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Buch VI. Die Republik Rom.
und Gerechtigkeit nöthig, deren Verlust keine Eroberung ersetzenkönnte. Auch wurden die Landleute, deren Gemüth solchen Ein-drücken offen ist, beim Anblick dieser Einrichtungen den Römerngünstig; dieses erleichterte die Verpflegung. Ueberwundenen gabman Häupter, die alles Rom zu danken hatten, und ohne Treunicht bestehen mochten. Man ließ den Völkern genügsame Reich-thümer, um durch goldene Fesseln sie ihrer Pflicht anhänglicher zumachen; Verzweiflung, die alles verloren, ist erfinderisch.
Mit Recht bemerkt Machiavelli, daß die Römer kurze, nach-drucksame ' Kriege liebten. Die Schlachten waren blutig, aber selbstdie Kämpfe zwischen Carthago und Rom waren in wenig mehr alssechzig Jahren entschieden; wo in spätern Zeiten der Wettkampf zweider größten europäischen Mächte, von der Schlacht bei Nancy an,280 Jahre gedauert, ohne entschieden worden zu seyn. Aber neuereStaaten haben auch durch ihre Verfassungen und die Gleichheitmehrerer größere Festigkeit behauptet.
Die römischen Heere waren nach Schlachten begierig; doch seltenwurden diese ohne gute Berechnung der Wahrscheinlichkeit und Rücksichtauf die Stimmung der Legionen gewagt. Letztere bewirkte mandurch die Erforschung des Willens der Götter aus den Eingeweidender Opferthiere, aus der Vögel Flug, aus der Munterkeit heiligerHühnchen und anderen Zeichen; aber die Priesterwürden waren mitpolitischen und militärischen verbunden, so daß die Leitung in gehö-rigen Händen blieb. Diese Gewohnheiten wurden bei Abnahme deralten Religion nach und nach unterlassen.
Wenn in Ländern, wo der fruchtbarste Erfindungsgeist ist, ganzmilitärische Nationen während ihrem ganzen Daseyn die Kriegskunst,diese Stütze ihrer Freiheit, dieses Werkzeug ihrer Größe, zu ver-vollkommnen bemüht sind, und mit dem edelsten Muth alle Fein-heit verbinden, so läßt sich erachten, welcher Schatz militärischer> llorte e grosse.