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Buch VI. Die Republik Rom.
lag vor Nola in Campanien, einer ihrer Städte. Dieser Feldherrwurde zu Führung des Mithridatischen Krieges bestimmt. Aber derunersättliche Ehrgeiz des siebenzigjährigen Manns bewog letzterndurch den Volkstribun Sulpicius, einen sonst vortrefflichen Mann,der dießmal sich mißbrauchen ließ, antragen zu lassen, daß die Er-nennung des Sulla widerrufen, und Marius als Commandirenderernannt werden möchte. Sogar wurde ein Eidam des Sulla er-mordet.
Auf diese Nachricht erhob Sulla sein vor Nola liegendes Heer.Zum erstenmal zog die Armee eines Bürgers feindselig nach Rom.Kaltblütig forderte er Fackeln zu Anzündung der Stadt. An derSpitze von 26,000 Mann, denen nur sein Wille Gesetz war, zoger zum collinischen und esquilinischen Thor herein durch die aufdas Capitolium führenden Gassen. Vergeblich wurde von Mariusder Senat, wurden die Ritter aufgerufen; kaum vermochte einSklav ihn zu retten. Hierauf begehrte Sulla, daß der alte Consul,sein Sohn und zehn seiner Anhänger als Feinde des Vaterlandeserklärt würden; zu dem Ende umringten Bewaffnete den rath-schlagenden Senat. In demselben wandte sich Scävola, der Manndes Rechts, an den gebietenden Sulla und sprach: „Nie werdendie Werkzeuge der Tyrannei den alten Mucius Scävola, der nurnoch wenige Blutstropfen übrig hat, vermögen, den für Feind derRömer zu erklären, der Rom und ganz Italien von den Cimberngerettet hat." Der Schrecken bestimmte die übrigen. Auf denKopf des Volkstribuns Sulpicius wurde ein Preis gesetzt; einerseiner Sklaven tödtete ihn, bekam den Preis, und wurde zugleichals Verräther seines Herrn von dem Tarpejischen Felsen gestürzt.Der Ueberwinder der Cimbern ging tief in den MinturnischenSumpf, aber nicht genug verbarg ihn der Schlamm und das Rohr.Da er hierauf in dem Kerker von Minturnen umgebracht werdensollte, und der dazu bestimmte Bewaffnete, ein Cimbre, hereintrat,