das Aeußerste Hetriebenen Volkes, die Vollendung derallerältesten Nationalgeschichte und die Erfüllung der WarnungenJesu von Nazareth. und seines weisesten Patriotismus dar.
Die Hofsitten Nerons, die Sprache und die Lebensmanier derWollüstlinge des Zeitalters malt Petronius. Warum könnte dasBuch nicht von ihm seyn? Die bearbeitete Schreibart eines Senecamochte immer anders lauten, als die Discurse des Jünglings vonGeist und Kenntniß im Gewühle der Lust. Petronius weihet indie Heimlichkeiten einer Menschenclasse ein, die auf dem großenTheater selten so natürlich und offen erscheint.