Cap. 8. Das Militärwesen.
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Beobachtungen in ihren Schriften liegt. In dieser Rücksicht sind siegleich merkwürdig für den Kriegsmann und für den Erforscher desGangs und der Kräfte unseres Geistes. Obwohl die neueren Waffenvieles geändert, so bleiben die Hauptregeln; besonders in Bezugauf das menschliche Herz, welches immer daffelbige ist.
Die Römer bemüheten sich, genau den Charakter der Völkerzu kennen, gegen die sie ihre Macht und Kunst messen sollten. DenStoß alles niederwerfender gallischer Wuth begnügten sie sich aus-zuhalten; sie agirten, wenn der Feind erschöpft war und anfingmüde zu werden, um so kraftvoller, da sie wußten, wie schnell dasUnglück auf die Gallier wirkte.
Wenn sie eine Walstatt wählten, trachteten sie, sich eine solcheStellung zu geben, daß die Sonne sie nicht blende, der Glanz ihrerwohlpolirten Spieße und Schwerter und ihrer ganzen Rüstung aberdem Feind schrecklich in die Augen falle.' Kurze Reden der Feld-herren entflammten den Muth, von welchem damals das meisteabhing. Die Schlachtordnungen sind in oben angeführten Büchernund von Aelianus und Kaiser Leo VI. in mancherlei Gestaltenbeschrieben worden. Doch findet sich bei Leo der Irrthum, alshätte die keilförmige Ordnung? in einem einigen Mann an derSpitze geendiget; wie wäre mit einem so schwachen Winkel durchzu-brechen gewesen? Der Keil war eine Colonne, die sich"plötzlich ausden Linien löste und mit aller Kraft einer wohlunterstützten Masseauf den schwächsten Theil der Feinde loswarf. Dem Keil setztendie Römer die Zange ^ entgegen; mit größter Schnelligkeit öffnetesich das Treffen, den Keil aufzunehmen, dann marschirten sie vonbeiden Seiten, fielen die seinigen an, und mordeten fürchterlich inder eingeschlossenen und ihrer Tiefe wegen nicht leicht rückwärts zu
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I. v. Müller, Allg. Geschichte. I.
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