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Buch Vl. Die Republik Rom.
Für dieses herrliche Land erhoben die Römer die langen Kriegewider die Sammler, das zu allen Zeiten wilde, damals zur Ver-theidigung vortrefflich abgerichtete Bergvolk an dem adriatischenMeere. Dieser fünfzigjährige Kampf, eine Kriegsschule der Römer,wurde von den Sammlern mit größter Tapferkeit und eigenthüm-licher Geschicklichkeit geführt. In dem Paß bei Caudium wurde eineingeschlossenes Heer der Römer znr schimpflichsten Form der Ueber-gabe genöthiget. Und damals (dieses wollte der graue Vater ihresFeldhauptmanns Herennius) hätten die Sammler durch edlen Friedendie Freundschaft Roms verdienen, oder das Heer niedermachen undaugenblicklich zu Zerstörung der Stadt marschiren sollen; sie begnügtensich sie empfindlich zu beleidigen. Wenige Menschen wissen ganzzu seyn, was sie in jedem Augenblick seyn sollen. Der Senatüberlieferte die Consuln, die sich einer solchen Behandlung unter-worfen hatten, dem Feinde, vernichtete ihren Vertrag, machte einenDictator, und nahm blutige Rache. Dieser Dictator, PapiriusCursor, brachte den Sammlern entscheidende Streiche bei. NachUnfällen war Rom am furchtbarsten; der erste Schreckenseindruckwich hohem Selbstgefühl.
Diese Begebenheiten trugen sich zur Zeit Alexanders des Großenzu; man glaubt, wenn er nach Italien gekommen wäre, so würdeder Besicger Samniums ihm entgegengesetzt worden seyn. Es läßtsich zweifeln, ob dieser gegen die Phalanx, nach dem Grad aufdem das Kriegswesen damals bei den Römern war, hätte bestehenkönnen. Livius scheint über die Kriege dieses Zeitalters nicht ganzgenau, sondern, aus Mangel näherer Nachrichten, spätere Einrich-tungen in ihre Beschreibung zu übertragen.
Endlich unternahmen alle Völkerschaften in dem apenninischenGebirge, was weislicher geschehen wäre als Samnium noch Gewichtgeben konnte, einen großen Bund wider die Römer. Dieser hattekein gemeinschaftliches Oberhaupt. Als der Consul Fabius einige